Wer auf 100 Bewerbungen nur Absagen kassiert, macht diese 5 Fehler

Wenn mir Jobwechsler und Bewerber im Vorgespräch für ein Coaching berichten, dass sie auf 100 oder sogar nach 200 Bewerbungen nur Absagen erhalten haben, dann weiß ich, dass hier systematisch etwas schief läuft. Es hat nie etwas mit ihrer Qualifikation zu tun, sondern sie selbst sind es, die sich mit steigender Anzahl der Bewerbungsversuche immer stärker im Weg stehen. Dies sind die fünf häufigsten Ursachen hierfür und meine Tipps, was du tun kannst, um als Jobwechsler wieder auf den richtigen Weg zum neuen Job zu finden.

Keine Frage, es ist kein gutes Gefühl, auf jede Bewerbung nur Absagen zu kassieren – oder über Monate gar keine Antwort von Arbeitgebern zu erhalten. Was du zu Beginn deiner Bewerbungsphase noch als normal bewertet hast, beginnt doch irgendwann am Selbstbewusstsein zu nagen.

Wer seinen alten Arbeitgeber bereits verlassen hat oder die Kündigung ausgesprochen ist, der bewirbt sich gegen die Zeit. Je näher das Ende des Arbeitslosengeldes rückt oder je mächtiger die gefühlte Lücke im Lebenslauf wird, umso höher der Druck, endlich irgendwo unterzukommen. Ich sehe, dass Jobwechsler, die zu Beginn noch entspannt ein oder zwei Bewerbungen pro Woche sorgfältig ausgewählt verschickt haben, unter Druck aus Verzweiflung auch mal zehn Bewerbungen am Tag raushauen.

Schaue ich mir Lebensläufe und Anschreiben von Bewerberinnen und Bewerbern im Vorfeld eines Coachings an und kenne ihre Geschichte noch nicht, dann kann ich inzwischen schon anhand der Unterlagen erkennen, wie lange sie bereits auf der Suche und wie frustriert sie sind. Sprechen wir über die Stellen, die sie für sich auswählen oder sind sie bei mir, um sich auf Gespräche vorzubereiten, werden die Wunden der vielen Bewerbungen und Absagen der letzten Monate deutlich sichtbar. Viele sind über sich selbst erschrocken, wie sehr sie sich über die Zeit verändert haben und welche Auswirkungen dies auch auf ihre Stellensuche sowie ihre Bewerbungsunterlagen hat.

Es ist entscheidend, sich dieser Aspekte bewusst zu werden, es aus dem monotonen Bewerbungstrott heraus zu schaffen und vielleicht sogar einmal „zurück auf Los“ zu gehen. Wenn 100 oder mehr Bewerbungen nur Absagen zur Folge hatten, dann wird es Zeit, etwas zu verändern. Vielleicht erkennst ja auch du dich in einer dieser fünf Verhaltensweisen und kannst mit meinen Tipps zu neuer (alter) Stärke als Bewerberin oder Bewerber finden:

1 | Du bist zum verzweifelten Bittsteller geworden

„Vielen Dank im Voraus, dass Sie meine Bewerbung berücksichtigt haben“ las ich neulich im letzten Absatz eines Anschreibens. Wie klein kann man sich eigentlich noch machen?, ging mir beim Lesen durch den Kopf. Es ist schließlich der Job eines Recruiters, Bewerbungen zu lesen. Bitte, bitte, lieber Recruiter, gib mir eine Chance und lass mich dir alles im Gespräch erklären. Das ist es, was in den Unterlagen vieler extrem frustrierter Jobwechsler häufig und für jeden geschulten Leser offensichtlich mitschwingt.

Da kein Arbeitgeber deine Bewerbungshistorie kennt und deine Verzweiflung unter Druck nicht mitfühlen kann, zählt nur der erste Eindruck, den deine Unterlagen vermitteln. Mal angenommen, du wärst Recruiter/in oder Führungskraft im Unternehmen – würdest du einen Bewerber einladen, der sich als verzweifelter Bittsteller präsentiert? Zugegeben, eine rhetorische Frage.

Mein Tipp:

Wenn auch du schon wahnsinnig viele Bewerbungen ohne Erfolg verschickt hast, dann lege ganz bewusst einmal eine Pause ein. Ich weiß, das klingt absurd, schließlich hast du keine Zeit zu verlieren und womöglich sitzt dir auch die Arbeitsagentur im Nacken. Doch was sind ein paar Tage bewusste Bewerbungspause zum Luft holen, wieder Kraft tanken und zur Reflexion, wenn es dann mit dem neuen Job im Anschluss umso schneller klappt?

Es geht darum, nach derart vielen Bewerbungen aus der Frustspirale rauszukommen und wieder in eine Haltung aus neugieriger Lust auf Neues sowie echtem Interesse an spannenden Stellen und passenden Arbeitgebern zu finden. Nimm dir die Zeit, die du hierfür benötigst und erlaube dir ganz bewusst für einige Tage mal wieder mehr von dem, was dir persönlich guttut und dir neue Energie gibt. Vermutlich gewinnst du in dieser Bewerbungs-Auszeit neue, wertvolle Erkenntnisse für dich und siehst deine Bewerbungsaktivitäten der letzten Wochen oder Monate mit anderen Augen. Womöglich kommst du für dich persönlich auch zur der Erkenntnis, dass dich die Jobsuche in Stellenbörsen und klassisches Bewerbungen verschicken nicht ans Ziel führen werden.

Wenn jemand nach mehr als 100 Bewerbungen noch nicht erfolgreich war, empfehle ich manchmal die Radikalkur: Komplettes Pausieren der Bewerbungen und Finger weg von Stellenanzeigen. Stattdessen Recherche in den Businessnetzwerken nach bekannten und möglichen neuen Kontakten und systematisch Kaffeetrinken.
Lars Hahn, Geschäftsführer & Karriereberater der LVQ Weiterbildung gGmbH

2 | Du suchst systematisch nach zu niedrigen Stellen

Immer wieder höre ich von Bewerbern, die bereits sehr lange auf Jobsuche sind, dass sie bei den Stellen ja schon Abstriche gemacht haben, doch es selbst bei Positionen mit niedrigerem Anforderungsniveau bisher nicht funktioniert habe. Ein Denkfehler, der ihnen allen im Coaching auf der Stelle bewusst wird.

Arbeitgeber entscheiden nach Passung eines Lebenslaufs zu einer ausgeschriebenen Position. Wer sich etwa als bisheriger Marketing-Manager mit Führungsverantwortung und Budget nun (aus Verzweiflung) als Referent Marketing bewirbt, der passt nicht. „Selbst bei solchen Positionen habe ich keine Chance“, sagen mir Klienten und ich antworte „Gerade bei solchen Positionen haben Sie keine Chance“.

Ich verstehe die Logik aus dem Gefühl vieler Absagen, nicht gut genug zu sein, die eigenen Ansprüche an einen neuen Job runterzuschrauben. Doch tatsächlich steigt so die Wahrscheinlichkeit, dass Bewerbung und Zielposition noch weniger zueinander passen. Manche Bewerber kommen sogar auf die Idee, ihren Lebenslauf „klein“ zu schreiben. Sie nehmen ihre Führungsverantwortung und die größten Erfolge raus, benennen zu wichtig klingende Job-Titel um und reduzieren ihr Fach- und Erfahrungswissen je Station auf ein Minimum. Sie machen sich bewusst klein und damit passend für die „billigeren“ Jobs. Welche Wirkung dies auf sie als Menschen in der Rolle als Jobwechsler hat, muss ich dir hier nicht erzählen. Ganz zu schweigen davon, dass sie in diesen Positionen nicht auf Dauer zufrieden wären.

Mein Tipp:

Reflektiere und kalibriere deine Jobsuche monatlich. Vielen meiner Klientinnen und Klienten ist es nicht bewusst, dass sie mit der Zeit und jeder neuen Absage bei der Auswahl ihrer Zielpositionen immer weiter nach unten gerutscht sind. Mache dir wieder neu bewusst, in welchen Positionen dein Fach- und Erfahrungswissen einen hohen Wert hat und wo du möglichst viele deiner Stärken einbringen kannst. Was ist es wirklich, das dich reizt, motiviert und wofür du in den nächsten Jahren morgens aufstehen willst? Erlaube dir bewusst, dich womöglich sogar auf höhere Positionen zu bewerben, die du dir zutraust, denn diese sind es eher, die auch einem neuen Arbeitgeber als konsequent nächstem Schritt glaubwürdig erscheinen.

3 | Du hast deinen Lebenslauf über-optimiert

Wenn du schon lange Zeit als Bewerber unterwegs bist, dann hast Du vermutlich inzwischen etliche Versionen deines Lebenslaufs. Du glaubst, mit jeder Überarbeitung etwas besser zu machen und damit Deine Chancen auf den nächsten Job erhöhen zu können, doch ich mache die Erfahrung, dass Lebensläufe auch „kaputt“ optimiert werden können.

Der Text auf dem Deckblatt (das es aus meiner Sicht überhaupt nicht braucht) wird immer umfangreicher und klingt irgendwann mehr nach übertrieben schmierigem Eigen-Lobgesang als nach sachlich persönlichem Kurz-Profil. Die einzelnen Stationen deiner Jobs werden vollgestopft mit Informationen, Branchen spezifischen KPIs, die da draußen niemand kennt, und selbst das halbe Jahr bei einem Arbeitgeber klingt so grandios erfolgreich, als hättest du das Unternehmen vor dem Ruin bewahrt. Jede kleinste Lücke wird mit Erklärungen gefüllt und sogar die Hobbies werden auf die jeweilige Zielposition angepasst. Und wer es besonders bunt treibt, der färbt seine Unterlagen im Corporate Design seines Wunsch-Arbeitgebers ein, um maximale Anpassung zu signalisieren (macht das bloß nicht!).

Viele Köche verderben den Brei – das trifft auch auf deinen Lebenslauf zu, je mehr du frustriert von vielen Absagen andere Meinungen einholst oder Artikel über den perfekten Lebenslauf im Netz liest. Was anfänglich noch übersichtlich und gut lesbar war, wird mit der Zeit zu einem Dokument mit Textklötzen in Schriftgröße 9 und minimalem Rand. Sagen mir Klienten, dass sie schon bei anderen Bewerbungscoachs waren und viele Ratgeber gelesen haben, dann spiegelt sich dies immer auch in ihren Unterlagen wider.

Mein Tipp:

Gehe selbst einmal auf Distanz zu deinen Bewerbungsunterlagen und lasse sie auf dich wirken. Wortwörtlich: Drucke deinen Lebenslauf aus und wirf mit etwas Abstand einen Blick darauf. Wie wirkt das Dokument auf dich? Luftig locker lesbar oder vollgestopft und anstrengend zu erfassen? Bist du es noch, dem dieser Lebenslauf gehört? Erkennst du dich selbst noch darin? Fühlst du dich selbst mit diesem Lebenslauf als Lauf deines Lebens wohl und stehst du voll dahinter oder besteht er nur noch aus den Meinungen und Tipps anderer Menschen? Oft höre ich von Klienten etwa bei den Lückenfüllern, dass sie sich damit eigentlich unwohl fühlen, jedoch gelesen haben, dass man dies so machen müsse. Meine Meinung: Schmeiße alles raus, was nicht wortwörtlich „Deins“ ist. Entschlacke und reduziere so lange, bis du dich wieder mit deiner Version deines Lebenslaufs wohl fühlst.

4 | Deine Bewerbung erzeugt nichts als Fragezeichen

Apropos leicht lesbar. Je weniger Fragezeichen in den Köpfen der Leser deiner Bewerbung aufkommen, umso höher ist die Chance, zum Gespräch eingeladen zu werden. Mein Motto im Bewerbungs-Coaching ist „Bewerber, zeigt Kante!“ Denn nur, wer dich auf Basis deiner Bewerbung richtig (be)greifen kann, der kann auch eine gute Auswahlentscheidung treffen. Ich habe viele Ingenieure, Informatiker und Naturwissenschaftler im Coaching und schaue ich mir ihre Unterlagen an, dann habe ich oftmals keinen blassen Schimmer davon, was sie in ihren Jobs in den letzten Jahren gemacht haben. Als Recruiter wäre ich völlig überfordert und würde im Zweifel lieber auf „Absage versenden“ klicken, als mir dein (Berufs-)Leben im Gespräch erklären zu lassen.

Mein Tipp:

Wir alle sind tief in unseren Jobs verhaftet und vieles scheint uns selbstverständlich normal. Zeige deine Unterlagen Freunden und Bekannten, die im besten Fall nicht aus deiner Branche sind und bitte sie, dir ein Feedback zu geben. Haben sie ein Bild von dem, was du in den letzten Jahren im Beruf gemacht hast? Es geht hierbei nicht darum, dass sie dir Feedback zu Form oder Aufbau deines Lebenslaufs geben, sondern sie sollen offen aussprechen, an welchen Stellen sie beim Lesen Fragezeichen im Kopf haben.

Mal ist es sinnvoll, zu viele Details zu entschlacken oder Inhalte zu vereinfachen. Mal ist es das Zusätzliche an Information für mehr Klarheit und ein vollständigeres Bild über dich und deine berufliche Vergangenheit. Stell dir vor, du erklärst einer fremden, „dummen“ Person, was du in den verschiedenen Stationen deines Berufslebens gemacht hast und was diese Zeiten für dich ausgemacht haben. Exakt dies gehört in die Unterpunkte zu einer Position in deinen Lebenslauf.

5 | Du glaubst inzwischen selbst nicht mehr an dich

Hier schließt sich der Kreis, denn auch der verzweifelte Bittsteller-Bewerber aus Punkt (1) glaubt nicht mehr an sich selbst. Die meisten Bewerberinnen und Bewerber nehmen Absagen viel zu persönlich. Jede weitere Absage kratzt am Selbstbewusstsein und nach 100 oder 200 Bewerbungen mit Absagen ist aus dem Kratzer eine offene Wunde geworden. Sie zweifeln an ihren Fähigkeiten und verlieren den eigenen Blick auf alles Wertvolle, das ihre  Erfahrungen, Stärken und Persönlichkeit ausmacht. Wer als Bewerber nicht mehr an sich selbst glaubt, kann nicht erwarten, dass es Arbeitgeber tun.

Ich erlebe immer wieder Bewerberinnen und Bewerber, die bereits viele Monate aus ihren letzten Jobs raus sind und das Gefühl haben, ihr Wert für einen neuen Arbeitgeber sei durch die Arbeitslosigkeit gesunken. In ihren Köpfen steckt der Glaubenssatz, Jobwechsler aus ungekündigter Stellung seien für Arbeitgeber attraktiver. Aus meiner Erfahrung kann ich das nicht bestätigen. Schließlich verliert dein Fach- und Erfahrungswissen nicht innerhalb von einigen Monaten an Wert und wie es ist, regelmäßig Vollzeit zu arbeiten, verlernst du auch nicht so schnell. Wer raus ist, ist schneller verfügbar, hat mit seinem alten Arbeitgeber abgeschlossen und im besten Fall die Zwischenzeit auch genutzt, um wieder Kraft für Neues zu tanken.

Mein Tipp:

Nimm dir die Zeit, an deiner eigenen Klarheit zu arbeiten und dein Vertrauen in dich zurück zu gewinnen. Sortiere deine Gedanken und schaffe zuerst für dich jene Klarheit, die du in der Rolle als Bewerberin oder Bewerber jetzt brauchst, um mit klarem Kopf und mentaler Stärke auf potenzielle Arbeitgeber zuzugehen. Sprich mit deiner Familie, Freunden oder Kollegen über deine Gefühle und Gedanken. Frage sie, was sie besonders an dir schätzen und lieben. Nicht durch die rosarote Brille und aus Mitleid, sondern als ehrlich aufbauendes Feedback. Mache dir auch selbst ganz bewusst wieder klar, was du Wertvolles aus den letzten Jahren in einen neuen Job einbringen kannst – und, dass dies alles nicht an Wert verliert, weil du auf deine Bewerbungen bisher nur Absagen erhalten hast.

Vielleicht ist es auch ein professionelles Coaching, in dem du an an dir und deinen Themen arbeiten und im Anschluss wieder gestärkter auf den Arbeitsmarkt gehen kannst. Oder was ist es, was du benötigst, um dir als Chef bzw. Chefin deines Lebens wieder selbst zu vertrauen und daran zu glauben, dass es da draußen doch noch einen Job wie für dich gemacht gibt, du gute Gespräche führen wirst und womöglich schon bald einen neuen Arbeitsvertrag in Händen hältst?

Wenn Du auch schon viele Bewerbungen verschickt und dich in einem der fünf Punkte erkannt hast, dann schreib es gerne in die Kommentare. Oder wenn du inzwischen einen neuen Job gefunden hast – was war es bei Dir, das dich schließlich zum Erfolg geführt hat? Teile deine Erfahrungen gerne hier mit anderen Lesern. 

(Titelbild: 123rf.com, #78282181, Elnur)

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Dr. Bernd Slaghuis

Ich arbeite als Karriere- und Business-Coach in Köln und habe mich auf Themen rund um die Karriereplanung und berufliche Neuorientierung spezialisiert. Mit Bewerbern arbeite ich an ihrer Bewerbungsstrategie, der Optimierung ihrer Unterlagen sowie der Vorbereitung auf Gespräche. Führungskräfte unterstütze ich, zu einer gesunden Grundhaltung zu finden. Ich bin SPIEGEL-Kolumnist, XING Insider (Auszeichnung als "XING Top-Mind") sowie Co-Autor des Buchs "Besser arbeiten".

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Dieser Beitrag hat 5 Kommentare
  1. Vielen Dank für den guten Beitrag, ich konnte mich gut wiederfinden.
    Mir wurde von Personalvermittlern gesagt, dass mein Alter eine Vermittlung unmöglich mache.
    Tja, Ü 60…schade, ich habe viel an Erfahrung zu bieten.

    1. Sicherlich wird es mit steigendem Alter schwieriger, doch „unvermittelbar“ ist doch ein Stempel, der einem gesunden Menschen mit Lust aufs Arbeiten nicht gerecht wird. Suchen Sie gezielt nach einem Arbeitgeber und einer Aufgabe (eher kleiner Familienbetrieb/Mittelstand), wo Ihre Seniorität = Lebenserfahrung und die viele Berufserfahrung einen echten Wert haben. Lieber so gezielt suchen, statt kreuz und quer Masse rausschicken und Absagen kassieren. Viel Erfolg!

  2. Danke für die Bestätigung, dass ich im Prinzip alles richtig mache. Ich habe mich in meinem Berufsleben circa 1000 mal in 30 Jahren beworben und ca. 100 Gespräche geführt. Natürlich kassiert man in der Mehrheit der Fälle eine Absage oder hört nie wieder was vom Arbeitgeber. Aber ich habe, wenn ich denn eingeladen wurde, immer die Erfahrung gemacht, dass man mich und meine Unterlagen ernst nimmt. Irgendwann habe ich dann auch gelernt eine Absage nicht als eine Entscheidung gegen mich, sondern für jemanden anders zu werten. Das größte Lob ist für mich immer noch, wenn ein Arbeitgeber aufgrund einer vergangenen Bewerbung, später noch einmal auf mich zukommt. Ich habe eine, maximal zwei , Versionen meines Lebenslaufes. Lieber verwende ich meine Kraft auf das Anschreiben und wenn möglich ein vorheriges Telefonat. Inzwischen betrachte ich mich als professionellen Bewerber und handle entsprechend.

  3. Frage an Jakob Zanl:

    Haben Sie Bewerbungen zu Ihrem Beruf gemacht? Kann man damit Geld verdienen?!
    Bei tausend bewerbungen gewinne ich aber den Eindruck, dass es Ihnen nicht um eine
    echte Stellensuche ging, sondern um ein Hobby!

    1. Wenn Sie wie ich ein ganzes Berufsleben von 30 Jahren in Zeit- und Projektverträgen verbringen, kommen 1000 Bewerbungen sehr schnell zusammen. Eigentlich bin ich ständig im Bewerbungsmodus. Das ist kein Hobby, sondern harte Arbeit. Das Gute ist, dass ich mit steigender Professionalität der Bewerbung auch die Einladungsquote steigt. Zuletzt war ich bei 50% Gesprächen bezogen auf die Anzahl der Bewerbungen.

      Das diese Art von Berufsleben anstrengend und auf die Dauer ungesund ist steht auf einem anderen Blatt.

      Und nein, leider werde ich wie alle anderen für meine Bewerbungen nicht bezahlt.

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