Bewerber, macht euch nackig! 3 Gründe, die Hosen runterzulassen

Wenn Sie zu meinen treuen Lesern hier im Blog zählen, dann wissen Sie, dass ich ein großer Fan von Ehrlichkeit im Bewerbungsprozess bin: Mit einem Lebenslauf ohne Lückenfüllerei und Schönwäscherei, mit Klarheit im Anschreiben und einem Bewerbungsgespräch als Dialog auf Augenhöhe. Es geht um ein Kennenlernen zwischen Menschen, die in den nächsten Jahren gut zusammenarbeiten möchten. Als Bewerber und auch Recruiter werden Sie mir vermutlich zustimmen: Je besser sich beide Seiten vor der Unterzeichnung kennenlernen, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass es ein guter Vertragsabschluss wird. Soweit die Theorie.

Bewerbung: Perfides Schauspiel oder echtes Kennenlernen?

Neulich saß mir im Coaching ein Bewerber gegenüber, der mir über seinen Lebenslauf erklärte, die letzten vier Jahre seien geschönt. Darunter eine Tätigkeit als „Projektmanager“, in der er gar nicht gearbeitet habe. Die private Situation sei in dieser Zeit sehr schwierig gewesen, aber das könne er so ja nicht schreiben. Am nächsten Tag sehe ich einen Lebenslauf, in dem zuletzt zwei kurze Beschäftigungszeiten von drei und fünf Monaten aufgeführt sind. Sie habe zweimal die Probezeit nicht überstanden, sagt meine Klientin. Ob sie mit so einem verschandelten Lebenslauf überhaupt irgendwo noch eine Chance habe, möchte sie wissen.

Auf der anderen Seite höre ich von Arbeitgebern, die aus Bewerbungsgesprächen reinste Verkaufsveranstaltungen machen. Sie malen Jobs samt Chef und Team in den buntesten Farben aus, preisen ihre mehrfach ausgezeichnete Feelgood-Kultur an und versprechen flache Hierarchien mit reichlich Gestaltungsspielraum und unendlichem Entwicklungspotenzial. Eine gute „Candidate Experience“ sei heute entscheidend, erklärte mir neulich ein Personaler. Die Marketing-Maschinerie ist in die HR-Abteilungen eingezogen und produziert schillernde Fassaden, die ihresgleichen suchen, wenn ich dahinter schaue, wie es in diesen Unternehmen zugeht.

Es kommt mir so vor, als schaukeln sich gerade beide Seiten gegenseitig auf. Es wird fleißig geschönt, vertuscht und mitunter sogar gelogen. Warum soll ich ehrlich sein und mich öffnen, fragt mich der Bewerber, wenn Arbeitgeber nur Standardfragen nach Wechselmotivation sowie Stärken und Schwächen abspulen? Warum sollen wir einem Kandidaten sagen, wie schwierig der Chef ist und welche Herausforderungen im Job auf ihn wirklich warten, wir haben doch schließlich Fachkräftemangel, beklagt der Arbeitgeber.

Ich bin der Meinung, es ist Zeit, das Schauspiel zu beenden und auf beiden Seiten die Hosen runterzulassen. Da Sie meinen Blog und diesen Text vermutlich als Bewerber lesen, fangen Sie doch damit an. Sie werden sehen, dass es auch eine Wirkung auf die Menschen hat, auf die Sie in Unternehmen treffen. Falls Sie als Personaler auf diesen Artikel geklickt haben, können Sie die folgenden Aspekte 1:1 auf Ihre Arbeit übertragen und lesen weiter unten, was Sie als Arbeitgeber für mehr Klarheit und Ehrlichkeit tun können.

Bewerber, macht euch nackig!

1) Selbstbild: Nackte Wahrheit schafft eigene Klarheit

Bevor Sie sich einem neuen Arbeitgeber präsentieren, sollten Sie bei sich selbst beginnen. Denn wie wollen Sie einem Personaler oder zukünftigen Chef konkret vermitteln, welche Kompetenzen und Stärken Sie für eine Stelle mitbringen und was Ihnen im Beruf sowie für die Zusammenarbeit wichtig ist, wenn Sie selbst diese Klarheit für sich nicht besitzen? Ich erlebe viele Jobwechsler, die geblendet von Meinungen aus ihrem Umfeld oder infolge ihrer Erfahrungen der letzten Jahre ein verzerrtes Bild von sich selbst haben, wenn es darum geht, die eigenen Stärken sowie Berufserfahrungen zu bewerten oder einzuschätzen, welche Positionen sie sich zutrauen.

Der Lebenslauf ist der Lauf Ihres Lebens!

Befreien Sie sich von dem Ballast aus mit der Zeit selbst gestrickten Geschichten und auswendig gelernten Erklärungen rund um Ihre Wechselmotivationen, Lücken oder fehlenden Abschlüsse. Sind Sie selbst mit Ihrem Lebenslauf im Reinen, werden Sie diese Klarheit auch Dritten gegenüber vertreten und glaubhaft vermitteln können.

Hinzu kommt: Solange Sie mit der Angst in Gespräche gehen, dass Dinge ans Tageslicht kommen, mit denen Sie selbst ein Problem haben, werden Sie dies ausstrahlen und Arbeitgeber werden verständlicherweise nachhaken. Meine Erfahrung zeigt eindeutig: Stehen Sie zu sich und Ihrem Leben, wie es verlaufen ist, werden alle diese Fragen im Gespräch umso weniger ein Thema sein.

Also, machen Sie sich selbst „nackig“ und blicken Sie Ihrer Wahrheit wertschätzend ins Gesicht. Arbeiten Sie zuerst an sich und Ihrer Klarheit, bevor Sie von einem neuen Arbeitgeber erwarten, Ihr Leben, Denken und Handeln zu verstehen.

2) Selbstpräsentation: Ehrlichkeit schafft Vertrauen

Die meisten Bewerber unterschätzen die Signale, die sie mit ihrer Bewerbung aussenden. Natürlich schaut ein potenzieller Arbeitgeber auf Ihre Abschlüsse, Berufserfahrungen, bisherige Arbeitgeber oder IT- und Sprachkenntnisse im Lebenslauf. Die Entscheidung jedoch, Sie persönlich kennenlernen zu wollen, hat auch mit Sympathie, Vertrauen und einem guten Gefühl zu tun – vorausgesetzt, die erste Auswahl erledigt nicht einer dieser neumodischen Recruiting-Roboter.

Am Ende von Kommunikation steht immer ein Gefühl – Bewerbung ist Kommunikation.

Schreit Ihr Lebenslauf nach Schönfärberei und Vertuschung und quälen Sie sich durch ein Anschreiben als perfekte Aneinanderreihung der gängigsten Floskeln, dann können sich Personaler und Entscheider nicht nur kein gutes Bild von Ihnen machen, sondern es kann auch kein gutes Gefühl bei einem Menschen als Leser Ihrer Unterlagen entstehen.

Zeigen Sie sich, wie Sie sind und sagen Sie, was Ihnen bei der Arbeit heute und in Zukunft wichtig ist. Machen Sie sich richtig greifbar, damit Ihr Gegenüber eine gute Entscheidung treffen kann – wie auch immer sie ausfällt. Ja, womöglich erhalten Sie die eine oder andere Absage schneller und auch mehr, doch entscheidend ist doch, dass es für die nächsten Jahre wirklich passt. Es sei denn, Sie suchen nur irgendeinen Job und ist es Ihnen schnuppe, wie es Ihnen dabei geht. Dann bleiben Sie zur Sicherheit lieber bei Floskeln in der Bewerbung und Schauspiel im Gespräch ;-)

Einen interessanten zusätzlichen Effekt beobachte ich bei Bewerbern, die sich entschieden haben, schonungslos „nackig“ zu machen: Nicht nur die Einladungsquote zu Gesprächen steigt, sondern auch die Gespräche selbst verlaufen entspannter und stärker auf Augenhöhe. Logisch, denn öffnen Sie sich, wird auch Ihr Gegenüber eher bereit sein, sich zu öffnen. Wem Sie Vertrauen schenken, der wird auch Ihnen eher vertrauen. Strahlen Sie Ehrlichkeit aus, werden Ihnen auch andere Menschen ehrlicher begegnen. Probieren Sie es aus, schließlich lesen Sie ja meinen Blog in diesem Moment, weil Sie etwas anders als bisher machen möchten.

3) Selbstschutz: Klarheit schafft Sicherheit

Dieser dritte Grund, als Bewerber die nackte Wahrheit auf den Tisch zu bringen, hat aus meiner Erfahrung den wichtigsten und gleichzeitig von Bewerbern am stärksten unterschätzten Effekt.

Mal angenommen, auch Ihnen sind wie vielen meiner Klienten Freiheiten bei der Arbeitszeitgestaltung oder Gestaltungsspielräume bei der Aufgabenerledigung extrem wichtig. Sie wissen aus der Vergangenheit sehr genau, dass Sie nur dann einen guten Job machen können, wenn Sie ein bestimmtes Maß an Freiheit gewährt bekommen.

Warum sollten Sie den Aufwand und Stress auf sich nehmen, zu einem Bewerbungsgespräch zu reisen, bei dem Sie auf einen Chef treffen werden, dem Kontrolle extrem wichtig ist oder es um einen Job gehen würde, in dem Sie täglich genau definierte Arbeitsanweisungen befolgen müssten? Wäre es nicht wichtig, genau solche ganz sicher nicht passenden Stellen und Arbeitgeber bereits mit Ihrer Bewerbung aktiv auszuselektieren?

Ja, je greifbarer Sie sich mit Ihrer Bewerbung einem potenziellen Arbeitgeber gegenüber machen, umso angreifbarer sind Sie. Sie machen es einem Leser leichter, sich gegen Sie zu entscheiden – jedoch auch für Sie. Am Ende werden Sie froh sein, nicht zufällig wieder in einem Job gelandet zu sein, bei dem Sie schon nach dem ersten Monat am liebsten wieder Reißaus nehmen würden.

Klarheit schafft Sicherheit.

Schon aus reinem Selbstschutz heraus sollten Sie als Bewerber die Hosen runterlassen und klar kommunizieren, was Sie in Zukunft benötigen und von einem neuen Arbeitgeber, Chef und auch den Kollegen im Team erwarten, damit Sie einen guten Job machen können, motiviert sind und gesund bleiben. Es geht dabei nicht um den erwartungsvoll bunten Wünsch-dir-was-Anforderungskatalog, der manchen Vertretern junger Generationen heute nachgesagt wird. Es geht um Klarheit in der Kommunikation als Bewerber über alles das, woran Sie festmachen werden, dass eine neue Position in einem neuen Arbeitsumfeld für Sie und Ihr Leben in den nächsten Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit passen wird.


Bewerbungsschreiben: Klarheit und Kante zeigen


Arbeitgeber, macht euch (auch) nackig!

Auch wenn ich diesen Artikel mit dem Fokus auf Bewerber geschrieben habe, so ist es nicht nur fair, dass dies heute ebenso für die andere Seite gelten sollte, sondern auch jeder Arbeitgeber wird davon profitieren, mehr klare Kante zu zeigen und die schöngefärbten Recruiting-Fassaden neu zu streichen.

Der Blick auf die eigene nackte Wahrheit im Unternehmen sollte auch hier der erste Schritt sein: Was konkret beinhaltet die Position tatsächlich und wen genau suchen Sie hierfür wirklich für die Zukunft? Mit wem möchten und können Sie als Chef gut zusammenarbeiten, welche Stärken und Kompetenzen würden Ihre und die des Teams gut ergänzen oder verstärken? Welche Entwicklungsperspektiven können Sie neuen Mitarbeitern bieten und wo sind Grenzen?

Die meisten Stellenausschreibungen sind heute voller Worthülsen, wie etwa teamfähig, belastbar und kommunikationsstark. Zunehmend höre ich von Bewerbern, dass sie sich von Ausschreibungen nicht mehr angesprochen fühlen. Gleichzeitig fragen sie mich im Coaching, was sich wohl tatsächlich hinter einer Position mit hochtrabend klingendem Titel verbirgt und wen ein Arbeitgeber wohl wirklich sucht. Ich bin mir sicher, dass Stellenausschreibungen mit echtem Profil statt Copy/paste-Worthülsen und Standard-Textbausteinen nicht nur mehr Aufmerksamkeit bei Bewerbern erzeugen, sondern sich unmittelbar auch die Quote der interessanten Bewerbungen und damit die Effizienz im Recruitingprozess erhöht.

Wenn Sie als Personaler nicht einseitig Bewerber durchleuchten und sie mit Fangfragen nackig machen, sondern selbst die Hosen runterlassen, schaffen Sie nicht nur Vertrauen, sondern vermeiden gleichzeitig, dass neue Mitarbeiter schnell wieder kündigen oder ausharren und unzufrieden sind, sobald im Tagesgeschäft die nackte Wahrheit ans Licht gekommen ist.

Wer als Bewerber und Arbeitgeber genau weiß, worauf er sich einlässt, der kann sich bewusst entscheiden – niemand kauft schließlich gerne die Katze im Sack. Ein Arbeitsvertrag sollte für beide Seiten eine Entscheidung unter möglichst hoher Sicherheit sein.

Bewerber und Arbeitgeber können hierzu beitragen und sind beide in der Verantwortung, Sicherheit durch Klarheit und Ehrlichkeit im gesamten Recruiting- und Bewerbungsprozess zu schaffen. Auch wenn es für Sie als Bewerber oder Recruiter ungewohnt und vielleicht sogar zu gefährlich erscheint, probieren Sie es aus. Sie können sich beide nur besser für sich gewinnen.

* * *

Falls Sie sich schon zu den mutigen Bewerbern oder modernen Arbeitgebern zählen, die im Bewerbungsprozess freiwillig die Hosen runterlassen, schreiben Sie Ihre Erfahrungen doch mal in die Kommentare. Was machen Sie anders, was hat sich für Sie verändert und was raten Sie anderen Bewerbern bzw. Arbeitgebern? 

(Quelle Titelbild: gratisography.com)

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Dr. Bernd Slaghuis

Ich arbeite als Karriere- und Business-Coach in Köln und habe mich auf Themen rund um die Karriereplanung und berufliche Neuorientierung spezialisiert. Mit Bewerbern arbeite ich an ihrer Bewerbungsstrategie, der Optimierung ihrer Unterlagen sowie der Vorbereitung auf Gespräche. Führungskräfte unterstütze ich, zu einer gesunden Grundhaltung zu finden. Ich schreibe außerhalb dieses Blogs für diverse Karriere- und Management-Magazine, bin XING Insider sowie WELT-/Bilanz-Kolumnist.

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Dieser Beitrag hat 11 Kommentare
  1. Eine Pflichtlektüre für eigentlich alle!
    Ich verfahre schon seit Jahren so, habe mit Mitte/Ende 20 festgestellt, dass ich Floskeln doof finde, mich ein potenzieller AG so kennenlernen soll, wie ich bin. Wenn es ihm nicht passt, passt er nicht zu mir. Eigentlich ganz einfach. Ich habe auch schon das Bild weggelassen in einer Bewerbung auf eine via Xing ausgeschriebenen Stelle und frech auf mein Profil verwiesen. Klappte auch, auch wenn es nicht zum Vertrag kam.
    Die Strategie in Anschreiben das zu schreiben, was mir wichtig ist, frei weg von der Leber sozusagen, sowie den Lebenslauf so zu präsentieren, wie mein Leben nunmal verlaufen ist, ging bisher ziemlich gut auf und nervös bin ich vor Bewerbungsgesprächen schon lange nicht mehr. Ich kann nur jedem empfehlen, mit sich und seinem Leben(slauf) ins Reine zu kommen und sich „nackig“ zu machen. Eine aus meiner Sicht gute Aussage ist auch: Es gibt keine Lücken im Lebenslauf. Man war ja schließlich immer am Leben.
    Gleichzeitig empfinde ich es auch als schwierig, die oft floskelhaften, mit sagenhaften Benefits (interessanterweise oft immer die gleichen in der gleichen Auflistung) gespickten Stellenausschreibungen zu lesen und zu verstehen, was dahinter steckt. Daher finde ich Ihren Aufruf an die Recruiter und AG unter den Lesern mindestens genauso wichtig.
    Danke für diesen tollen Beitrag, Herr Slaghuis!

    1. Hallo Constanze,
      danke für Ihren Kommentar und Glückwunsch zu dieser Haltung. Ein gutes Beispiel, dass es mit dieser Leichtigkeit und Gelassenheit funktioniert. Den Satz „Es gibt keine Lücken im Lebenslauf. Man war ja schließlich immer am Leben.“ finde ich klasse und werde ich mir merken, denn er verdeutlich genau die Haltung zum eigenen Lebens-Lauf, die ich im Artikel meine.
      Viele Grüße
      Bernd Slaghuis

  2. Hallo Herr Dr. Slaghuis,

    das ist die Thematik mal wieder auf den Punkt gebracht.
    Mit Offenheit könnten die Bewerber und die Unternehmen Zeit und Geld sparen. Denn schließlich ist nichts teurer für eine Unternehmen als das jemand in der Probezeit geht Oder Schlimmer noch, dass er/sie bleibt und aus Frustration eigentlich kein Interesse mehr hat die Aufgabe zu erfüllen.
    Auch für die Bewerber ist es frustrierend nach ggf. langer Suche, vielen Bewerbungen und nervigen Bewerbungsgesprächen endlich eine neue Anstellung zu finden und dann stimmt das nach außen getragene Bild mit den internen Tatsachen nicht mal ansatzweise überein.

    Ich bin jedenfalls für Offenheit und praktiziere das auch. Den Image-Prospekten und Glanzseiten im Internet glaube ich schon lange nicht mehr.

    Dieses „Zurschaustellen“ der heilen Arbeitswelt muss wirklich mal ein Ende gesetzt werden. Andernfalls bekommen „Blender“ auch nur „Blender“ als Arbeitnehmer. Dann haben sie sich wenigstens gegenseitig verdient.

    Hoffen wir also auf Besserung.

    1. Vielen Dank, Herr Ende! Ein treffendes Bild mit den „Blendern“. Ja, Luft nach oben für Besserung gibt es sicherlich, es tut sich aber auch schon viel. Ich höre von immer mehr Bewerbern auch sehr positive Beispiele für gute Gespräche auf Augenhöhe. Wir arbeiten weiter daran :)
      Viele Grüße
      Bernd Slaghuis

  3. Der Kommentar vom Vorredner gefällt mir: „Blender“ bekommen auch nur „Blender“ als Arbeitnehmer.

    Leider ist diese ganze Bewerbungsprozedur eine reine Fassade, jede Seite zeigt nur die Glanzseiten. Erst später, wenn der Lack abfällt, zeigt sich die Kehrseite.

    Wieder mal ein sehr guter Blogartikel.

  4. Ehrlichkeit im Bewerbungsgespräch und Natürlichkeit zahlen sich aus. Sonst taugt auch die Firma eher wenig.

    Ein Problem für viele bleibt aber immer noch das Thema Bezahlung (vor allem außerhalb der IT). Der Reallohnindex hat in den letzten Jahren trotz Wirtschaftsboom wenig Bewegung nach oben gezeigt. Trotz angeblichem Fachkräftemangel.

    Vielleicht können Sie sich auch diesem Thema mal widmen.

  5. Interessante Ansicht. Ich habe vor längerem in einem Vorstellungsgespräch einen „nackigen“ Personaler erlebt. Dieser Mann machte auf mich einen sehr niedergeschlagenen Eindruck, da er für das Arbeitsvolumen seiner Firma fast verzweifelt qualifizierte Arbeitskräfte sucht. es war ein durch und durch ehrliches und angenehmes Gespräch und seit langem mit dem besten Gefühl verbunden das ich nach einem Bewerbergespräch hatte. Seine Offenheit ließ mir auch die Chance, mich zu öffnen und förderte, egal welches Ergebnis es bringen sollte ein gutes Auskommen. Eine unabdingbare Voraussetzung für eine erfolgreiche Arbeitsaufnahme und ein gutes späteres Verhältnis.

    1. Hallo Herr Hauck,
      danke für Ihren „Erfahrungsbericht“ mit der anderen Seite. Ob so allerdings so glücklich ist, als Arbeitgeber verzweifelt daherzukommen, frage ich mich, aber es hat immerhin dazu geführt, dass Sie ein gutes Gespräch hatten. Nicht, dass Bewerber aus lauter Mitleid mit einem Personaler den Job annehmen ;)
      Viele Grüße
      Bernd Slaghuis

  6. Hallo Herr Dr. Slaghuis,

    und wieder ein Blog-Artikel, bei dem ich innerlich frohlocke! Genau so sehe ich das auch. Ob mit meinen Teilnehmern in Bewerbungstrainings, beim Bewerbungstraining mit Strafgefangenen oder mit Führungskräften – jeder meint, er müsse einem Idealbild entsprechend und setzt sich unter Druck.

    Dabei kann und sollte gerade die Bewerbungsphase auch Spaß machen. Es entsteht Raum für Neues. Aber nur, wenn beide Seiten offen und ehrlich agieren, finden sich die passenden Kombinationen.

    Ich kann dieses Plädoyer für Offenheit und Ehrlichkeit nur unterschreiben. Bravo!

    Viele Grüße
    Brigitta Stegherr

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