Berufliche Neuorientierung? Vergessen Sie’s!

Sie sind mehr als frustriert in Ihrem Job und würden lieber heute als morgen alles hinschmeißen. Sie sehnen sich nach etwas Neuem im Beruf, aber kommen einfach nicht in die Pötte. Sie hören überall, dass jeder seine Berufung finden kann, wenn man es nur selbst genug will, aber ausgerechnet Sie schaffen es einfach nicht. Sie haben schon 27 kluge Ratgeber gelesen, dabei bleibt es dann aber auch. Ihre besten Freundinnen sind auch mit ihrem Latein am Ende und können Ihr Gejammere schon lange nicht mehr hören. – Tja, dann sollten Sie es lieber vergessen, dieses Hirngespinst der beruflichen Veränderung. Machen Sie doch endlich einen Haken daran und finden Sie sich damit ab, dass Sie das niemals schaffen werden und jetzt bis zur Rente durchhalten müssen! Und damit Ihnen genau das leichter gelingt, habe ich hier für Sie 8 echt ziemlich gute Gründe, dieses Thema ein für alle Mal ad acta zu legen:

+ + +  Warnhinweis: Dieser Text kann Spuren von Ironie enthalten! Bitte bis zum Ende lesen.  + + +

8 gute Gründe, die berufliche Neuorientierung getrost zu vergessen.

1. Sie werden vom Regen in die Traufe kommen!

Wer sagt denn eigentlich, dass eine Veränderung im Beruf Sie an die Ziele Ihrer Träume führen wird? Sind Sie sich da ganz sicher? Überall werden Sie wieder auf nervige Kollegen und ungerechte Chefs treffen. Arbeit ist halt Arbeit, das ist überall gleich. Warum sollten sich also alle Ihre Probleme und Sorgen plötzlich in Luft auflösen, nur, weil Sie mal eben den Job wechseln? Bleiben Sie also lieber im Regen stehen und halten ihn aus, bevor im nächsten Job vielleicht das viel größere Donnerwetter auf Sie wartet.

2. Sie müssen sich vom Traumjob finden lassen!

Ja richtig, Sie müssen einfach nur lange genug warten und noch ein bisschen weiter aushalten. Irgendwann, wenn Sie gar nicht mehr daran denken, wird sich eine magische Tür öffnen und Sie werden endlich Ihrem Traumjob begegnen. Hören Sie also auf, verkrampft nach Irgendwas zu suchen, was Sie eh nicht kennen und das Ihnen das Leben so nur zur Hölle macht. Ihr Traumjob wird Sie ganz sicher finden, wenn Sie nur erst bereit hierfür sind.

3. Sie sind einfach zu alt für Veränderungen!

Wenn Sie die Mitte 30 schon überschritten haben, dann sollten Sie die Hoffnung aufgeben, noch einmal etwas Neues anzufangen. Diese Chance ist vorbei, glauben Sie mir! Wer sollte auch die Mühe auf sich nehmen, Sie in Ihrem Alter in einen neuen Beruf einzuarbeiten? Und ganz wichtig: Im Alter sind wir alle ja auch nicht mehr so lernfähig. Das viele Wissen trichtern Sie sich nicht mehr mal eben so ein. Und im Job stehen die jungen Hüpfer nach ihrem Studium längst Schlange und sind auch noch viel flexibler und billiger als Sie. Es ist vorbei. Finden Sie sich doch einfach damit ab!


XING Talk: „So gelingt der berufliche Neustart“


4. Sie können Ihre Fehlentscheidungen nicht rückgängig machen!

Mit Philosophie oder Kunstgeschichte oder was auch immer Sie studiert haben macht man nunmal keine großen Sprünge, das hätten Sie sich definitiv früher überlegen sollen. Und so ein falsches Studium oder diese unsinnige Ausbildung werden Ihnen ein Leben lang hinterherlaufen. Und die Entscheidung, diesen Job anzufangen, in dem Sie jetzt festsitzen, war auch keine Glanzleistung. Egal, was Sie Neues anfangen, Sie werden immer wieder mit Ihren Fehlentscheidungen konfrontiert werden.  Also bleibt nur, das Beste daraus zu machen, sich damit abzufinden und am besten zur Sicherheit gar keine Entscheidungen mehr zu treffen.

5. Solche Neuorientierungen im Beruf schaffen nur wenige!

Der Ex-Vorstand, der jetzt in der Karibik erfolgreich eine Bar betreibt oder der Börsenprofi, der das Parkett gegen die Berghütte und gut bezahlte Snowboard-Kurse eingetauscht hat. Davon haben Sie bestimmt auch schon gehört. Alles nur Vorzeige-Beispiele! Lassen Sie sich von den Medien nicht einreden, dass so eine Veränderung mal eben so jeder schaffen kann. Diese Menschen waren auch vorher schon mega erfolgreich und hatten Kohle ohne Ende, um sich nun ihr neues Paradies aufzubauen. Nun ja, dieses Privileg ist nur ganz ganz wenigen Menschen vorbehalten und Sie gehören wahrscheinlich nicht dazu.

6. Sie müssen auch mal sehen, was Sie alles aufgeben!

Denken Sie daran, jede Veränderung bedeutet auch Abschied vom Alten. Das möchten Sie doch nicht wirklich, oder? Die Kollegen, mit denen Sie in den letzten Jahren so viel Spaß hatten. Was haben Sie zusammen nicht alles erlebt! Die lustigen Lästerrunden in der Kaffeeküche oder Ihre Streiche mit den Auszubildenden. Möchten Sie wirklich alles das aufgeben, was Sie sich in den letzten Jahren mühsam an Produkt- und Fachwissen angeeignet haben? Wollen Sie das wirklich woanders alles von Null neu aufbauen?

7. Sie haben sich da in etwas hineingesteigert!

Sie müssen Ihr Problem im Job einfach mal aus der Distanz betrachten. Perspektivwechsel ist das Stichwort. Und schwuppdiwupp wird es auf einmal ganz winzig klein. Ja ja, nur zu! So einfach ist das! Sie haben das alles in den letzten Monaten viel zu sehr überbewertet und sich da in etwas ganz Großes hineingesteigert. Denn so viel schlimmer als Ihren Kollegen wird es Ihnen ja wohl nicht ergehen – und die schaffen es ja auch irgendwie, oder? Also stellen Sie sich mal nicht so an. Kommen Sie endlich runter von diesem neumodischen Neuorientierungs-Trip und Sie werden sehen, dass auf einmal alles wieder total easy ist.

8. Sie würden das doch sowieso nicht schaffen!

Zu so einer beruflichen Veränderung gehört eine ganze Menge. Von nichts kommt halt nichts, das ist so! Worauf können Sie denn schon aufbauen? Was ist denn das alles wert, was Sie in den letzten Jahren im Job gelernt und geschafft haben? Das ist doch nichts Besonderes im Vergleich zu anderen, die eh viel besser sind als Sie. Sie sind da offensichtlich in den letzten Wochen einem schönen bunten Traum hinterhergejagt, aber wenn Sie das mal realistisch betrachten, dann hätten ausgerechnet Sie das doch ganz sicher sowieso niemals im Leben geschafft.


Ok, eigentlich sollte dieser Artikel hier enden und wer mich kennt, weiß meine schrägen Tipps richtig einzuordnen. Für alle Neuzugänge wäre es für mich als Karriere-Coach und Experten für berufliche Veränderungen wohl ziemlich Ruf schädigend. Daher hier – also wirklich nur zur Sicherheit – eine

Richtigstellung!

Vielleicht haben Sie bei diesen 8 Gründen geschmunzelt oder auch laut gelacht oder aber völlig verständnislos mit dem Kopf geschüttelt. Vielleicht haben Sie sich auch in einigen Punkten mit Ihrer Denkweise wiedergefunden. Nun ja, diese Sichtweisen zu beruflichen Veränderungen begegnen mir tatsächlich in sehr vielen Coachings. Sie sind hier also weder erfunden noch maßlos übertrieben, sondern Realität und damit auch ernst zu nehmen:

Das Gefühl, mit Mitte 30 zu alt für etwas Neues zu sein. Der feste Glaube, einfach noch länger abwarten und suchen zu müssen, bis der Traumjob auf einmal aus dem Nichts auftaucht. Die Angst, das gleiche Übel im nächsten Job wieder zu erleben oder es noch viel schlimmer anzutreffen. Das fehlende Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die Blindheit vor der einzigartigen, eigenen Persönlichkeit. Die angelegten Scheuklappen, die vielen Chancen abseits des heutigen Weges nicht sehen zu wollen. Und natürlich die längst sichere Gewohnheit, Gewohnheiten nicht überwinden zu können.

Ja, Sie werden wahrscheinlich nicht mehr neu studieren (könnten es aber) und die Fälle der 180-Grad-Veränderung sind aus meiner Praxiserfahrung auch ziemlich selten (wenn auch sicher möglich). Ich bin jedoch der Überzeugung, dass jeder etwas in seinem Beruf verändern und somit zu mehr Zufriedenheit, Freude, Erfüllung, Glück oder welches Ziel auch immer Ihres ist, finden kann.

Alle obigen acht Gründe, die Neuorientierung schleunigst zu vergessen, werden gestützt und befeuert durch Ängste, persönliche Bequemlichkeit und gewohntes Verantwortung abgeben.

Was Sie stattdessen benötigen sind Klarheit durch Bewusstsein sowie echte Eigenverantwortung, dahinter persönliches Interesse, Neugierde und allem voran wirklich Lust auf Veränderung.

Leicht gesagt ..?!

Dass es einfach ist, habe ich nicht behauptet. Denn im Prozess einer beruflichen Neuorientierung werden Sie sich mit genau diesen Bedenken, Ängsten und Gewohnheiten auseinandersetzen. Sie werden sich Gedanken über Ihre Ziele machen, die Sie im Leben noch haben und hinschauen, wo Sie sich heute noch selbst im Weg stehen. Sie werden sich erinnern, was Sie alles schon gelernt und geleistet haben und über welche tollen Fähigkeiten Sie heute schon verfügen, die Sie morgen nutzen können. Sie werden nach vorne schauen und durch tägliches Üben lernen und wieder Spaß daran finden, wie es ist, Ihr Leben und Ihren Beruf aktiv zu gestalten.

Vergessen Sie’s oder packen Sie’s an? – Ihre Entscheidung!

Gibt es Punkte bei den acht Gründen oben, bei denen Sie gedacht haben »Ja, er hat ja sooo Recht, genau so ist es!«? Dann schauen Sie dort jetzt noch einmal genauer hin und stellen sich selbst die Fragen: »Warum glaube ich daran und stimmt das wirklich, was er da behauptet? Wer sagt das überhaupt und möchte ich für meine Zukunft auch weiter daran glauben?« Es ist Ihre Entscheidung.

Gibt es oben Gründe, bei denen Sie mir am liebsten heftig widersprochen hätten? Dann ist genau das ein gutes Zeichen dafür, dass Sie heute schon die Verantwortung für sich und Ihr Leben übernommen haben und bereit dafür sind, Ihre gewünschte Veränderung im Beruf jetzt anzugehen.

(Bildnachweis: 123.rf.com, 37103961, Dirk Ercken)

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Dr. Bernd Slaghuis

Ich arbeite als Karriere- und Business-Coach in Köln und habe mich auf Themen rund um die Karriereplanung und berufliche Neuorientierung spezialisiert. Mit Bewerbern arbeite ich an ihrer Bewerbungsstrategie, der Optimierung ihrer Unterlagen sowie der Vorbereitung auf Gespräche. Führungskräfte unterstütze ich, zu einer gesunden Grundhaltung zu finden. Ich schreibe außerhalb dieses Blogs für diverse Karriere- und Management-Magazine und wurde von XING als "Top Mind 2019" ausgezeichnet.

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Dieser Beitrag hat 41 Kommentare
  1. Lieber Bernd, vielen Dank für diesen amüsanten und doch leider manchmal sehr wahrheitsgemäßen Beitrag zu gewohnten – oft schon „eingeschliffenen“ – Denkweisen.
    Dieser Post zu meiner Blogparade, rüttelt hoffentlich den einen oder die andere wach, dass es immer einen Weg zur Veränderung gibt.
    Da helfen wir KarriereExperten.com ja auch gern, oder?!
    Herzliche Grüße, Gabi

      1. Ein zunehmend an Bedeutung gewinnendes Thema haben Sie (absichtlich? Weil zu dem Zeitpunkt/ Ihrer Auffassung nach (noch) nicht relevant?) unter den „Tisch fallen lassen“.

        „Jobverlust“ durch Depression (u.a.)- WIE- in Gottes Namen – könnte da ein Berufs-/ inklusive Perspektivenwechsel gelingen, wenn mann/ frau denn unbedingt weiterarbeiten möchte / muß?????? LG Karin Gläser

  2. Es fehlte nicht mehr viel und es wäre ein „unerfreulicher“ Kommentar geworden (Gut das ich die Kommentare noch gelesen habe) ^^

    Ich bin 30 Jahre und arbeite seit 2 Jahren in einer eigentlich guten Firma. 10 Minuten Fahrt, Gleitzeit, viel Urlaub, kleine Bonuszahlungen. Doch der Nachteil ist, es gibt eigentlich keine Aufstiegschancen, Gehaltserhöhung durch Leistung oder einfach nur extrem langweiliges Absitzen der Zeit (Mehrarbeit wird nicht Belohnt).

    Also googlet was Motivert oder Abwechslungsreicher ist als Büroarbeit. Dann zu lesen, das man seine Zeit „Absitzen“ soll (allein ein Tag alleine in einem Büro ohne Gesellschaft und nichts zu tun – gleicht Folter!) hat das Gemüt aufkochen lassen.

    Meine Überzeugung ist es, man ist nie zu Alt etwas zu Bewirken, etwas zu verändern (Auch wenn der Verstand oft im Hintergrund das Gegenteil vermittelt oder es zumindest versucht).

    Mein Problem ist „nur“ zum einen aus der Komfort-Haltung heraus zu kommen (da nicht alle Tage langweilig sind) und heraus zu finden welcher Beruf wirklich eine Berufung ist oder was macht mir wirklich Spaß!? z.B. Berufe die ich anstrebte wie Ing. oder Architekt fehlt das Abitur. Dann vllt. Pilot von Transportmaschinen oder Hubschrauber – ebenso kein Abitur und dieses nach zu machen, klappte nicht. Somit weiß ich persönlich nicht was mir noch Spaß bringen könnte? Etwas mit Abwechslung, Bewegung und Menschen hilft – etwas Positives für die Gesellschaft hinterlassen, das wäre was. (freundlicher Diktator vielleicht?) ;)
    Nach Eckart Tolle und einem gewissen Minimalismus-Prinzip, ist ein Mehrwert – ein Sinn wichtiger als Geld und Besitztümer.

  3. Dieser Artikel beschreibt exakt beide Perpektiven zwischen denen ich nun seit mittlerweile 7 Jahren hin und her denke. Auch das Wissen darüber, dass es vielen Anderen genauso geht macht die Sache nicht leichter zufriedener mit diesen Umstand zu sein. Interessant wäre es mehr darüber zu erfahren wie es wieder Andere geschafft haben dieses Gedankenkarussel zu vergessen und einfach glücklich zu sein.

  4. Muss man evtl. auch ganz unten angekommen sein, um sich auf eine Umorientierung einlassen zu können?
    Ich musste aus gesundheitlichen Gründen aus meinem Beruf und habe lange gesucht. Ich habe mich in meinem Beruf ständig weitergebildet und plötzlich war das alles nichts mehr wert.

    In meinem Beruf musste ich auch immer wieder feststellen, dass Studierte sehr oft noch von mir lernen konnten. Also? Das was die können, kann ich auch! Ab in die Eisen! Ich habe mit 50 ein berufsbegleitendes Studium angefangen. Man kann im Übrigen inzwischen auch ohne Abitur studieren.

    Die Finanzierung muss zwar überlegt werden, aber es ist machbar. Ein Teilzeitjob, da auch lernen angesagt ist. Wenn der Arbeitgeber Hochschule im Lebenslauf liest, bist Du auch schon wieder interessant.

  5. Man(n) findet sicher immer eine Möglichkeit, als Frau mit technischem Studium und Kindern bin ich trotz 5-jähriger Berufserfahrung und guten Abschlüssen in kürzester Zeit chancenlos gegen meine Konkurrenten und das obwohl ich erst 28 bin! Nach meiner Elternzeit werde ich äußerst unterbezahlt in eine Ecke zur Auftragsbuchung gesetzt. Kein Kundenkontakt mehr, keine Projekte, bloß keine technischen Anfragen – das ist doch eine Frau! Quasi nicht mal mehr nachdenken müssen. Dafür hat man ein Studium im Fach Wirtschaftsingenieurwesen gemacht? Soll ich mich damit abfinden? Nach über 100 Bewerbungen und ebenso vielen Absagen bleibt mir offenbar bald nichts anderes mehr übrig. Und das obwohl ich nach dem Abitur hoch motiviert in die Berufswelt gestartet bin. Eine Absage nach der anderen nehmen einem viel seines Selbstbewusstseins…

  6. Sehr schön erklärt. Man sollte das machen, was man gut kann. Dann wird man auch durch Experten im Recruitment selbst gefunden. Der Traumjob findet einen quasi selbst, und nicht umgekehrt…

  7. Warum dieser Artikel nicht gelungen ist:
    – Er enthält negative Affirmationen („Sie haben sich da in etwas hineingesteigert!“, „Sie würden das sowieso nicht schaffen!“). Jeder Coach sollte die Bedeutung von positivem/negativem Denken (Mindset) kennen.
    – Es fehlt eine Erläuterung, was der Autor mit „beruflicher Neurorientierung“ meint, es bleibt offen, welche Leser sich angesprochen fühlen sollen.
    – „magische Tür öffnen und Sie werden endlich Ihrem Traumjob begegnen“ – Alles klar, Eigeninitiative ist schlecht, einfach abwarten, es wird sich schon alles finden.
    – „Sie haben sich da in etwas hineingesteigert!“ – Gut, dass der Artikel weiß, wie der Leser seine Ziele angeht. Steigert sich der Dr. Autor auch manchmal in etwas hinein?
    – Punkt 8 ist pure Entwertung des Lesers. Unprofessioneller bitte!
    – „Tja, dann sollten Sie es lieber vergessen“ = „Tja, Pech gehabt! Dann kann ich Ihnen auch nicht weiterhelfen!“ – Da bekommt man richtig Lust auf ein Coaching bei Ihnen!

    Richtig guter Artikel.

    1. Hallo Alex,
      offensichtlich hat Sie dieser Artikel nicht angesprochen und Sie gehören damit wohl auch nicht zu der Zielgruppe, die ich mit diesem Text erreiche, um an ihrer beruflichen Neuorientierung mit mir gemeinsam zu arbeiten.
      Viele Grüße
      Bernd Slaghuis

    2. also ich fands erst gut mal quer zu lesen weill es einfah mal was anderes ist .. und anders geschrieben als die meisten Beitraäge wenn man berufliche Neuorientierung eingibt… aber eigentlich ist ihr Kommentar richtig Alex

      ich bin mitten in so einem Prozess – Arbeitslos – und auch verunsichert und dann kann ich dan nur nach dem Gefühl gehen. Ja der Artikel ist provaokativ und ein Eyecatcher. Aber fühlt er sich gut an – nein.
      Wer klar und eindeutig ist, kann damit vielleicht was anfangen – aber braucht man dann überhaupt so einen Artikel zu beruflicher Neuorientierung“?“

      Wer auf der Suche ist – so wie ich – und auch unsicher – so wie ich -dem ist es zu rabiat – mir jedenfalls.
      Vielleicht kann ich mitnehmen, dass es doch bei der Neusuche in der Branche bleibt. Danke für den Kommentar zu diesem rabiaten aber nicht sehr hilfreichen Artikel.

  8. Jetzt haben Sie mich aber geschockt. Als ich die ersten drei Punkte gelesen habe, habe ich mich nur gefragt, was mit Ihnen schief gelaufen ist, dass Sie solch einen Beitrag im Ernst posten würden. Dann habe ich mal heruntergescrollt und auf das Wort „Witz“ gewartet, was ja gott sei Dank noch kam. Aber ja, diese Äußerungen sind mir nicht unbekannt. Gerade Menschen, die die Hoffnung aufgegeben haben, oder es als Ausrede nutzen, damit sie sich nicht ernsthaft mit sich selbst auseinander setzen müssen, nutzen diese „Ausreden“. Oft ist den Menschen dann aber gar nicht bewusst wie pessimistisch sie denken und dass sie sich damit selbst im Weg stehen.

    Viele Grüße
    Claudia Grajek

  9. Hallo Herr Slaghuis,
    was ist wenn man sich aus seiner Komfortzone herausgewagt hat und nun vor einem Scherbenhaufen steht, weil sich alle Versprechungen in der neuen Firma in Luft aufgelöst haben?
    Was macht man dann? Man hat viele gute Dinge für nichts aufgeben. Seine ganze soziale Sicherheit aufs Spiel gesetzt um sich jetzt in einer unglaublich traurigen Situation zu befinden?
    Haben Sie dafür auch einen motivierenden Kommentar?
    Danke

    1. Hallo Isabelle,

      mir ist gerade etwas sehr Ähnliches passiert. Die neue Stelle ist so ganz anders als vorher beschrieben / versprochen, meine Chefin entpuppt sich als Micro-Managerin, die alles an sich reißt und die Struktur in der Firma setzt meine Rolle zwischen die Stühle. Das heißt, ich werde als Fremdkörper/Gefahr gesehen und dementsprechend geschnitten. Demgegenüber stehen eine sehr gute Bezahlung und gute Rahmenbedingungen. Vielleicht ist das der goldenen Käfig?

      Am Anfang fragte ich mich, wieviel davon mit dem Neusein zutun hat und dass man seinen Platz erst finden muss. Es gab ja auch gute Tage und nette Kollegen in der Organisation. An schlechten Tagen fühlte es sich so an als wenn eine unsichtbare Hand mir meine Seele zerquetscht und Luft zum Atmen nimmt. Immer wieder habe ich mich motiviert, es zu schaffen und hinzubekommen, dem ganzen noch Zeit zu geben. Dann kam der nächste Rückschlag mit dem Gefühl zu schlecht für die neue Aufgabe zu sein.

      Mir helfen zur Zeit viele Gespräche zur Reflektion. Was liegt an mir? Was an den anderen/den Umständen? Was kann ich ändern, was ist so?

      Und ich versuche durch Sport und andere Dinge Abstand zu gewinnen. Mich nicht fertigmachen zu lassen.

      Mittlerweile bin ich an einem Punkt, wo ich mir eine zeitliche Deadline gesetzt habe. Bis dahin schaue ich mir die Entwicklung an. Und ansonsten mache ich zum ersten Mal von meinem Recht der Probezeit Gebrauch und gestehe mir ein, dass es ein Griff ins Klo war.

      Dir viel Kraft und nimm Dir die Zeit zu schauen, woran es liegt und was Du wirklich liebst.

      Das Leben ist zu kurz für schlechte Jobs und um dauerhaft unglücklich zu sein.

      Liebe Grüße
      D.

  10. Super Artikel.
    Mal ein ganz anderer und unverblümter Ansatz. Alles auf den Punkt gebracht, womit sich „Frau“ beschäftigt, bei der Überlegung neu anzufangen.
    Danke ?
    Ich bin gespannt ob es mir gelingt das Gedankenkarusell rechtzeitig anzuhalten und mich wieder auf meine Fähigkeiten zu konzentrieren und dabei vielleicht doch den für mich besten Weg zu gehen.

  11. Herr Schlaghuis,
    immer das gleiche machen, weil man es gut kann… Super Vorschlag, so funtioniert also Mitarbeiterentwicklung.im 21. Jahrhundert.
    Wenn jeder das machen sollte, was er am besten kann, warum schreiben Sie dann solche Aritkel? Ist das, dass beste was Sie können?!?
    Weiter so!

  12. Hallo Herr Schlaghuis,

    mein „Weiter So“ am Ende war aber nicht ironisch…. :-)
    Also, Neuanfang oder doch nicht… Ach, menno (lol)
    Gruß
    Thomas Finke

  13. Guten Tag,
    dadurch ich Sie bislang nicht kannte, dachte ich mir bei jedem einzelnen Punkt: „Was hat denn der Spinner für ein Problem?“

    Nach dem Lesen des untersten Absatzes bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass ich für eine berufliche Neuorientierung offenbar mehr als bereit bin. :-) Vielen Dank dafür!

    Ein ganz anderes Problem (für mich) ist, dass ich zwar etwas anderes machen will, aber leider nicht die geringste Ahnung habe, was mich interessiert. Diverse „Berufsinteressenstests“ ergeben irgendwie lauter Unsinn (vielleicht bin ich auch nicht in der Lage die Fragen für mich korrekt auszufüllen.)
    Haben Sie zu diesem Thema auch einen nützlichen Eintrag?

    Vielen Dank und liebe Grüße aus Österreich,

    Patrick

    1. Hallo Patrick,
      gut, dass Sie bis zum Ende gelesen haben :) Ja, ich mache auch die Erfahrung, dass Neuorientierer mit den Ergebnissen von Berufsinteressenstests oft nicht viel anfangen können. Ich sehe in den Coachings, dass es komplexer und vielschichtiger ist, seinen Interessen und Stärken sowie einer neuen beruflichen Ausrichtung auf die Spur zu kommen. Ich habe im Coaching hierfür keinen Schema-F-Prozess, sondern erarbeite gemeinsam mit Klienten im Gespräch und Unterstützung durch verschiedene Tools/Methoden Ideen und Möglichkeiten für sinnvolle und realistische nächste Schritte. Also mehr ein freier, kreativer Prozess aus eigener Selbstreflexion und Impulsen von mir als ein Ergebnis auf Knopfdruck. Vielleicht stöbern Sie einmal durch meine Beiträge in der Kategorie „Karriere“ und finden Ansätze, die Sie schon weiterbringen. Ansonsten melden Sie sich gerne per Mail, wenn auch ein individuelles Coaching für Sie infrage kommt.
      Viele Grüße
      Bernd Slaghuis

  14. Ich würde mich gerne beruflich neu orientieren und aber ich fürchte mit 48 ist es schwierig von kaufmännischen in den IT Bereich umzusteigen oder? Obwohl ich mich noch recht jung fühle und aussehe.

    LG

  15. Sehr geehrter Dr. Slaghuis,

    die Frage ist nicht die, sich in etwas verrannt zu haben.
    In Zeiten von Klimawandel und seelischer Verhärtung muss man den nächsten Schritt tun.
    Sonst wird man von der nächsten Lawine begraben.

    Mit freundlichen Grüßen

  16. Bin nun auch Mitte 30 und seit 14 Jahren im selben Unternehmen. Nach ettlichen Bewerbungen hab ich es nun aufgegeben und habe ohne Mist, genau die selben Gedanken bekommen wie in den 8 Gründen. Aber ganz genau! Wie ich das gelesen habe wurde mir richtig ein Spiegel vorgehalten. Seine Ängste und Gedanken so genau zu lesen war ein seltsames Gefühl. Das noch andere die selben Sorgen und Gedanken haben hat mich sogar etwas beruhigt (geteiltes leid und so…).
    Doch der Schluss hat mich wieder etwas ermutigt, mich doch etwas zu trauen. Außer das mit dem Studium xD da ist der Zug bereits abgefahren. Zeitlich und finanziell unmachbar. Ich weiß ich werd meinen Traumberuf nie ausüben können aber der Schritt etwas neues zu wagen möchte ich nun doch wieder versuchen.
    Und wenn es schlimmer wird, dann wird eben wieder gewechselt.

    Toller Beitrag :) und an all die Meckerer hier, lest mal bis zum Schluss ihr hirnis!

  17. Ich muss zugeben, am Anfang war ich verblüfft von so viel Pessimismus aber die Idee dahinter ist gut. Schade, dass manche offensichtlich nicht fertig gelesen haben. Ich bin zwar kein klassischer „Umsteiger“, da ich in meinem erlernten Beruf nie gearbeitet habe, aber die Entscheidung einen neuen Beruf zu ergreifen viel mir trotzdem nicht leicht. Irgendwie erscheint es einem so unwirklich, so weit weg, eh nicht machbar, die Schule zu lange her, das Arbeitsleben so normal. Es kam mir zwar manchmal kurz in den Sinn aber irgendwie habe ich es immer gleich beiseite gewischt, weil ‚es ja eh nicht geht‘. Wer macht schon zwei Ausbildungen?

    Irgendwann hat es dann angefangen zu rattern … Wieso eigentlich nicht? Aber wie und Was?? Einfach ausprobieren ist nicht mehr, es muss sofort sitzen. Das erhöht den Druck sehr, dazu die Frage nach der Finanzierung. Tja, letzten Monat habe ich den Vertrag unterschrieben und trotzdem ist das Thema noch nicht abgehakt für mich, weil bis ich fertig bin, bin ich 30. Irgendwie erschreckend, die Vorstellung. Ob es die Richtige Entscheidung war, weiß ich auch erst, wenn es dann im Sommer losgeht. Ich hoffe es.

    Allen anderen wünsch ich viel Mut ! Manchmal hilft es, sich mal richtig fallen zu lassen und ganz abzuschalten, mal tief in sich gehen und natürlich über Berufe informieren ohne Ende. Ein Risiko ist es irgendwie immer, aber ich versuche mir zu sagen, dass ich für mich selbst lerne und nicht für eine Karriere. Dazulernen kann man immer etwas, selbst wenn es dann ein Reinfall wird, war die Zeit und Mühe nicht umsonst und wer weiß, was sich erst dadurch dann wieder Neues ergibt?
    Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! ;)

  18. Gefahr! Die Spuren von Ironie haben bei mir eine akute Reaktion ausgelöst! Ich bekomme mein inneres Grinsen nicht mehr weg und muss nun wieder mit einem Lächeln an meinen Arbeitsplatz zurück. Danke für die Vorwarnung, Herr Slaghuis ;-)
    Und danke für diesen Artikel!

  19. Alles schön und gut und Herr Dr. Bernd Slaghuis hat den Artikel sehr gut geschrieben.
    Aber die Situation ist doch so: In der heutigen Welt, speziell in Deutschland, muss man wenn man das machen möchte was man liebt in erster Linie zwei Dinge haben :
    Glück und Studium, manchmal auch Vitamn B.
    Ist eben so! Ich z.B. bin Ende 40 und stamme aus einer Zeit wo Abi+Studium noch nicht so unerläßlich waren wie heute und ganz ehrlich: ich habe mit fast 50 auch keine Lust mehr das alles nachzuholen, alleine schon wegen der Kosten und der fehlenden Zeit. Denn „JA“ auch ich MUSS Geld verdienen um meine Rechnungen bezahlen und meine Familie ernähren zu können.
    Was meinen Berufswunsch seit Kindestagen bis heute angeht:
    Ich bin z.B. ein riesen Sport- und Fußball-Fan. Da mein mittelmässiges Talent es leider nicht erlaubte millionenschwerer Fußball-Profi zu werden, wäre es für mich immer schon das Größte gewesen dann zumindest im Bereich Sport organisatorisch zu arbeiten, zum Beispiel bei einem TV-Sender wie Sky oder als Außendienstmitarbieter für die großen renommierten Marken wie Adidas + Co. Aber ohne Studium und ohne jegliche Erfahrung in dem Bereich kommt man dort gar nicht erst ran (habt ihr Euch mal deren Stellenausschreibungen angesehen?)!
    Fazit: Null Chance, Thema erledigt. Also kann ich mich als gelernter Großhandelskaufmann (was auch nie mein Traum war) bis zur Rente mit Jobs als kaufmännischer Mitarbeiter oder Sachbearbeiter zufrieden geben in Branchen die mich nahezu nicht interessieren. Schlimmer noch: Nichtmal die Jobs kriegt man, weil man mittlerweile durch Familie, entsprechenden Lebensstandard und Kosten für Haus usw. eben nun mal einiges mehr verdienen muss wie jemand der Single, 24 Jahre alt ist und in einer WG wohnt.
    Bewerbe ich mich aber auf Jobs wo man mehr verdient fehlen mir wieder das Studium und die gewünschte Berufserfahrung in der Branche (was oft Unfug ist da man sich eh immer überall neu einarbeiten muss und wenn man Bock auf etwas hat ist auch die nötige Motivation da – meine Meinung). Es ist im Zeitalter des Internet und der sozialen Medien ja immer schön wenn vorwiegend junge Leute dann „ach so toll“ erklären dass sie ja tagsüber über durch Network-Marketing und Empfehlungsprogramme mit täglich einer Stunde Arbeit so viel Geld verdienen und die restliche Zeit im Fitnessstudio oder im Cafe sind, genauso nerven aber auch solche Unternehmen die „Über-Heroes-die alles-können-ach ja und nicht älter als 25 bitte“ suchen für Jobs die nahezu jeder nach einer entsprechenden Einarbeitung machen könnte.
    Irgendwie war das alles früher schöner. Mein Kind ist quasi jetzt schon gezwungen Abi +Studium zu machen um dann erst einmal nur in einen grossen Topf mit Millionen anderen Studenten zu gelangen. Und das sind nahezu alle die zwischen 18-28 sind.
    Oder habt Ihr schon mal bei Günther Jauchs Show Wer wird Millionär gesehen das da einer sitzt der sagt: „Ich bin Dachdecker“…nein die Niklas, Lea und Cordulas dieser Welt …ALLE studieren!
    Als ich so jung war hätte ich gar nicht das Geld gehabt zu studieren, da geht es dann wieder um die Chancengleichheit der Schichten, ein anderes Thema.
    Naja ist eben so und sorry – ich musste das jetzt einfach mal loswerden da mir viele Sachen im Internet („Du kannst alles werden wenn Du nur willst“)
    und speziell die Anforderungen in Stellenausschreibungen von Firmen mächtig auf den Keks gehen.

    1. Hallo Kai,
      dein Kommentar ist schon ein Weilchen her. Kann dir hier aber absolut zustimmen und sehe es genauso. Ab einem bestimmten Alter hat man sich sein Leben „aufgebaut“ und kann nicht riskieren alles aufs Spiel zu setzen. Das geht nur wenn man den uneingeschränkten Rückhalt eines Partners hat der so eine Entscheidung unterstützt das Leben einmal umzukrempeln. Dies hat finanzielle Auwirkungen und auch zeitliche…. da hängt oftmals eine ganze Familienplanung/entscheidung dran inkl. Veränderungen alle Familienmitglieder. Das muss man sich schon gut überlegen….. ich habe nach 22 Jahren meinen Job aufgrund Einsparnisse verloren bzw. aufgeben müssen und mit Mitte 40 hat es mir den Boden unter den Füßen weggezogen und ist schwierig noch dazu in einem ausgestorbenen Gewerbe, auch als Quereinsteiger wieder Fuss zu fassen.

  20. Der Artikel beschreibt alle Gedankengänge, die ich noch bis vor ein paar Jahren hatte. In jungen Jahren bin ich leider vom Pfad der Tugend abgekommen und so ergab es sich, dass ich auch mit Mitte 30 keine abgeschlossene Berufsausbildung hatte. Zwischen meinem 27. und 34. Lebensjahr habe ich als Quereinsteigerin in Anwaltskanzleien gearbeitet. Dort war ich immer unglücklich, weil ich mich erstens von Natur aus nicht unterordnen kann und mich zweitens immer ausgenutzt gefühlt habe. Ich befand mich (in meinem Kopf) in einer Sackgasse. In der letzten Kanzlei bestand ich die Probezeit wegen meines rebellischen Wesens nicht. Das war das größte Glück, das mir widerfahren konnte!
    Das Arbeitsamt bot mir nach der Analyse meines Lebenslaufs eine Umschulung zur Informatikerin an. Ich habe kurz gezögert, aber schließlich angenommen. Ich war fast 35 zu dem Zeitpunkt (2015).
    In nur 24 Monaten musste ich den Inhalt einer regulären Ausbildungszeit von 3 Jahren irgendwie über die Bühne bringen – Ich habe noch nie zuvor auch nur eine Zeile programmiert!
    Ich habe die zwei Jahre fast ausschließlich in völliger Verzweiflung verbracht. Manchmal habe ich (daheim, beim Üben) so sehr geschluchzt, dass ich den Bildschirm nur noch durch einen Schleier aus Tränen sehen konnte. ;)
    Aber ich hab’s trotzdem durchgezogen und auch geschafft. Aufgeben war nie eine Option. Es wäre mir auch nie eingefallen, an die genannten Punkte im Artikel zu denken – z.B. dass junge tatkräftige Studenten mit 1,0 Master-Abschluss bessere Chancen haben als ich. Wenn ich so gedacht hätte, hätte ich sofort aufgegeben.
    Nachdem ich endlich mein nicht gerade überragendes Zeugnis in den Händen hielt, habe ich mich beworben und schon die zweite Firma hat mich genommen! Dort bin ich immer noch. Ich darf der Rebell sein der ich bin (sie sagen sogar, sie brauchen das ;) ), und ich entwickle Software für namhafte Firmen. Ich verdiene wirklich gut und fühle mich fachlich und menschlich sehr respektiert. Irgendwann werde ich aber dennoch den nächsten Schritt in Angriff nehmen und mich selbstständig machen.
    Das Allerwichtigste, was ich in dieser sehr schweren, aber rückblickend auch schönen Ausbildungszeit gelernt habe ist, dass Zweifel Gift sind. Man muss lernen, den Kopf quasi auszuschalten und dann sein Ding durchziehen.
    Und man darf sich nicht vor seinem eigenen Lebenslauf fürchten. Ich musste meinen Lebenslauf schon immer erklären, bei jedem neuen Job – die vielen Branchen, die abgebrochenen Studiengänge, schlechte Noten, etc. Aber mit den Jahren habe ich gelernt, ihn bei Vorstellungsgesprächen schlüssig zu erklären, und ich werde mittlerweile nicht mal nervös dabei.
    Mein Sprung ins Unbekannte wurde maximal belohnt.
    Daher wünsche ich jedem, der den Neustart wagt, viel Kraft und Durchhaltevermögen!

  21. Wow, dieser Artikel trifft bei vielen Leser sicherlich voll ins Schwarze. Was den meisten Leute (auch mir) sicherlich am schwersten fällt, ist die eigenen Gedanken zu ändern bzw. sich an einen Situation anzupassen wenn diese nicht zu ändern ist.
    Ich, glücklicher Familienvater mit fast 40 bin der Situation entsprungen. Da meine Frau ein ausreichendes Einkommen hat, hab ich die Möglichkeit ergriffen und bin für 2 Jahre in Elternzeit zu gehen. Jetzt absolviere ich (neben Kinderbereuung und Haushalt) ein Fernstudium zum Bachelor! Natürlich lernt es sich im Alter nicht mehr so leicht wie mit 20, jedoch stimmt mich mein derzeitiger Notenschnitt von 1,5 sehr positiv. Somit bereue ich den Schitt noch in keiner Weise!
    Klar ist auch, um sich im mittleren Alter beruflich zu verändern gehört zum Mut vor allem der Rückhalt der Familie sowie die nötigen finanziellen Mittel! Sollte dies jedoch gegeben sein, kann ich den Schritt nur jedem, der schön länger darüber nachdenkt, empfehlen.

  22. Auch wenn der Artikel an vielen Stellen eindeutig übertrieben und provokant geschrieben ist, ist er alles andere als gut oder hilfreich.
    Sie hatten mit ihrer Berufswahl vielleicht Glück, aber es gibt sehr viele, denen es nicht so geht und die Zuspruch und Mut für den neuen Weg brauchen könnten.
    Stattdessen gibt’s eine mehr auf den Deckel und Pessimismus pur. Was hat das mit wirkungsvoller und gesunder Führung zu tun??

    1. Hallo Tim,
      mit Führung hat dieser Beitrag tatsächlich nichts zu tun, habe ich aber auch nicht behauptet. Hast Du den Beitrag bis zum Ende gelesen? Denn als „Pessimismus pur“ empfinde ich es nicht – ganz im Gegenteil weiß ich, dass dieser Beitrag sehr vielen Lesern Mut macht. Halt eine Frage der persönlichen Perspektive.
      Viele Grüße
      Bernd

  23. :´) oh man- sehr interessant und teilweise unterhaltsam, wie so mancher Leser auf diesen Beitrag reagiert.
    Ich persönlich kann mich ja an solch ironischen Texten erfreuen- obwohl es hier ja schon ehr offensichtlich war, worauf es hinausläuft. Trotzdem gut :-)

    Ich befinde mich zur Zeit auch in einer Neuorientieungsphase – und hab keinen blassen Schimmer was es werden soll.
    Ehrlich gesagt wusste ich das noch nie. Die Frage „was willst du mal werden“ ging mir schon in der 8. Klasse voll auf die Nerven… woher zum Teufel sollte ich das wissen?!
    Ich wusste nur was ich nicht will- nichts mit Computern, nichts im Büro- (soll ja auch schon was wert sein^^).
    Nach meinem Realschulabschluss setzte ich mich dann ans Abitur, welches ich allerdings aus Jugendlichem Leichtsinn wieder abgebrochen habe.
    Ich begab mich dann auf Praktikumssuche und entdeckte einen Friseursalon. Gut, dachte ich- was kreatives mit Menschen- könnte passen. Hat es vorerst auch. Tollen Abschluss hingelegt, sechs weitere Jahre dort mit tollem Team gearbeitet.
    Leider war die Inhaberin katastrophal und so ging eine nach der anderen Kollegin und ich war die Blöde, die sich durch ihre Angst vor Veränderung dort noch weiter fertig gemacht hat. Bis es eskalierte. Ich hatte so die Schnauze voll und keinen Bock mehr überhaupt wieder für irgendeinen Friseur zu arbeiten. In meinem Trotz, begann ich eine Meisterausbildung im 10 Wochen Crash-Kurs. Das ging leider nicht ganz so optimal aus: Nur 3 von 4 Teilen der Prüfungen bestanden, psychisch komplett kaputt und keinen Meister. Immerhin hab ich die Berufs- und arbeitpädagogische Ausbilder-Eignung und bin geprüfte Fachfrau für Betriebsführung… das hätte ich auch billiger haben können. Aber gut. Schlimmer ist, das ich mittendrin festgestellt habe, das ich mich gar nicht wirklich als Friseurin selbstständig machen will. Selbst schon- aber STÄNDIG? War mir alles zu viel. Hab alles hingeworfen. Wollte gar nix mehr mit Friseur zu tun haben.
    Aber was dann? Kinder, dachte ich, dass wär doch was. Ist sinnvoll und macht bestimmt Spaß.
    Nach einer Woche Praktikum im Hort einer Grundschule (das war echt toll) begann ich den BFD in einem Kindergarten. Das mache ich jetzt seit einem Jahr. Und liebe Leute- ich weiß jetzt, das Erzieherin auch nicht meins ist ^^… ich muss echt selber lachen wenn ich lese was ich hier schreibe… was ist da nur los !?
    Wie auch immer, ich darf jedenfalls nicht wieder bei einer Sache halbherzig hängen bleiben nur aus Angst es könnte noch schlimmer kommen. Ich hab keine Igel zu kämmen- ich probier mich jetzt einfach noch weiter aus… mit meinen 31 Jahren ^^

  24. Der Artikel ist von Arroganz nicht zu übertreffen. Herzlichen Glückwunsch, dass sie sich in jungen Jahren (als man sich selbst noch nicht so gut kannte) für den richtigen Job entschieden haben.
    In Anbetracht der Tatsache, dass sie hier JEDEN mit ihrem Artikel zum Weitermachen animieren, obwohl der Job der ganz falsche Weg ist, finde ich eher, dass Sie ihren Job als Coach verfehlt haben.
    Es ist kein leichter Weg sich in reiferen Jahren nicht noch einmal umzuorientieren, aber es ist niemals unmöglich.
    Vielen Dank für ihre negativen und zerstörenden Worte!

    1. Hallo Elsa Winter,
      schade, dass Sie meinen roten „Warnhinweis“ und auch die „Richtigstellung“ übersehen haben sowie den Beitrag offensichtlich auch nicht ganz gelesen haben. Alles Gute für Ihre Neuorientierung – und das meine ich ernst.
      Viele Grüße, Bernd Slaghuis

  25. Hallo,
    Mich hat der Blog leider nicht motiviert. Habe den ersten Teil gelesen und jedes Mal gedacht… „genau so ist es…“ Dann kam der Richtungswechsel im Text, aber durch die Negativität des oberen Teils, leider zu spät. Ich bin weiblich, werde 54 , bin in Festanstellung in einer Führungsposition und in einer Umorientierungsphase.
    Ich denke nicht, dass ich nochmal von vorne anfangen kann. Soll ich eine dreijährige Ausbildung machen als z.B. als Kinderkrankenpflegerin (was mir sicher Spaß und mehr Erfüllung verschaffen würde) und dann? Mit 57 noch ein paar Jahre arbeiten??
    Mal ganz ehrlich, ok ich verstehe, sie brauchen als Coach auch ein Klientel, aber die meisten Menschen schaffen die Umorientierung nur aufgrund eines Schicksalschlages. Entweder wurde ihnen gekündigt und sie MÜSSEN was Neues ausprobieren, oder sie wurden krank etc. Alles andere macht tatsächlich wenig Sinn irgendwann.

    1. Hallo Sophia,
      schade, dass Sie der Beitrag nicht motiviert hat. Wenn Sie der Meinung sind, es müsse erst ein „Schicksalsschlag“ eintreten, um etwas zu verändern, dann lese ich daraus, dass Sie sich aktuell noch dafür entschieden haben, das Belastende auszuhalten, statt als Gestalterin Ihres Lebens aktiv zu werden. Dies ist der Unterschied zu meinen Klienten, die mit mir gemeinsam an ihren nächsten Schritten im Beruf arbeiten möchten – und diesen Beitrag als motivierend empfinden.
      Ich wünsche Ihnen alles Gute!
      Bernd Slaghuis

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