Bewerber, die Zeit der Bittsteller ist vorbei

Manche Arbeitgeber erhalten heute auf ihre Stellenausschreibungen exakt null Bewerbungen, wohingegen IT-Experten täglich mit Jobangeboten von Headhuntern überschüttet werden. Die Anzahl der offenen Stellen liegt deutlich über dem Niveau vor Corona und der Arbeitsmarkt ist in großen Teilen zum Arbeitnehmermarkt geworden. Doch die neue Stärke der Wechselbereiten ist in den Köpfen vieler Bewerberinnen und Bewerber noch nicht angekommen. Warum die Zeit der Bittsteller vorbei ist und was jetzt eine gute Haltung im Gespräch mit potenziellen Arbeitgebern auszeichnet.

Hohe Wechselbereitschaft trifft auf viele offene Stellen

Arbeitgeber buhlen aktuell um die besten Talente und versprechen Wechselwilligen das Blaue vom Himmel, inklusive Wasser-Flatrate, Bügelservice und Kinderbetreuung. Dort, wo besonders starker Mangel an Fachkräften herrscht, klingen die Angebote mehr nach schönstem Feelgood im besten Team, statt nach abhängiger Lohnarbeit.

Stand März 2022 waren der Bundesagentur für Arbeit rund 840 Tsd. offene Stellen gemeldet, ein Zuwachs von 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Quelle: Statista). Welchen Einfluss die hohe Inflationsrate sowie die infolge des Ukraine-Kriegs deutlich gesunkenen Prognosen für das Wirtschaftswachstum auf das Angebot an offenen Stellen haben werden, bleibt abzuwarten.

Statistik offene Stellen Bundesagentur für Arbeit 3-2022

Gleichzeitig ist die Wechselbereitschaft auf Arbeitnehmerseite spätestens seit Jahresbeginn und nach zwei Jahren Durchhalten im Corona-Homeoffice wieder deutlich gestiegen. Laut einer Studie von XING denken aktuell 37 Prozent über einen baldigen Jobwechsel nach, in der Gruppe der 30- bis 39-jährigen ist es sogar jeder Zweite. Ebenfalls ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr.

XING Forsa Studie Wechselbereitschaft 2022

Man könnte meinen, dass das Zusammentreffen dieser Entwicklungen doch eigentlich die besten Voraussetzungen für beide Seiten sind, schnell und leicht fündig zu werden. Doch viele Bewerberinnen und Bewerber sind weiterhin so sehr im verkrampft ängstlichen Bittsteller-Modus unterwegs, dass sie es sich selbst sowie auch Recruitern schwer machen, einander gut zu finden.

Auf der anderen Seite machen es auch viele Arbeitgeber mit nichtssagenden Stellenausschreibungen, der unsinnig frühen Frage nach der Gehaltsvorstellung, Selbstpräsentationen per Selfie-Video oder schlicht schlecht programmierten Bewerbermanagement-Systemen Interessenten schwer, mit ihnen Kontakt aufzunehmen – doch dies ist eine andere Baustelle.

Bittsteller-Bewerber: Lieber Arbeitgeber, erhöre mich und lass‘ mich dich überzeugen

Vielen Dank im Voraus, dass Sie meine Bewerbung berücksichtigt haben.“ und „Gerne überzeuge ich Sie im persönlichen Gespräch von meinen Kompetenzen.“ lese ich immer wieder in Anschreiben. Im Coaching diskutieren wir, wie selbst die winzigste Lücke im Lebenslauf noch glaubwürdiger unauffällig kaschiert werden kann oder ob das vor zwanzig Jahren abgebrochene Studium zum sicheren K.O. in der ersten Runde führen wird.

Mein Motto „Bewerber, zeigt Kante!“ kommt vielen Jobwechslern nach wie vor extrem suspekt und gefährlich vor – schließlich glauben sie gelernt zu haben, dass ein neuer Arbeitgeber nicht zu viel von ihnen erfahren sollte. „Kann ich wirklich sagen, dass mir zuletzt langweilig geworden ist?“ oder „Ich erfülle die Anforderungen in der Stellenausschreibung nicht zu 100 Prozent – darf ich mich trotzdem darauf bewerben?“ sind Fragen, die mir in fast jedem Bewerbungscoaching gestellt werden. Wer mir hier schon länger folgt, kann sich meine Antworten denken ;)

Ich frage mich, was noch alles geschehen muss – und wenn nicht jetzt, wann dann? –  damit Jobwechsler Arbeitgebern und ihren Recruitern gelassener und selbstbewusster begegnen. Wie kommt es, dass diese Haltung als unterwürfiger Bittsteller immer noch so fest bei vielen Bewerbenden im Kopf verankert ist? Dies ist übrigens keine Frage von Alter, Geschlecht, Position oder Berufserfahrung – die 23-jährige Berufseinsteigerin stellt mir gleich verunsichert die Fragen zu den klassischen Dos and Dont’s im Bewerbungsprozess, wie auch der Manager mit Mitte 50. Ihre Prüfungsangst ist stärker als die Lust, Neues zu entdecken.

Arbeitgeber suchen gute Kollegen, keine Bittsteller

Lerne ich die Menschen hinter einer Bewerbung im Coaching näher kennen, dann sitzen mir spannende Persönlichkeiten oft mit reichlich Lebens- und Berufserfahrung gegenüber. Sie haben wahnsinnig viel gesehen, erlebt, erreicht und schon etliche schwierige Situationen gemeistert. Doch als Bewerberin oder Bewerber schlüpfen sie in die Bittsteller-Haltung und vergessen, was sie wertvoll und stark macht – weil es so drin ist, sie ihre Verhaltensänderung selbst nicht mehr wahrnehmen oder weil sie tatsächlich glauben, einem neuen Arbeitgeber gegenüber so auftreten zu müssen.

Es klingt banal, doch kein Arbeitgeber schreibt eine Stelle als „Bittsteller·in (m/w/d)“ aus. Am Ende eines Vorstellungsgesprächs sollten Ihre Gesprächspartner mit dem guten Gefühl den (virtuellen) Raum verlassen und sagen:

„Da haben wir soeben unsere/n neue/n〈Titel der Position〉und sympathische/n Kollegen/in kennengelernt.“

Wie sollen Ihre Gesprächspartner genau dieses gute Gefühl von sympathisch menschlicher Nähe im Kontakt mit Ihnen wahrnehmen können, wenn Sie ihnen vor allem mit ehrfürchtiger Demut, vorsichtigem Tiefstatus und der Angst vor Ablehnung begegnen? – Keine Chance!

Gegenseitiges Kennenlernen auf Augenhöhe

Ich predige es schon viele Jahre – und jetzt ist die Zeit umso mehr reif hierfür: Einem potenziellen neuen Arbeitgeber auf Augenhöhe zu begegnen – weder als unterwürfiger Bittsteller, noch als der geilste Hecht, der einem zukünftigen Chef ungefragt die Welt erklärt.

Augenhöhe bedeutet für mich, Mensch sein zu dürfen, Stärken stolz wertschätzen und über Schwächen sprechen zu können, Wertschätzung durch gegenseitig echtes Interesse am Gegenüber zu zeigen, Klarheit über die persönlichen Werte und Ziele zu besitzen sowie die eigene Erlaubnis, über alles das zu sprechen, was in den nächsten Jahren im Beruf und Leben wirklich wichtig ist. In der Rolle als Bewerberin oder Bewerber echt ich selbst zu bleiben und mein wahres Ich mit allen seinen Facetten zu zeigen. Sich gegenseitig im Bewerbungsprozess ehrlich unter die Lupe zu nehmen und ohne Schönfärberei zu erkennen, ob es mit hoher Wahrscheinlich für die nächsten gemeinsamen Jahre passen wird.

Einige von Ihnen – insbesondere, wenn Sie schon reichlich  Vorstellungsgespräche hinter sich haben – höre ich gerade denken, dass dies ja alles gut und schön ist, wenn da nicht die Personaler und ihre Fragen stumpf nach Schema-F wären, die Bewerber künstlich stressen oder nur auf den Lücken im Lebenslauf herumreiten. Ja, ich höre wirklich viele schreckliche Geschichten, wie Bewerbungsgespräche immer noch geführt werden – meilenweit entfernt von Augenhöhe. Das ist vor dem Hintergrund der seit Jahren andauernden Jammerei über den Fachkräftemangel traurig und für mich unbegreiflich, doch sich als Bewerber darüber zu echauffieren oder sich selbst zum hilflosen Opfer der bösen Personaler zu erklären, das ist nicht nur Energieverschwendung, die schwächt, sondern führt frustriert umso mehr in die Bittsteller-Rolle.

Beide Seiten haben es in der Hand, ein gutes Gespräch zu führen. Ihren Anteil können Sie als Bewerberin oder Bewerber dazu beitragen – im besten Fall auch mit positiver Wirkung auf Ihre Gesprächspartner.

Tschüss Bittsteller, hallo Mensch!

Es wird auch bei Ihnen keinen Schalter geben, den Sie jetzt einfach umlegen können, um mal eben so den Bewerber-Bittsteller-Modus auszuschalten. Schließlich sind unsere innere Haltung und damit auch unser Verhalten über Jahre geprägt. Ich finde das Bewusstsein für Ihre Haltung in der Rolle als Bewerberin und Bewerber wichtig:

Sich bewusst zu machen, wie Ihre Wortwahl in einem Anschreiben auf Leser wirkt. Sich bewusst dagegen zu entscheiden, jeden Jobwechsel im Lebenslauf unaufgefordert rechtfertigen zu müssen. Sich vor einem Vorstellungsgespräch bewusst daran zu erinnern, mit welcher inneren Haltung Sie in das Gespräch gehen möchten – dazu gleich mehr. Zu wissen, was Ihnen als Jobwechslerin oder Jobwechsler in den nächsten Jahren wichtig ist und sich ebenso bewusst zu erlauben, hierüber zu sprechen. Und einen angebotenen Arbeitsvertrag auch ablehnen zu dürfen, wenn Bauch und Kopf sich sicher sind, dass es die bessere Entscheidung ist.

Ihre Sprache: Klarheit schaffen statt überzeugen zu müssen

Streichen Sie aus Ihren Unterlagen und Profilen alles, womit Sie sich – womöglich auch nur unterbewusst – selbst klein machen. Ausdrücke, wie „überzeuge ich Sie“ oder „habe ich mich unter Beweis gestellt“ signalisieren Unterordnung. Schaffen Sie Klarheit ohne Schnörkel und Weichspüler. Sagen Sie, was Sache ist: In welcher Wechselsituation Sie sich momentan befinden, welche Ihrer Erfahrungen Sie für eine Zielposition für besonders wertvoll halten, was Ihnen in den nächsten Jahren im Beruf wichtig ist und was Sie auch von einer Führungskraft oder dem Team erwarten, damit Sie dort einen guten Job machen können.

Meine Erfahrungen sind eindeutig: Je mehr Klarheit Sie ehrlich und frei heraus mit Ihrer Bewerbung und in den Gesprächen schaffen, umso besser werden Arbeitgeber eine Entscheidung treffen können und umso höher ist damit auch die Wahrscheinlichkeit, dass es vom ersten Tag an wirklich passen wird.

Ihre innere Haltung: Neugierde statt Prüfungsangst

Ist es nicht auch spannend, als Bewerberin oder Bewerber ein neues Unternehmen und seine Menschen kennenlernen zu können? Zu entdecken, was dort anders als bei Ihrem aktuellen oder letzten Arbeitgeber läuft sowie welche neuen Chancen und Möglichkeiten sich Ihnen bieten können? Sich neugierig umzuschauen und ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie dort an welchen Themen und im Team gearbeitet wird? Es kann kribbeln und weil es um viel geht, dürfen Sie auch aufgeregt sein – das gehört dazu und lässt Sie fokussiert sein. Doch Angst und Furcht blockieren, erst Neugierde und Offenheit schenken Ihnen jenen Weitblick, den Sie für solch eine wichtige Entscheidung benötigen.

Was ist Ihr Bild einer guten Haltung als Bewerberin oder Bewerber und was möchten Sie sich das nächstes Mal selbst bewusst machen, bevor Sie in ein Vorstellungsgespräch gehen?

Das Ziel: Gegenseitiges Kennenlernen statt einseitigem Gefallen

Das Vorstellungsgespräch ist ein gutes Gespräch über gegenseitige Vorstellungen. Wer nur die Erwartungen anderer erfüllt, vergisst sich selbst. Beide Seiten sollten am Ende mit gutem Gefühl einen Arbeitsvertrag unterschreiben – und auch entscheiden, wann es besser ist, es nicht zu tun. Bittsteller wollen nur gefallen und laufen daher Gefahr, die falsche Katze im Sack zu kaufen. Nutzen Sie die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt, um sich bewusst für eine neue Aufgabe sowie für ein Umfeld zu entscheiden, die zu Ihnen passen. Zu Ihrem Selbstschutz sowie auch als Zeichen von persönlicher Stärke. Denn Bittsteller braucht heute kein Mensch.

(Quelle Titelbild: 123rf.com, #56909377)

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Dr. Bernd Slaghuis

Ich arbeite als Karriere- und Business-Coach in Köln und habe mich auf Themen rund um die Karriereplanung und berufliche Neuorientierung spezialisiert. Mit Bewerbern arbeite ich an ihrer Bewerbungsstrategie, der Optimierung ihrer Unterlagen sowie der Vorbereitung auf Gespräche. Führungskräfte unterstütze ich, zu einer gesunden Grundhaltung zu finden. Ich bin SPIEGEL-Kolumnist, XING Insider (Auszeichnung als "XING Top-Mind") sowie Co-Autor des Buchs "Besser arbeiten".

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Dieser Beitrag hat 11 Kommentare
  1. Lieber Herr Slaghuis
    Ihr „Frust“ über die Bittstellerhaltung erlebe ich in meinen Kursen sehr oft und kann absolut nachvollziehen, wie viel Energie es braucht, dies ständig wieder zu hören…
    Cooler Post, den ich sehr gerne inhaltlich in meine Kursleitertätigkeit zitieren werde… (Kurse für Stellensuchende im Auftrag des Schweizer Arbeitsamtes)
    Herzlich
    M. Anesini

  2. Guten Tag Herr Slaghuis,
    aufgrund eines fortschreitenden Fachkräftemangels ist Rekrutierung inzwischen ein zunehmend tagesfüllendes Programm. So sehr ich Ihnen beipflichte – ja, bitte keine Bittsteller (Ich persönlich, habe schon immer Kandidat/innen mit „Kante“, wie Sie sie nennen gesucht), so sehr fühle ich mich inzwischen als Bittsteller. Das aus dem Grunde, weil ich in unserer ach so (vermeintlich) einfachen und schönen digitalen Welt Bewerbungen erhalte, die diese Betitelung schon gar nicht mehr verdienen: In einer Welt, da Lebensläufe – wenn überhaupt geliefert – zusammengeschustert sind und Anschreiben überhaupt nicht mehr vorhanden! In einer Welt, in der man/Frau meint, alles fernmündlich, inkl. Vertragsmanagement (!), abwickeln zu können/wollen. In einer Welt, in der man/Frau zunehmend wenig Wert auf die eigene Darstellung zu legen scheint (Leider ist das kein Phänomen, das Alters- oder Berufsgruppenspezifisch wäre – das muss ich auch bei vakanten Führungspositionen erleben.) Ich wünsche mir sehr, dass es (wieder) Bewerber/Innen gibt, die Ihre Ratschläge bzw. Coachings selbstbewusst umsetzen, sich selbst achten und mit auch den Empfänger von Bewerbungen.
    Herzliche Grüße
    A. Conrad

    1. Hallo Frau Conrad,
      ja, ich kann mir gut vorstellen, wie die Situation auch auf der anderen Seite des Tisches momentan aussieht – und manchmal sitzen mir im Coaching ja auch Personaler*innen gegenüber und berichten. Ich finde es nicht gut, dass Bewerbung immer niedrigschwelliger und leichter wird – mal eben mit einem Klick das LinkedIn-Profil teilen … oder wie Sie sagen, entscheidende Themen kurz telefonisch zu klären. Ich verstehe die AG-Seite, die die Anzahl eingehender Bewerbungen maximieren möchte, doch die Kosten im Recruiting-Prozess werden so nur nach hinten verschoben und die Gefahr ist (für beide Seiten) groß, sich falsch zu entscheiden und sich in der Probezeit wieder zu trennen. Also ja, beide Seiten sollten für eine gute Entscheidung besser keine Bittsteller sein.
      Viele Grüße
      Bernd Slaghuis

  3. War eine Freunde den Artikel zu lesen. Und stimme in Allem zu. Ein Problem sah ich jedoch auch oft bei den Personalern. Dort herrscht oft immer noch die altmodische Ansicht man muss den Bewerber mit Psychofragen drangsalieren. Was soll das?
    Die besten Interviewies (und wo ich meist dann auch wechselwillig war) waren einfach nette Talks, ohne große Agenda sondern sich auf Augenhöhe sich einfach kennengelernt, persönlich wie fachlich. Es kann so einfach sein.

    1. Ja, so ist es, Herr Neumann. Das beste Vorstellungsgespräch ist einfach ein gutes Gespräch. Die AG-Seite habe ich bewusst nur kurz in diesem Beitrag anklingen lassen, aber es arbeitet zu diesem Thema schon ein gesonderter Beitrag bei mir im Kopf ;)

  4. Sehr guter Beitrag und ein hervorragendes Plädoyer für mehr Authentizität in Bewerbungsverfahren. Als jemand, der als Führungskraft jahrelang auf der anderen Seite des Schreibtischs saß und Leute eingestellt hat, kann ich Ihnen in allen Punkten Recht geben bzw. aus meiner Erfahrung bestätigen, dass Brüche in Berufsbiografien oder gut begründete Auszeiten oder berufliche Exkurse mich immer mehr beeindruckt haben als aalglatte Bewerber:innen, die nur ja alles richtig machen wollen und sich konformistisch verhalten. Umso mehr liegt die Verantwortung bei Führungskräften, dies auch zu erkennen sowie bei Unternehmen, auch Führungskräfte zu fördern, die diese Zusatzkompetenz und emotionale Intelligenz mitbringen, um das zu erkennen.

  5. Sehr lesenswerter Artikel, danke, Herr Slaghuis!

    “Beide Seiten haben es in der Hand, ein gutes Gespräch zu führen” – das ist auch meine Erfahrung. So coache ich als Outplacement- und Karriereberaterin auch meine Bewerber.

    Ein Beispiel.
    Bewerber: “Soll ich wirklich meinen Lebenslauf vor dem Gespräch hinschicken, auch wenn es gar nicht verlangt wurde?” – Ich: “Mit wem können Sie ein besseres Gespräch führen, mit einem schlecht vorbereiteten oder mit einem gut vorbereiteten Ansprechpartner?”

    Bewerber sollten alles tun, damit ihr Gesprächspartner sich optimal vorbereiten kann – dazu gehört ein aktueller, aussagefähiger und übersichtlicher Lebenslauf ebenso wie ein Anschreiben, das sich konkret auf die angestrebte Stelle bezieht. Und natürlich auch die gründliche Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch. Welche Fragen da schwierig zu beantworten sein können, das kann sich der Bewerber doch in der Regel an fünf Fingern abzählen. Und sich zu überlegen, welche Fragen er selbst stellen muss und möchte, das sollte wohl ebenfalls selbstverständlich sein – im Sinne des “gegenseitigen Kennenlernens”, wie Sie, Herr Slaghuis, es beschreiben.

    “Beide haben es in der Hand” – also nehmen Sie es auch in Ihre Hand, liebe Bewerber!

  6. Als Bewerber ist man weiterhin und immer noch in der Bittsteller-Rolle und kommt dort auch nicht und niemals raus. Es gibt keinen Fachkräftemangel. Es gibt nur einen Mangel an Fachkräften, die zu einem Mini-Gehalt arbeiten wollen – so wie sich das die Arbeitgeber vorstellen. Es geht nämlich nur um den Nebensatz, der beim „Beklagen“ immer fehlt: „Wir finden keine Fachkräfte …….. DIE WIR FÜR EIN MINIGEHALT ARBEITEN LASSEN KÖNNEN“. Arbeitgeber der ersten Liga wie Merck, BMW, Boehringer, etc haben immer noch zig Tausend passende Bewerber je Stelle … und können sich die Bewerber weiterhin danach aussuchen, ob die Augenfarbe auch zur Farbe der Büromöbel passt. Dort als Bewerber eine Stelle zu finden, ist weiterhin wie 6 richtige im Lotto. Klar, Arbeitgeber, die quasi nix zahlen und das dann noch unpünktlich, aber 60 Stunden-Wochen erwarten, die haben Schwierigkeiten… finden aber trotzdem arme Seelen, denen trotz guter Ausbildung nichts anderes übrig bleibt.

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