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Jobwechsel: Das Klappt Doch Eh Nicht! Die 5 Beliebtesten Totschlagargumente

Jobwechsel: Das klappt doch eh nicht! Die 5 beliebtesten Totschlagargumente

Sie schieben schon lange Zeit Frust im Beruf und sehnen sich nach einem neuen Job mit spannenden Aufgaben, netten Kollegen und vorbildlichem Chef? Doch sobald Sie sich ernsthaft mit einem Jobwechsel beschäftigen, Stellenausschreibungen sichten oder mit einer Bewerbung liebäugeln, fallen Ihnen reichlich Argumente ein, warum ausgerechnet Sie eh keine Chance haben? Hier sind die fünf häufigsten Gründe, die ich im Coaching von Bewerbern regelmäßig höre, warum ein Jobwechsel bei ihnen niemals funktionieren wird. Es ist Ihre Entscheidung, ob Sie an solche Totschlagargumente glauben und nichts tun oder ob Sie an sich und Ihre Stärken glauben und etwas verändern. Machen Sie den Test, welche meiner jeweils zwei Perspektiven besser zu Ihrer momentanen Denkweise passt:

1. Es gibt immer Bewerber, die besser geeignet sind.

Ja, klar! Es gibt ganz sicher irgendwo auf dieser Welt jemanden, der klüger, schneller, besser, erfahrener, flexibler oder was auch immer ist, als Sie es sind. Ihr mangelndes Fachwissen, ein falsches Studium oder Ihre fehlende Erfahrung in der Branche, die Sie jetzt reizt, werden Sie jedes Mal maximal zum Zweitplatzierten Bewerber machen. Den Kampf gegen andere Jobwechsler können Sie nur verlieren. Also lassen Sie es am besten gleich und machen Sie weiter wie bisher.

Oder …

Nein, Blödsinn! Ihr Fachwissen und Ihre Berufs- oder Branchenerfahrungen reichen aus, um zu Vorstellungsgesprächen eingeladen zu werden. Sie wissen, was Sie können und wenn Sie sich selbst diese Aufgabe zutrauen und Lust darauf haben, dann bewerben Sie sich – und zwar unabhängig davon, welche Anforderungen aus der Stellenausschreibung Sie (nicht) erfüllen. Schließlich wissen manche Arbeitgeber gar nicht so genau, wen sie wirklich suchen. Vielleicht können Sie sogar mit Ihrer persönlichen Art punkten und am Ende ist es völlig egal, ob Sie fünf oder acht Jahre Berufserfahrung vorweisen können oder Sie Germanistik statt BWL studiert haben. Sie wissen selbst, wie großartig Sie wirklich sind und brauchen sich nicht mit anderen Bewerbern zu messen.

2. Es geht heute doch bei jedem Arbeitgeber gleich zu.

Ja, klar! Sie werden immer Kollegen haben, mit denen Sie nicht auf einer Wellenlänge sind. Sie werden immer einen Chef haben, der Ihnen sagen darf, wo es langgeht. Sie werden sich immer an Regeln und Vorgaben halten müssen. Jedes Unternehmen steht heute unter hohem Wettbewerbs-, Kosten- und Veränderungsdruck und den 100-prozentig sicheren Arbeitsplatz werden Sie nirgendwo finden. Schätzen Sie lieber wert, was Sie heute bei Ihrem Arbeitgeber alles Gutes haben, denn wer weiß, ob mit dem Jobwechsel nicht alles noch viel grausamer wird.

Oder …

Nein, Blödsinn! Es wird irgendeinen Arbeitgeber auf dieser Welt in Ihrer Region geben, bei dem Sie sich wohler und im Team besser aufgehoben fühlen als heute. Es gibt sie, die Arbeitgeber, denen die Zufriedenheit und Gesundheit ihrer Mitarbeiter am Herzen liegt. Und es gibt auch solche Chefs, die die Arbeit und Stärken ihrer Mitarbeiter wertschätzen und echt daran interessiert sind, dass ihr Team gemeinsam einen guten Job macht. Machen Sie sich bewusst, was Ihren neuen von Ihrem jetzigen Arbeitgeber unterscheiden soll und was Sie benötigen, um in Ihrem neuen Job motiviert und gesund zu bleiben. Denn sobald Sie selbst wissen, was Ihnen wichtig ist und wonach Sie suchen, werden Sie dies finden und können zudem Ihre Motivation im Bewerbungsgespräch glaubhaft vermitteln.

3. Ich werde niemals meine wahre Berufung finden.

Ja, klar! Wie auch! So viele Berufstätige suchen ihr Leben lang nach diesem einem Job, der sie wirklich erfüllt. Und womöglich gehören Sie auch zu denjenigen, die überhaupt nicht wissen können, wofür sie wirklich berufen sind. Denn Sie interessieren sich für viele Themen und sind eher der Generalist statt Spezialist. Während andere immer davon geträumt haben, Arzt oder Weltverbesserer zu werden, war es Ihnen bis jetzt vor allem wichtig, sich nicht festzulegen. Also, bewerben Sie sich bloß nicht auf zweitklassige Stellen, vielleicht läuft Ihnen die ultimative Berufung ja schon morgen über den Weg.

Oder …

Nein, Blödsinn! Sie werden eine Stelle finden, die Sie so richtig erfüllt und jeden Morgen mit einem Lächeln aufstehen lässt. Schließlich wissen Sie sehr genau, was Ihnen wirklich wichtig im Beruf ist und auch, in welcher Arbeitsumgebung Sie sich pudelwohl fühlen. Sie wissen, mit welchen Kollegen Sie gut zurechtkommen und haben eine Vorstellung von Ihrem idealen Chef. Sie haben ein Gefühl dafür, mit welchen Produkten oder Dienstleistungen Sie sich identifizieren können und was einen Arbeitgeber ausmacht, der zu Ihnen passt. Angenommen, Sie finden eine Stelle, in der diese Dinge weitgehend erfüllt sind, wie wichtig ist dann noch diese eine Berufung?

4. Ich bin über 40 und habe keine Chance mehr.

Ja, klar! Die nächsten 20 Jahre werden Sie bei ein und demselben Arbeitgeber verbringen müssen. Wenn Sie bis jetzt keine Karriere gemacht haben, dann ist der Zug abgefahren, denn spätestens ab 50 geht es für Sie aufs Abstellgleis. Warten auf die Rente. Wenn, dann suchen Sie sich jetzt einen ruhigen Job mit netten Kollegen, damit Sie wenigstens noch etwas Spaß haben, wenn schon fachlich Stillstand herrscht. Sollten Sie es in diesem Alter doch noch schaffen zu wechseln, dann ist dies Ihre letzte Chance. Nutzen Sie sie und nisten Sie sich dort ein, wo Sie es ganz sicher bis zur Rente aushalten werden.

Oder …

Nein, Blödsinn! Gerade Sie als alter Hase besitzen viele Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt. Sie sind zwar teurer als der junge Hüpfer mit Bachelor Abschluss, doch Ihre Berufserfahrung ist so viel mehr wert als das Stück Papier von der Uni. Sie wissen, was im Job wirklich zählt. Sie können gut Entscheidungen treffen und so schnell macht Ihnen niemand mehr etwas vor. Sie wissen, was Sie wollen, kennen Ihren Marktwert und können gezielt nach spannenden Stellen für Berufserfahrene suchen. Sie freuen sich auf Weiterentwicklung, möchten Neues lernen und alles das Sinn stiftend einbringen, was Sie gut können. Denn schließlich sind Sie im besten Alter, um gelassen in eine gute berufliche Zukunft zu blicken.

5. Wenn ich die Probezeit nicht überstehe, ist mein Lebenslauf ruiniert.

Ja, klar! Jeder Jobwechsel ist riskant. So angenehm die Vorstellungsgespräche auch waren, die Wahrheit zeigt sich am ersten Arbeitstag. Die super netten Kollegen zeigen bereits nach einer Woche ihr wahres Gesicht und fahren alle Geschütze gegen Sie auf. Und die Aufgaben sind auch so ganz anders als versprochen. Wenn Sie nach so einem Jobwechsel nicht mindestens zwei Jahre durchhalten, wird Ihr Lebenslauf für immer verschandelt sein. Bei jedem Vorstellungsgespräch werden Sie erklären müssen, wie es dazu kommen konnte – und ein erneuter Wechsel nach so kurzer Zeit ist fast unmöglich.

Oder …

Nein, Blödsinn! Wie kommen Sie überhaupt darauf, dass Sie die Probezeit nicht überstehen? Schließlich führen Sie vorher mehrere Gespräche mit Ihrem neuen Arbeitgeber und können recht gut beurteilen, ob es inhaltlich und persönlich passt. Sie stellen alle Fragen, die vor der Unterschrift des Arbeitsvertrages für Sie wichtig sind. Sie können sich mit den Produkten identifizieren und Sie glauben, dass dieser Arbeitgeber in den nächsten Jahren gut zu Ihnen passt. Und falls Sie oder Ihr Chef innerhalb der ersten Monate doch zu der Gewissheit gelangen, dass es besser ist, getrennte Wege zu gehen, ist dies kein Schandfleck in Ihrem Lebenslauf, sondern die rechtzeitige Erkenntnis, dass dieser Job Sie auf Dauer unzufrieden und vielleicht sogar krank gemacht hätte.

Sind Sie noch Totschlagargumente-Sucher oder schon Gestalter Ihres Lebens?


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Kommen Ihnen diese oder andere Argumente gegen einen angestrebten Jobwechsel bekannt vor? Was ist es, das Sie bisher davon abhält, als Bewerber aktiv zu werden oder wie haben Sie es geschafft? Schreiben Sie über Ihre Erfahrungen unten in den Kommentaren.

(Titelbild: 123rf.com, #47013353, studiograndouest)

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Dr. Bernd Slaghuis

Ich arbeite als Karriere- und Business-Coach in Köln und habe mich auf Themen rund um die Karriereplanung und berufliche Neuorientierung spezialisiert. Mit Bewerbern arbeite ich an ihrer Bewerbungsstrategie, der Optimierung ihrer Unterlagen sowie der Vorbereitung auf Gespräche. Führungskräfte unterstütze ich, zu einer gesunden Grundhaltung zu finden. Ich halte Vorträge, gebe Seminare, moderierere Workshops und schreibe außerhalb dieses Blogs für diverse Karriere- und Management-Magazine.

Dieser Beitrag hat 7 Kommentare
  1. Nach meiner eigenen Erfahrung ist es ganz einfach. Solange ich noch Argumente gegen den Wechses finde und diese akzeptiere, solange bin ich noch nicht bereit für einen Wechsel.
    Erst muss ich meinen inneren Wechsel vollziehen, dann kommt der Arbeitgeberwechsel von allein.

    Das größte Hindernis ist nach meiner Erfahrung eher, dass ich mir mit zunehmenden Alter einen gewissen Lebensstandard, Besitzstand und nicht zuletzt auch Verpflichtungen (finanziell und sozial) erarbeitet habe. Diesen setze ich natürlich auf die Karte Job-Wechsel. Wenn es also schief geht, kann ich davon ausgehen, dass ich diese nach spätestens einem Jahr (Ablauf des Arbeitslosengeldanspruch) mit großen Schritten verlieren werden. -Da wird spätestens die BAA und die Zahlungsverpflichtungen für sorgen.-

    Somit nimmt die Zeit bis zum entscheidenden Schritt mit zunehmenden Alter, Höhe des Besitzstandes und den finanziellen/sozialen Verpflichtungen zu. Nicht jeder wird bereit sein alles aufs Spiel zu setzen. Da quält man sich dann lieber weiter und hofft im Geheimen, dass es eine Änderung von Außen (Versetzung, neue Mitarbeiter, Veränderung des Arbeitgebers, Kündigung durch den Arbeitgeber) gibt.

    Dafür habe ich vollstes Verständniss.

    1. Hallo Herr Ende,
      das stimmt. Ich beobachte jedoch auch bei vielen Berufseinsteigern, dass ihnen heute ebenfalls Sicherheit sehr wichtig ist und sie sich sehr genau überlegen, eine Stelle aufzugeben. Ich finde es wichtig, die eigenen Restriktionen (Lebensstandard, finanzielle Verpflichtungen etc.) ganz klar zu kennen, doch sie sollten nicht dazu dienen, solche Totschlagargumente wie oben genannt zu untermauern.
      Viele Grüße
      Bernd Slaghuis

  2. „Gerade Sie als alter Hase besitzen viele Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt. Sie sind zwar teurer als der junge Hüpfer mit Bachelor Abschluss, doch Ihre Berufserfahrung ist so viel mehr wert als das Stück Papier von der Uni.“

    Und da sind wir bei einem Kernproblem: Die Konditionen. Sehr viele Firmen sind nicht bereit, das Mehr an Berufserfahrung auch angemessen zu honorieren. Nicht jeder möchte oder kann nun mal im florierenden IT-Bereich arbeiten. Ich erlebe derzeit bei vielen Bewerbungen (ungekündigt) ein regelrechtes Lohndumping. Jede meiner Bewerbungen resultiert in einer Einladung zur Vorstellung. Insbesondere kleinere Firmen wollten mir teilweise aber nur 13 € Brutto als Stundenlohn andrehen. Als erfahrener Ingenieur mit regelmäßiger Fortbildung, PM- und IT-Wissen! In großen Firmen geben sich die Ingenieurbewerber die Klinke in die Hand. Nix von Fachkräftemangel zu sehen. Auch die Befristung ist vielfach immer noch ein Thema. Die meisten Stellenausschreibungen kommen derzeit übrigens von Personaldienstleistern.

    Nach meiner Erkenntnis mangelt es derzeit in vielen Branchen an vernünftiger Entlohnung. Qualifizierung ist aus meiner Erfahrung weniger ein Problem. Viele sind sogar überqualifiziert wie eine neuere Studie zeigt. Der Boom an Weiterbildungsanbietern und Business-Coachs ist hingegen sehr auffallend und verdächtig.

    Was raten Sie Betroffenen? Ich höre viele ähnliche Fälle im Bekanntenkreis. Alles gut qualifizierte Leute und sicher nicht auf den Kopf gefallen.

    1. Hallo Berthold,
      ich rate Betroffenen, gezielt nach solchen Stellen zu suchen, in der die Berufserfahrung einen hohen Wert hat. Wir überlegen im Coaching gemeinsam, welche vorhandenen Erfahrungen und Kompetenzen dies sein können und in welchem Arbeitsumfeld und bei welchen Arbeitgebern die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass sie gefragt sind – und auch vergütet werden.
      Viele Grüße
      Bernd Slaghuis

  3. Nein, Blödsinn! Gerade Sie als alter Hase besitzen viele Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt. Sie sind zwar teurer als der junge Hüpfer mit Bachelor Abschluss, doch Ihre Berufserfahrung ist so viel mehr wert als das Stück Papier von der Uni. Sie wissen, was im Job wirklich zählt……

    Tut mir leid – aber das ist nach meinen Erfahrungen ein reiner Wunschgedanke……

    1. Ein Wunschgedanke, dass Sie wissen, was wirklich zählt? ;-) … Nein, sobald Sie diese Erkenntnis für sich selbst gewinnen und wertschätzen können, was Ihre Berufserfahrung tatsächlich (auch im Vergleich zum puren Bachelor-Abschluss) wert ist, haben Sie gute Karten. Vorausgesetzt, Sie bewerben sich nicht auf Stellen für Berufseinsteiger.

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