Wechselmotivation Bewerbungsgespräch

Wechselmotivation: 12 gute Gründe für einen Jobwechsel.

»Warum möchten Sie den Job wechseln?« Diese Frage müssen Bewerber so oder ähnlich spätestens im Vorstellungsgespräch beantworten. Die Frage nach der Wechselmotivation. Die Antwort lässt vielleicht Rückschlüsse auf das bisherige Arbeitsverhältnis zu, sollte jedoch insbesondere die Erwartungshaltung an den neuen Job klären. Viele Bewerber fürchten genau dieses Thema im Anschreiben und auch im Gespräch, denn: »Wie sage ich, dass ich mit dem Chef nicht mehr klargekommen bin? Kann ich schreiben, dass mir betriebsbedingt gekündigt wurde? Wie kann ich geschickt verschleiern, warum ich tatsächlich weg wollte?« Meine Perspektive: Schaffen Sie als Bewerber Klarheit und sagen Sie, was Sache ist!

Stopp! Nicht so, wie es Ihnen jetzt vielleicht durch den Kopf geht: Sagen, dass die bösen Kollegen Sie gemobbt haben. Dass Sie im Zickenkrieg mit Ihrer Chefin verloren oder das ewige Machogehabe vom Boss leid waren. Dass Sie die Arbeit seit Jahren angeödet hat. Dass Sie nicht weiter gekommen sind und keine Lust mehr auf lebenslangen Praktikantenstatus hatten. Dass Sie Lust auf irgendetwas Neues hatten und der neue Job doch so bequem um die Ecke liegt …

So überzeugen Sie als Bewerber bei der Frage nach der Wechselmotivation

In Motivation steckt Motiv. Und Motive haben etwas mit Ihren Zielen zu tun. Motive treiben Sie an, sie sind die Absicht hinter Ihrem Ziel. Sie lassen Sie für etwas brennen, worauf Sie richtig Lust haben. Entweder ist es das Erreichen eines bestimmten Ziels oder aber der Weg dorthin, was Sie motiviert. Es geht hier um die Zukunft. Was reizt Sie am Neuen und worauf freuen Sie sich besonders? Was verbinden Sie mit dem Wechsel des Arbeitgebers?

Doch wenn ich mit Bewerbern über ihre Wechselmotivation spreche, dann bewegen sich die meisten von ihnen gedanklich in der Weg-von-Welt. Sie zählen Gründe auf, warum es beim letzten Arbeitgeber nicht mehr passte und sie dort dringend weg mussten. Interessiert das einen neuen Arbeitgeber?

Klatsch & Tratsch vom Ex?

Ja, sicher interessiert es ihn, aber das gehört eher in die Rubrik Klatsch & Tratsch. Klar ist, dass Sie so etwas hier besser nicht auf den Tisch bringen sollten:

Mein Chef, der Herr Müller, hat mich ständig nur noch angebrüllt.

Ich habe mich zuletzt nur noch gelangweilt, und keiner hat’s bemerkt.

Aus DEM Laden versuchen doch gerade alle, rauszukommen.

Die veräppeln ihre Kunden nach Strich und Faden. Das will ich nicht mehr!

Meine Affäre mit der Kollegin ist rausgekommen, das war echt peinlich.

Für den zukünftigen Chef sind das sicherlich alles interessante Informationen über den Bewerber und besonders über den alten Arbeitgeber. Erst recht dann, wenn beide Unternehmen aus der gleichen Branche kommen und Konkurrenten im Markt sind. Wer möchte da nicht über das brave Vögelchen Bewerber heiße Insider-Infos über die Konkurrenz abgreifen?

Ich verrate Ihnen nichts Neues, dass Sie so etwas natürlich nicht sagen sollten. Die Regel »Sprich als Bewerber nicht schlecht über den Ex-Arbeitgeber!« gilt nach wie vor.

Der Schnee von Gestern ist für die Zukunft egal.

In einer Coaching-Ausbildung habe ich den schlauen Satz gelernt »Der Lösung ist es egal, warum ein Problem entstanden ist.« Problem und Lösung sind – rein methodisch – voneinander unabhängig.

Natürlich mögen wir es, über Probleme zu sprechen und oftmals erfüllt auch das Sprechen darüber bestimmte therapeutische Zwecke der Reflexion und Verarbeitung. Es ist jedoch nicht zwingend für die Lösung und damit den nächsten Schritt erforderlich, den Weg in das Problem hinein verstanden zu haben.

Und genauso verhält es sich mit der Wechselmotivation. Bewerben Sie sich bei einem neuen Arbeitgeber, dann ist dies für Sie Ihr nächster Schritt. Ein Teil der Lösung, also Ihrer persönlichen Vorstellung von der Zukunft.

Sie haben sich Gedanken gemacht, welcher Karrieretyp Sie sind und welcher Arbeitgeber oder welche Tätigkeit zu Ihnen passen, Ihnen Freude machen oder für Ihre fachliche und persönliche Entwicklung gut sind. Das ist Ihre Lösung. Warum Sie es beim alten Arbeitgeber nicht mehr ausgehalten haben oder warum bestimmte Probleme am Ende bestanden, das ist nicht Teil Ihrer Lösung und für die zukunftsgerichtete Wechselmotivation eigentlich irrelevant.

Hier sind 12 Beispiele, die jeder Bewerber aus meiner Sicht als Begründung für einen Jobwechsel wahrheitsgetreu offenlegen kann. Es sind Beispiele als Ideen und Anhaltspunkte für Sie, über Ihre eigene, persönliche Wechselmotivation nachzudenken und sich bewusst zu machen, dass die Antwort auf diese Frage nicht gefährlich, sondern für Sie und den nächsten Job sogar sehr wichtig ist.

Bewerber-Klartext: 12 Beispiele für Wechselmotivationen

6 völlig unkritische Wechselmotive.

Die ersten 6 Wechselmotive dürften absolut unkritisch sein. Sie erklären damit Gründe für Ihren Wechsel, die heute für Entscheider im Unternehmen einleuchtend und bekannt sind. Wichtig: Lassen Sie Ihre Wechselmotivation nicht wie eine Rechtfertigung oder gar Entschuldigung wirken. Machen Sie sie stattdessen für Ihr Gegenüber greifbar konkret: Nennen Sie Beispiele und sagen Sie, was dieses Wechselmotiv konkret für Sie bedeutet und welche Ziele Sie persönlich – und nicht man! – damit verbinden:

  1. Ich möchte mich fachlich/persönlich weiterentwickeln / Neues lernen.
    Welche Entwicklungsmöglichkeiten sind Ihnen besonders wichtig und warum glauben Sie, dass diese bei genau diesem Arbeitgeber möglich sein werden? Welche Interessen haben Sie und was steckt eigentlich hinter dem Ziel, Neues zu lernen?
  2. Ich möchte eine neue Branche kennenlernen.
    Was genau begeistert Sie an dieser Branche? Warum ist der Wechsel der Branche für Sie persönlich ein guter Entwicklungsschritt? Was gewinnen Sie hierdurch? Warum ist das neue Unternehmen in dieser Branche eine gute Wahl?
  3. Ich möchte in einer anderen Arbeitsumgebung arbeiten.
    Was macht Ihre Wunsch-Arbeitsumgebung genau aus? Geht es um andere Strukturen oder Größenordnungen (Konzern / Start-up / Mittelstand)? Oder die Büro-Situation? Oder die Kollegen? Was gehört für Sie zu einem guten Arbeitsumfeld dazu und warum glauben Sie, dass Sie es dort vorfinden werden?
  4. Ich möchte stärker im internationalen Kontext arbeiten.
    Das wollen viele Angestellte! International riecht nach mehr Geld und aufstrebender Karriere. Also: warum ist es für SIE so wichtig? Wenn es das Geld ist und Sie hoffen, damit schneller aufzusteigen, ja, warum das nicht auch so sagen? Vielleicht sind Sie auch heiß darauf, endlich Ihre Sprachkenntnisse wieder mehr einsetzen zu können? Oder Sie haben Lust auf Reisen? Oder Sie möchten über kurz oder lang eine Position im Ausland besetzen und suchen nach dem passenden Sprungbrett in einem internationalen Konzern? Alles nicht so schlimm, dass Sie das nicht sagen dürfen, oder?
  5. Ich habe Lust auf neue Herausforderungen.
    Dies ist eigentlich die Bewerber-Schleim-Plattitüde par excellence. Auch hier wird die echte Wechselmotivation erst deutlich durch Ihre Erklärung, was »neue Herausforderungen« für Sie konkret bedeutet. Sind es vielleicht neue Aufgaben, die Sie bisher noch nie gemacht haben? Sind es größere Projekte oder mehr zu führende Mitarbeiter? Wenn Ihnen Herausforderungen als Wert im Job wichtig sind, dann machen Sie sich bewusst, wann dieser Wert im nächsten Job für Sie erfüllt wäre.
  6. Ich möchte mich aus familiären Gründen verändern.
    Ihr Partner / Ihre Partnerin tritt eine neue Stelle an und Sie haben sich entschieden, gemeinsam in eine andere Stadt zu ziehen. Auch andere familiäre Gründe können Ursache dafür sein, dass Sie sich beruflich verändern möchten. Die meisten dieser Wechselmotive dürften problemlos kommunizierbar sein. Überlegen Sie sich dennoch, was Sie aus Ihrem Privatleben beim ersten Kennenlernen preisgeben und damit Ihre Wechselmotivation erklären möchten.

6 heute noch kritische Wechselmotive und warum Sie auch hier sagen sollten, was Sache ist.

Dies sind Beispiele für Wechselmotive, bei denen Sie von der Gegenseite möglicherweise falsch verstanden werden könnten. Doch auch hier bleibe ich dabei: Mit einer echten, persönlichen Begründung legen Sie offen, was Ihnen wirklich wichtig ist. So schaffen Sie die Klarheit, die für die nächsten Jahre im neuen Job  – sollten Sie ihn bekommen – für Sie persönlich und auch für Ihren neuen Arbeitgeber wichtig ist:

  1. Ich möchte weniger Zeit im Job und mehr Zeit mit X (z. B. der Familie) verbringen.
    Klar,  dass Sie sich bei einigen Jobs damit sofort aus dem Rennen werfen. Und zwar überall dort, wo massig Überstunden die Regel sind. Doch dann hätten Sie sich da auch nicht beworben. Wenn Sie die letzten 20 Jahre wie ein Irrer geackert haben und Ihnen nun bewusst geworden ist, dass neben dem Beruf auch andere Dinge wichtig sind, dann ist dies eine wichtige Erkenntnis. Sie werden beim nächsten Arbeitgeber nur glücklich, wenn Sie genau diese Freiräume im Beruf erhalten. Also schaffen Sie Klarheit – von Anfang an.
  2. Ich möchte keine Mitarbeiterführung mehr und mich stattdessen mehr mit X beschäftigen.
    Der Schritt aus einer Führungsposition zurück wird heute noch vielfach als Rückschritt oder Versagen interpretiert. In einigen Jahren wird das ganz anders aussehen prognostiziere ich. Auch hier gilt aus meiner Sicht: Schaffen Sie Klarheit, warum Ihnen dieser Schritt so wichtig ist. Was gewinnen Sie, wenn Sie diesen vermeintlichen Rückschritt gehen und als Chance begreifen? Als Ihr neuer Arbeitgeber würden Sie bei mir mit diesem „Selbst-Bewusstsein“ offene Türen einrennen, denn Sie haben Ihr Leben reflektiert, sind sich Ihrer Ziele bewusst und kennen Ihren Weg. Hier ticken viele Entscheider im Unternehmen heute sicher noch anders, doch auch dann gilt: Schauen Sie mit dieser Wechselmotivation hin, ob dieser Arbeitgeber dann der Richtige für Sie ist.
  3. Ich möchte bei einer großen Marke arbeiten.
    Ihnen sind mit dieser Motivation wahrscheinlich Status und Anerkennung wichtig. Machen Sie auch hier aus dem naiven Wunsch eine echte Motivation. Was genau verbinden Sie mit einem Markenhersteller und konkret mit dieser Marke? Warum ist es Ihnen wichtig, in diesem Umfeld zu arbeiten? Verfallen Sie hier nicht in Honig um den Bart schmieren. Es geht nicht darum, dem Unternehmen zu beweisen, wie toll es ist, sondern um Ihre ganz persönliche Perspektive und das, was hinter diesem beruflichen Ziel steckt.
  4. Ich möchte Großes bewegen / hoch hinaus.
    Dinge zu bewegen, Neues zu erschaffen und hierfür den nötigen Entscheidungs- und Handlungsspielraum zu erhalten, das ist vielen Angestellten heute sehr wichtig. Eine häufige Wechselmotivation insbesondere erfahrener Fach- und Führungskräfte, die in ihrem letzten Job ausgebremst worden sind. Dies ist ein sehr berechtigtes Motiv und eine positive Botschaft, sofern der neue Arbeitgeber an solchen aktiven, kreativen und lösungsorientierten Mitarbeitern ein echtes Interesse hat. Achtung! Bewerber, die hoch hinaus oder Großes erschaffen möchten, können im Gespräch sehr leicht überheblich oder überqualifiziert wirken, ja sogar dem zukünftigen Chef Angst machen. Nicht, dass Sie an dessen Stuhl sägen wollen! Hier ist also im Gespräch Klarheit mit Fingerspitzengefühl gefragt.
  5. Ich möchte einen sicheren Arbeitsplatz.
    Sicherheit ist vielen Angestellten wichtig. Häufig ist das Motiv Sicherheit auch mit Geld verbunden. Auch wenn heute kaum noch ein Job wirklich bis zur Rente sicher ist, gibt es natürlich Arbeitgeber und Branchen, bei denen das Motiv Sicherheit stärker erfüllt ist als bei anderen. Also: Warum ist Ihnen Sicherheit so wichtig? Was bedeutet Sicherheit für Sie? Was zeichnet einen sicheren Arbeitsplatz aus? Warum glauben Sie, dass genau das auf diese Position bzw. auf dieses Unternehmen zutrifft? Achtung! Der Wunsch nach Sicherheit könnte Ihnen auch den Stempel des Zeit Absitzers, Faulenzers oder des konservativen Langweilers aufdrücken. Eine Schublade, in die Sie sicher nicht gesteckt werden möchten. Umso wichtiger, dass Sie hier aktiv klarstellen, was Sie mit Sicherheit verbinden und wie sie sich auf Ihre Arbeitsmotivation auswirkt.
  6. Ich möchte mehr Geld verdienen.
    Ja, auch diese Motivation ist oft Anstoß zum Jobwechsel, insbesondere von jüngeren Angestellten, denn nur so sehen sie eine Chance, größere Gehaltssprünge zu realisieren. Auch wenn viele Menschen für sich selbst ein Problem mit materialistischem Anspruchsdenken haben, steht Geld dennoch für Freiheit, Sicherheit und Unabhängigkeit. Einen Arbeitgeber zu verlassen, weil einfach nicht mehr drin ist und das Gehaltsniveau im gleichen Job in einem anderen Unternehmen oder einer anderen Branche deutlich höher ist, ist eine klare Wechselmotivation. Auch dies zu thematisieren sollte Sie meiner Erfahrung nach nicht aus dem Rennen kicken. Ich würde hier allerdings noch weitere, stärker inhaltlich/fachlich orientierte Motive aufführen, so dass Sie nicht nur auf das liebe Geld reduziert werden.

Gekündigt! Weil es Zeit war, sich zu trennen.

Was tun, wenn Ihnen Ihr Arbeitgeber gekündigt hat? Häufig treffe ich auf Bewerber, denen betriebsbedingt gekündigt wurde und dies so auch im Zeugnis dokumentiert ist. Mal ist es die Auflösung eines ganzen Standortes, mal die Verlagerung von Teilen der Produktion ins Ausland. Immer ließe sich unterm Strich »Dumm gelaufen« resümieren. Und obwohl sie sich nichts zu Schulden haben kommen lassen, fühlen sich viele von ihnen als Versager und Verlierer.

Logisch, diese Situation ist nicht angenehm und ich kann verstehen, dass es Frust und das Gefühl von Hilflosigkeit hervorruft. Aber bezogen auf die Kommunikationsstrategie gegenüber einem neuen Arbeitgeber bin ich der Meinung, dass auch hier Klartext der beste Weg ist: »Ja, mir wurde betriebsbedingt gekündigt, weil …« Gerade und nur so schaffen Sie Klarheit, dass Sie keine goldenen Löffel gestohlen haben oder durch Ihre schlechten Leistungen aufgefallen sind.

Wurde Ihnen nicht betriebsbedingt gekündigt, sondern weil Sie schlechte Leistungen erbracht und Ihre vereinbarten Ziele nicht erreicht haben, dann ist das so sicherlich schwierig einem neuen Arbeitgeber zu kommunizieren. Hier empfehle ich, den Fokus aktiv auf die Zukunft zu legen und die Aufmerksamkeit auf die obigen positiven Wechselmotive zu lenken. Lässt Ihr Gegenüber nicht locker, dann erklären Sie, dass Ihr Arbeitgeber und Sie sich getrennt haben, bleiben Sie aber bei der Wahrheit. Ohne aus dem Nähkästchen zu plaudern können Sie hier zeigen, welche Schlüsse Sie aus der Kündigung für sich und Ihre Zukunft gezogen haben. Vielleicht thematisieren Sie auch ganz offen Ihre Schwächen als Entwicklungspotenziale im neuen Job. Was werden Sie beim nächsten Arbeitgeber anders machen?

Haben Sie selbst die Kündigung ausgesprochen, dann erklären Sie auch hierzu kurz und sachlich die Hintergründe, warum es für Sie nicht mehr gepasst hat. Hier können Sie dann schnell auf Ihre Motive für einen Wechsel und damit auf die Zukunft zu sprechen kommen, aber bitte ohne die letzten Monate beim alten Arbeitgeber gefühlsmäßig aufzuwärmen. Es hat eben nicht mehr gepasst, Werte und Ziele von Arbeitgeber und Arbeitnehmer können sich mit der Zeit auseinander entwickeln. Mit Ihrer Kündigung haben Sie sich entschieden, etwas zu verändern.

Da war doch noch was! Was Sie noch wissen wollten …

Für Ihre persönlichen Wechselmotive ist es nicht nur wichtig, dass Sie diese authentisch und mit Leben gefüllt rüberbringen, sondern auch, dass Sie auf Basis der Reaktionen der Unternehmensvertreter selbst abschätzen können, ob Ihre Motive und Ziele, die Sie mit dem Wechsel verbinden, in diesem Job und in diesem Arbeitsumfeld auch erfüllt werden:

  • Werden Sie sich in dieser Position mit diesem Chef entwickeln können?
  • Werden Sie wirklich internationaler arbeiten können?
  • Wird die neue Tätigkeit tatsächlich echte Herausforderungen für Sie bieten?
  • Werden Sie wieder mehr Zeit für die Familie haben?
  • Wird Ihre Entscheidung, die Führungsrolle abzugeben, wahrhaftig akzeptiert?
  • Werden Sie die Chance haben, tatsächlich etwas zu bewegen?
  • Bietet Ihnen die Position die Form von Sicherheit, die Ihnen so wichtig ist?

Mein Tipp: Machen Sie sich im Vorfeld des Bewerbungsgesprächs Gedanken, welche Fragen in Verbindung mit Ihrer Wechselmotivation auch für Sie wichtig sind, um genau diese Informationen zu erhalten.

Es ist nur die halbe Miete, wenn Sie sich Ihrer Wechselmotivation bewusst sind und diese perfekt verkaufen können, jedoch nicht in der Lage sind, einzuschätzen, ob Sie das, was Sie sich von einem Jobwechsel versprechen, bei Ihrem neuen Arbeitgeber tatsächlich auch bekommen werden.

(Bildnachweis: 123rf.com, 22087247, alphaspirit)

 

Dr. Bernd Slaghuis

Ich arbeite als Karriere- und Business-Coach in Köln und habe mich auf Fragen rund um die Karriereplanung und Neuorientierung spezialisiert. Mit Bewerbern arbeite ich an ihrer Bewerbungsstrategie, der Optimierung ihrer Unterlagen sowie der Vorbereitung auf Gespräche. Führungskräfte unterstütze ich, zu einer gesunden Grundhaltung zu finden. Ich halte Vorträge, gebe Seminare, moderierere Workshops und schreibe außerhalb dieses Blogs für diverse Karriere- und Management-Magazine.

Dieser Beitrag hat 14 Kommentare

  1. Ich habe meinen Job gerade erst gewechselt (intern). Leider ist es nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Es passt beruflich nicht und menschlich auch nicht wirklich. Neu beworben habe ich mich. Wie kann man dabei vorgehen?

    1. Hallo Mary,
      es kann immer mal nicht passen und manche Dinge zeigen sich erst, wenn Sie den Job angetreten haben. Ihre Frage ist, wie Sie den sehr kurzen Wechsel in der Bewerbung „verkaufen“? – Ich würde mit offenen Karten spielen und schreiben/sagen, dass es nicht gepasst hat. Ganz sachlich, ohne dabei über den Chef oder die Kollegen herzuziehen.
      Viele Grüße
      Bernd Slaghuis

    2. Mir geht es zurzeit genauso… Arbeite seit 9 Monate in einer Firma, wo ich mich überhaupt nicht wohlfühle. Die Atmosphäre ist sehr kühl und auch arbeitstechnisch habe ich mehr erwartet. Jetzt bewerbe ich mich und habe die ersten Vorstellungsgespräche. Habe auch große Angst vor der Frage: „Warum möchten Sie so schnell wieder wechseln?“

  2. Mich würde noch Folgendes interessieren: Wie sieht es mit einem Jobwechsel in der Probezeit aus? Was gilt hier zu beachten? Und insbesondere wenn man intern wechseln möchte? Ich bin jetzt knapp 3 Monate in der Firma, aber die Situation sieht zukünftig wenig attraktiv aus, d.h. es gibt keine Aufstiegschancen in diesem Bereich, die Personalsituation ist enorm angespannt, Arbeitsbelastung ist daher enorm hoch, und zukünftig wird sich die Situation noch verschärfen usw.. Wie wird hier ein Wechsel so grundsätzlich gesehen? Ist das ein „No-Go“, da sich so die Situation in der Abteilung nur noch mehr verschärfen würde? Oder geht die persönliche Karriere vor? Die neue Stelle wäre eine sehr attraktive Stelle als Assistent der Geschäftsführung!

    1. Hallo Hans,
      Ich finde ja, dass eine Probezeit für beide Seiten gedacht ist, herauszufinden, ob es wirklich passt. Ich würde es mit Ihrem Chef und der Personalabteilung offen besprechen und vielleicht gibt es ja auch eine Lösung, dass Ihre Kollegen im Team nicht das Gefühl haben, dass Sie sie im Stich lassen, z.B. weil Sie erst wechseln, wenn es einen neuen Nachfolger gibt.
      Viele Grüße
      Bernd Slaghuis

  3. Prima Artikel. Einiges kannte ich schon und habe ich selbst schon in Bewerbungsgesprächen gehört. Ehrlich währt fast immer „am längsten“ oder hier „am besten“.

    Schade manchmal, dass sich die Bewerber keine Gedanken machen, was sie auf eine solche Standard Frage antworten sollen. Gut sich mit solchen Artikeln vorzubereiten.

  4. Hallo,

    ich habe auch noch eine Frage zu diesem Thema.

    Ich habe mich intern auf eine neue Stelle beworben, u.a. weil es logistisch für mich einfach günstiger ist.
    Das Sachgebiet hat mir in meiner Ausbildung, welche jedoch mittlerweile 15 Jahre zurück liegt, sehr viel Spaß gemacht. Jedoch habe ich seitdem keine Berührungspunkte mehr mit diesem Sachgebiet.

    Nun bin ich nächste Woche zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen und frage mich, wie ich mich am besten darauf vorbereiten kann.

    Welche Fragen werden eventuell auf mich zukommen? Wie beantworte ich beispielsweise die Frage, warum ich mich auf diese Stelle beworben habe? Kann ich hier die logistischen Hintergründe erwähnen, oder lieber nicht? Sage ich meinem jetzigen Chef, dass ich mich auf die andere Stelle beworben habe? Ich habe in der Vergangenheit mal eine Abmahnung bekommen, muss ich mich auf Fragen diesbezüglich vorbereiten und wie argumentiere ich hier am günstigsten?

    Über eine relativ zeitnahe Antwort würde ich mich riesig freuen.
    Viele Grüße

    1. Hallo C. Seidel,
      Ihre Fragen sind sehr komplex, dass ich im Rahmen eines Kommentars darauf nicht antworten kann. Zu einigen Themen finden sie hier im Blog auch schon Beiträge, ich schicke Ihnen noch separat eine Mail.
      Viele Grüße, Bernd Slaghuis

  5. Ich befinde mich derzeit in Elternzeit und kann im Januar in meinen alten Job zurück. Da ich aber einen 30 minütigen arbeitsweg habe, möchte ich gern einen Job in naher Umgebung antreten. Wie kann ich das meinem Chef erklären, zu dem ich einen sehr guten Draht habe. Ich bin auch glücklich in dem Job, aber für die Familie und das Familienleben wäre es für mich angenehmer in der Nähe zu arbeiten. Danke im voraus für Ihren Tip.

    M.L.

  6. Sehr guter Artikel,der mir für mein anstehendes Vorstellungsgespräch den entscheidenden „Kick“ in die richige Richtung gegeben hat. Manchmal ist man so festgefahren in seiner Denkweise, dass man auf die naheliegendsten Dinge einfach nicht kommt.

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