Probearbeitstag Fehler Frau Fasst Sich An Kopf

Probearbeiten: Diese 10 dummen Fehler dürfen Sie sich auf keinen Fall erlauben!

Als ob die Vorstellungsgespräche nicht schon hart genug waren, jetzt müssen Sie auch noch zum Probearbeiten antanzen und sich live unter Beweis stellen. Immer mehr Arbeitgeber laden ihre Kandidaten in der letzten Runde zum Probearbeitstag ein. Als neuer Mitarbeiter, der Sie heiß auf den Job sind, möchten Sie natürlich überzeugen. Ihr potenzieller Chef soll sehen, dass Ihre Versprechungen aus den Bewerbungsgesprächen, wie Sie das Unternehmen zum Erfolg führen werden, nicht nur heiße Luft waren. Um die letzte Hürde auf dem Weg zum Arbeitsvertrag zu überwinden und wirklich Aussichten auf den Job zu haben, sollten Sie meine 10 ultimativen Tipps für Ihren Probearbeitstag auf jeden Fall beherzigen – und diesen Text bis zum Ende lesen ;-)

Achtung! Dieser Text kann Spuren von Schwachsinn enthalten.

10 super wichtige Verhaltensregeln für Ihren Probearbeitstag

1. Stellen Sie keine Fragen!

Sollen Ihre Kollegen und der Chef etwa noch vor dem offiziellen Start merken, dass Sie eine absolute Nervensäge sind, die immer alles bis ins Detail wissen möchte? Glauben Sie eigentlich, dass sich das Team freut, wenn mal wieder einer dieser Probearbeiter den täglichen Ablauf stört? Also, wenn Sie schon dort sind, dann sollten Sie die Kollegen nicht zusätzlich durch Ihre Fragerei von der Arbeit abhalten. Je unauffälliger Sie diesen Tag überstehen und einfach nur brav erledigen, was Ihnen aufgetragen wird, desto höher die Chance, als neuer Kollege willkommen zu sein.

2. Halten Sie sich mit Ihrer Meinung zurück!

Achten Sie auf jedes Fettnäpfchen. Was würden Sie als Mitarbeiter sagen, wenn da so ein Probearbeiter daher käme und alles besser weiß? Sie sind dort nur zu Gast, Ihre persönliche Meinung interessiert nicht! Gäste halten sich zurück und passen sich ihrem Umfeld an. Falls Sie jemand direkt nach Ihrer Meinung fragt, dann könnte es eine dieser gemeinen Fangfragen sein, vor der Sie unbedingt auf der Hut sein müssen. Besonders im Kontakt mit Ihrem potenziellen Chef sollten Sie aufpassen, wenn er Sie am Probearbeitstag anspricht. Er sucht wahrscheinlich wie schon vorher in den Vorstellungsgesprächen nur nach Ihren Fehlern und einem plausiblen Grund, Ihnen endlich die Absage schicken zu dürfen.

3. Stehlen Sie Ihrem künftigen Boss keine Zeit!

Halten Sie Ihren Chef oder die neue Chefin auf gar keinen Fall von der Arbeit ab. Er oder sie wird ja schließlich nicht dafür bezahlt, sich um Probearbeiter zu kümmern, sondern den Gewinn fürs Unternehmen einzufahren. Falls Sie Ihren vielleicht zukünftigen Chef doch einmal bei der wichtigen Arbeit stören müssen, dann entschuldigen Sie sich hierfür in aller Form und zeigen Demut. Stellen Sie keine Rückfragen und unterlassen alles, was Ihr Gespräch in die Länge ziehen könnte.

4. Erzählen Sie nichts aus Ihrem Privatleben!

Arbeit ist Arbeit, Privates hat da nichts zu suchen! Nicht, dass Ihre zukünftigen Kollegen schon am Probearbeitstag zu viel über Sie erfahren. Vielleicht ist eine Pferdehasserin dabei, die Sie am nächsten Tag im Team schlecht macht, weil Sie reiten. Was Sie in Ihrer Freizeit tun, welche Hobbies Sie haben und erst Recht Ihr Familienstatus gehen niemanden etwas an. Wo kämen wir denn da hin?!

5. Machen Sie immer ein Pokerface!

Zeigen Sie an diesem besonderen Tag auf gar keinen Fall Unsicherheit – oder irgendwelche anderen Emotionen. Wahrscheinlich müssen Sie Aufgaben erledigen, die Sie bisher noch nie gemacht haben. Vielleicht kommen Ihnen auch manche KollegInnen merkwürdig vor. Tun Sie auf jeden Fall so, als wäre das alles kein Problem für Sie. Überspielen Sie jeglichen Anflug von Unsicherheit, Schwäche oder Angst. Vielleicht hilft ein einstündiges Schauspiel-Training vor Ihrem Probearbeitstag, an dem Sie Ihr perfektes Pokerface einstudieren. Das sollte Ihnen der neue Job ja mindestens wert sein, oder?

6. Laufen Sie nicht durch die Flure!

Unternehmen mögen keinen Bewerber-Tourismus im Haus. Auch wenn Sie wahrscheinlich gut sichtbar mit einem Besucherausweis ausgestattet sind, halten Sie sich fern von anderen Abteilungen. Sie sollen ja schließlich arbeiten an Ihrem Probetag und daraus keinen Ausflug durch die Weiten des Unternehmens machen. Stellen Sie sich nur vor, Sie landen aus Versehen auf der Vorstandsetage und werden gefragt, wer Sie sind. Wie peinlich! Es reicht völlig aus, wenn Sie das Unternehmen und die anderen Kollegen der Teams erkunden, wenn Sie wirklich dort anfangen dürfen.

7. Essen Sie in der Kantine maximal einen Salat!

Was glauben Sie eigentlich, wieviel Sie das Unternehmen an so einem Probearbeitstag kosten? Auch wenn Sie sich zurückhalten, blockieren Sie die Kollegen bei der Arbeit. Das kostet so richtig und zum Ergebnis werden Sie wohl kaum etwas als Eintags-Hilfsarbeiter beitragen. Also schlagen Sie nicht über die Stränge, wenn es zum Mittagessen geht und nehmen Sie auch maximal zwei Kaffee an diesem Tag in Anspruch. Nicht, dass Sie als Schmarotzer rüberkommen, der sich kostenlos am Probearbeitstag endlich mal wieder satt isst.

8. Machen Sie auf gar keinen Fall Fehler!

Eines ist klar: Sie stehen an diesem Tag von der ersten bis zur letzten Sekunde unter Beobachtung. Wahrscheinlich sind einige Kollegen aus dem Team von oben angehalten, Sie nicht aus den Augen zu lassen und akribisch alles zu dokumentieren, was Sie wie tun. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie sogar auf die Toilette begleitet werden. Das ist normal – unter Frauen eh :-) Wie gesagt, es geht ja um den Nachweis von Fehlern, die Sie machen. Jeder noch so kleine Fehler, ein falscher Handgriff, ein Vertipper oder ein Name des Kollegen, den Sie sich nicht haben merken können, werden zu Ihrem Verhängnis. Und solche Fehler müssen heute für die Personalabteilung sauber dokumentiert sein, wenn Sie später die Absage kassieren. Corporate Governance. Kennen Sie auch, oder?

9. Stapeln Sie höher als hoch!

Beim Probearbeiten geht es um den Beweis, dass Sie besser sind als Ihre Konkurrenten auf diesen Job. Das ist der einzige Sinn und Zweck, dass Sie an diesem Tag dort sind. Da Sie Ihre Mitbewerber nicht kennen, müssen Sie sie halt irgendwie übertrumpfen. Werfen Sie sie im Wettrennen um die Stelle raus, indem sie hochstapeln was das Zeug hält. Sie haben es in der Hand, Ihre Konkurrenz hinter sich zu lassen. Übertreiben Sie Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten und je öfter Sie „Alles klar, gar kein Problem für mich!“ sagen, umso eher glauben Ihre Kollegen und vor allem der neue Chef, dass Sie echt ein toller Hecht sind. Wenn sich das alles dann später als Luftnummer herausstellt, haben Sie ja immerhin den Vertrag in der Tasche und können nur noch in der Probezeit wieder raus geworfen werden. Dieses Versagen würde kein Chef und kein Personaler so schnell zugeben, dass sie sich mit ihnen einen Fehlgriff geleistet haben. Sie müssen also nur irgendwie diesen einen Tag noch überstehen, danach sind Sie erstmal sicher.

10. Machen Sie mit dem letzten Kollegen Feierabend!

Ein Probearbeitstag ist ein Tag. Selbst wenn Ihnen nach der Mittagspause gefühlt schon die Puste ausgeht, weil soviele neue Eindrücke auf Sie einprasseln und es echt anstrengend ist, alle meine super wichtigen Tipps zu beherzigen – halten Sie durch bis zum bitteren Ende! Motivation und Arbeitseinsatz werden an diesem Tag auch geprüft. Lassen Sie auf gar keinen Fall den Stift nach 8 Stunden fallen. Zeigen Sie, dass Sie auch bereit sind, 12 oder mehr Stunden zu arbeiten. Das wird heute erwartet! Gehen Sie also nicht, bevor der letzte Mitarbeiter des Teams oder Ihr zukünftiger Chef das Licht ausschalten.

 

Probearbeitstag: Stellen Sie Ihren neuen Job auf die Probe!

Ich hoffe, Sie hatten beim Lesen der 10 Punkte genauso viel Spaß, wie ich beim Schreiben?

Ich habe neulich in einem Restaurant draußen beim Mittagessen einem Gespräch zwischen einer Bewerberin und einer Mitarbeiterin eines Startups lauschen können. Sie haben sich laut unterhalten, da musste ich einfach aus beruflichem Interesse hinhören. Die Dame des Arbeitgebers lud die Bewerberin zu einem Probearbeitstag ein. Und fügte auch gleich hinzu, dass sie dann zwei Aufgaben gestellt bekomme, die sie an diesem Tag zu erledigen habe. Ach ja, eine andere Bewerberin gab es noch, die berufserfahrener war – das erhöhte wahrscheinlich den Stress nochmal schön. Also eine echte Prüfungssituation. Arbeiten auf Probe. Um wirklich als Arbeitgeber ganz sicher zu gehen.

Da war sie wieder, die alte Haltung von Arbeitgebern: Der Bewerber als kleiner Bittsteller, der sich an diesem Tag zu beweisen hat. Ich konnte es nicht fassen! Zwei junge Menschen im Gespräch über eine Position im Startup. Es fehlte nicht viel und ich hätte mich umgedreht – aber ich hatte ja Mittagspause ;-)

Ja, dass Bewerber zu einem Probearbeitstag eingeladen werden, höre ich immer häufiger. Und ich finde es sehr gut, dass Arbeitgeber dies tun. Nicht aus dem Grund, weil sie auf Nummer sicher gehen möchten und glauben, drei Gespräche und ein Assessment-Center seien nicht ausreichend, um einen Kandidaten abschließend zu beurteilen. Auch nicht, weil sie Bewerber so als billige Arbeitskräfte für Aushilfsjobs einen Tag ins Unternehmen locken. Nein, so ein Probearbeitstag ist im Bewerbungsprozess eine gute Möglichkeit, um auch als Bewerber einen halbwegs echten Einblick in den späteren Job zu bekommen.

Um die Kollegen etwas kennen zu lernen und auch den neuen Chef in seinem Element zu erleben. Kurz: Um auch als Bewerber besser beurteilen zu können, ob es wirklich passt. Natürlich wird Bewerbern in Vorstellungsgesprächen der neue Job schmackhaft gemacht, die Sozialleistungen, der Kickertisch und das Bio-Obst versprochen und die Kollegen im Team ins rechte Licht gerückt. Wer würde im Bewerbungsgespräch schon zugeben, dass Mobbing im Team herrscht und der Chef tatsächlich ein Choleriker ist? Wer würde zugeben, dass die IT-Systeme noch auf Windows 2005 laufen und die Bürostühle aus den 80ern sind? Wer würde sagen, dass es in der Kantine dreimal die Woche Schnitzel-Pommes gibt oder Mitarbeiter Ihre Kaffeemaschinen von zu Hause mitbringen müssen?

Nutzen Sie die Chance als Bewerber an Ihrem Probearbeitstag bewusst, um einen tieferen Einblick zu bekommen. Um für sich selbst zu entscheiden, ob Sie die nächsten Jahre in diesem Unternehmen, mit diesem Chef, diesen Kollegen und in diesem Büro verbringen möchten. Schnuppern Sie Realität!

 10 Dinge, auf die Sie am Probearbeitstag achten sollten

Na klar, alle meine 10 Punkte oben sind dummer Blödsinn. Stellen Sie ruhig alle Fragen, die für Sie wichtig sind, um eine Job-Entscheidung zu treffen. Sagen Sie Ihre Meinung zu Themen, bei denen Sie glauben, mitreden zu können. Gehen Sie auf Ihren zukünftigen Chef zu und lernen Sie ihn ein bisschen kennen. Zeigen Sie Emotionen, wenn Sie etwas freut oder Ihnen etwas Angst macht. Geben Sie zu, dass Sie aufgeregt sind, wenn man es Ihnen eh ansieht. Schauen Sie sich auch außerhalb Ihres Teams im Unternehmen um und nehmen Sie die Stimmung und Kultur wahr. Bleiben Sie auf dem Boden und spielen Sie kein Spiel. Gehen Sie mit Ihren zukünftigen Kollegen in die Pausen und sprechen Sie auch über private Themen, wenn es für Sie passt.

Hier sind wirklich ernst gemeinte 10 Dinge, auf die Sie als Bewerber achten sollten:

  1. Wer werden Ihre KollegInnen sein? Sind sie Ihnen sympathisch?
  2. Wie erleben Sie Ihren künftigen Chef bzw. die Chefin? Nimmt er/sie sich Zeit für Sie und gewährt Ihnen Einblicke auch in seine/ihre Arbeit?
  3. Welche Stimmung herrscht im Team? Betretenes Schweigen oder lockere Arbeitsatmosphäre?
  4. Wie funktioniert das Team als Team? Arbeiten die Kollegen mit- oder gegeneinander?
  5. Wie nehmen Sie die Mitarbeiter anderer Teams wahr? Wie ist die Stimmung im Haus, wem begegnen Sie und welche Schnittstellen gibt es zwischen Ihrem Bereich und anderen Teams?
  6. Ist die Stelle neu geschaffen oder wer macht Ihre zukünftigen Aufgaben heute – und wie? Was genau werden Ihre Aufgaben in den ersten Monaten sein?
  7. Wie gefällt Ihnen Ihr neuer Arbeitsplatz? Können Sie sich vorstellen, dort jeden Tag viele Stunden zu verbringen?
  8. Wie sieht es rund um Technik & IT aus? Welchen Standard hat die Büroausstattung und werden Sie damit gut arbeiten können?
  9. Was geschieht neben der Arbeit? Gibt es Small-Talk im Team, wie verhalten sich die Kollegen untereinander und Ihnen gegenüber in Pausen? Nehmen sie Sie mit und integrieren Sie an diesem Tag bereits ins Team?
  10. Was sagt Ihr Bauchgefühl?

Viele Angestellte kommen zu mir, weil sie ihren Arbeitgeber zum Teil nach kurzer Zeit wieder verlassen möchten und nach neuen Möglichkeiten suchen. Es kommt in diesen Fällen häufig vor, dass sie mir sagen „Ich hatte schon damals im Bewerbungsgespräch so ein komisches Bauchgefühl, den Job aber trotzdem angenommen.“ Unser Bauchgefühl weiß meist sehr gut, was uns gut tut – klingt esoterisch, ist aber so. Punkt 10. ist daher nach einem Probearbeitstag aus meiner Sicht nicht zu unterschätzen.

Lassen Sie Ihre Eindrücke des Tages sacken und entscheiden Sie sich nicht vorschnell – weder dafür, noch dagegen. Lassen Sie den Probetag am nächsten Tag Revue passieren. Was hat Ihnen besonders gut gefallen? Bei welchen Erfahrungen oder Beobachtungen haben Sie Zweifel, ob diese Position für Sie passend ist? Gehen Sie bei diesen Punkten einen Schritt weiter und hinterfragen Sie, warum es Ihnen wichtig ist und auch, welche Ihrer Werte oder Ziele in diesem Moment dort verletzt wurden. Wenn Sie denken, dass es keine k.o.-Kriterien für den Job sind, überlegen Sie sich, ob Sie die Punkte im nächsten Gespräch mit Personal oder Ihrem zukünftigen Chef offen besprechen – sofern die andere Seite auch weiterhin Interesse an Ihnen hat.

Ihre Haltung als „Probe-Arbeiter“ zählt!

Ihre Haltung als Bewerber entscheidet auch am Probearbeitstag, welchen Eindruck Sie machen und was Sie für sich selbst aus dieser Erfahrung gewinnen. Wie im Bewerbungsgespräch ist auch der Probearbeitstag für mich eine Fortsetzung des echten (!) Kennenlernens zweier Interessenten, die diesen Tag beide nutzen dürfen, um zu klären, ob es wirklich passt. Für Sie als Bewerber bedeutet das, Interesse, Offenheit, Neugierde und Arbeitsmotivation zu zeigen, jedoch vor lauter „Probearbeit“ ebenso das Bewusstsein zu behalten, sich auch selbst ein gutes Bild machen zu wollen.

Zu Ihrer guten Haltung gehört auch, dass Sie an diesem Tag nicht perfekt sein müssen. Es ist klar, dass Sie sich nicht alle Namen und Details merken können, gleich mit den IT-Systemen warm werden und mitarbeiten können, wie die Kollegen um Sie herum es nach Jahren im Unternehmen tun. Es ist normal, dass Sie aufgeregt und vielleicht auch zunächst zurückhaltender sind als sonst. Alles ist neu und natürlich möchten Sie einen guten Eindruck machen. Versuchen Sie, Sie selbst zu sein. Denn Ihr Chef und die Kollegen sollen Sie doch so kennenlernen, wie Sie sind. Außerdem kostet gutes Schauspiel viel zu viel Energie, die Sie an diesem Tag besser an anderer Stelle einsetzen können.

Ich wünsche Ihnen viel Freude und mehr Klarheit über Ihre Job-Entscheidung, falls Sie demnächst in den Genuss eines Probearbeitstages kommen. Wenn Sie Lust haben, dann teilen Sie gerne Ihre Erfahrungen mit mir und den Lesern.

(Bildnachweis: 123rf.com, 60860859, Ion Chiosea)

Dr. Bernd Slaghuis

Ich arbeite als Karriere- und Business-Coach in Köln und habe mich auf Fragen rund um die Karriereplanung und Neuorientierung spezialisiert. Mit Bewerbern arbeite ich an ihrer Bewerbungsstrategie, der Optimierung ihrer Unterlagen sowie der Vorbereitung auf Gespräche. Führungskräfte unterstütze ich, zu einer gesunden Grundhaltung zu finden. Ich halte Vorträge, gebe Seminare, moderierere Workshops und schreibe außerhalb dieses Blogs für diverse Karriere- und Management-Magazine.

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare

  1. Ihr Beitrag enthält wertvolle Tipps. Sie sollten ebenso in anderen Situationen des Kennenlernens beherzigt werden. Ich denke da an die Situation, wenn externe Mitarbeiter temporär für Aufgaben und Projekte in ein Unternehmen kommen.

  2. Ich verstehe ja, das Texte eine provokativen Aufhänger benötigen, aber ich finde dafür sind die ersten 10 Punkte deutlich zu lang und zu aufwendig verfasst. Nicht das da einer aufhört zu lesen und dann meint, dass das der normale Irrsinn ist.
    Wenn die Provokation quasi genau so lang ist wie die eigentliche ernstgemeinte Aussage, dann ist das kein Aufhänger mehr.

    Ansonsten, wenn man durchhält, kommt man dann doch noch zu den Fakten. Und ja, eine Probetag (wenn denn dieser überhaupt angeboten wird) sollte man annehmen. Hat man danach schon ein flaues Gefühl, sollte man es sich doch überlegen, ob es der richtige Arbeitgeber ist. Bleibt man, dann sollte man allerdings sich die eigene Meinung auch in der Probezeit weiter bilden. Viele vergessen, dass es bei der Probezeit um beide Seiten geht. Nicht nur der Arbeitgeber prüft, ob es passt. Auch der neue Mitarbeiter muss für sich entscheiden, ob er dort bleiben möchte oder nicht.
    Und nach meiner Erfahrung für mich selber ist das nur in zweiter Linie eine Verstandsentscheidung. Hat man ein schlechtes Gefühl bei der Angelegenheit, dann wird sich das meist auch nicht ändern.
    Man sollte nie vergessen, dass man nur dann gute und für einen selber befriedigende Arbeitsleistung vollbringen kann, wenn man sich dort nicht unwohl fühlt. -Ich habe diese Formulierung mit Absicht gewählt. Es muss nicht alles super sein. Man muss sich nicht immer wohl fühlen. Manchmal merkt man erst, dass man sich wohl fühlt, wenn man feststellen kann, dass man sich nicht unwohl fühlt.-

    Und noch etwas. Geld hebt kein inneres Unwohlfühlen auf. Wenn ich mich unwohlfühle, kann mir auch ein noch so tolles Gehalt nicht helfen.

  3. Lieber Herr Dr. Slaghuis.
    ich habe Ihre 10 Punkte alle durchgelesen und bin „fast“ auf sie hereingefallen – ich habe mich schon gefragt, ob das ernst gemeint ist?! Gut, dass ich bis unten weitergelesen habe. Man bekommt ja soviele Tipps – da kann ja nur vor Aufregung alles schief gehen…:)
    Ich schreibe Ihnen, weil ich vor Kurzem einen Probearbeitstag hatte und würde Ihnen gerne berichten, wie es abgelaufen ist, vielleicht ist es dem einen oder anderen ja auch so ergangen?! Zuerst hatte ich eine Stelle im Internet gefunden aus meiner Nähe. Sofort habe ich angerufen…und erfuhr, dass die Stelle wohl ganz dringend zu besetzen wäre, weil die Dame (die diese Stelle z.Zt. besetzt) schon Ende der Woche geht. Ich bat um einen Vorstellungstermin und bekam nach 5 Minuten einen Rückruf, ich solle direkt nach dem Wochenende schon zum Probeabreiten kommen. Na klar – bin ich direkt dort hin. Von einer anderen Mitarbeiterin wurde ich freundlch empfangen. Sie schüttete mir direkt ihr Herz aus…über die Stimmung im Betrieb…;) so nach dem Motto: „Vor einem halben Jahr war die Stimmung hier so schlecht, dass wir alle Angst hatten zur Arbeit zu kommen, dass wir gleich unsere Kündigungen erhielten. Dann aber gleich wieder…jetzt ist das aber alles gut. Die Herren (ein Familienbetrieb) sind manchmal etwas mürrisch…aber das meinen sie nicht ernst. Na gut, dachte ich – mal sehen wie es weiter geht. Die nächste Kollegin (die bald geht) erzählte mir ebenfalls von „mürrischer ‚Stimmung“ und das Beste war, sie haben mir gleich zu Anfang verraten, dass sich an dieser Position schon mehrere Damen die Zähne ausgebissen hätten und 5 wären nur kurze Zeit geblieben und eine wäre gekündigt worden. Das waren eine Menge gute Informationen für mich. Das hat sicher nicht an den Damen nur gelegen. Das blöde – die Arbeit selbst – hätte mir Spaß gemacht…aber doch nicht mit solchen Miesmuscheln?! Der Seniorchef saß in seinem Büro und man durfte nicht etwas lauter sprechen, dann bekam seine direkte Sekretärin Angst. Sie hatte die ganze Zeit eine devote Haltung – was mich schon wunderte. Es war überhaupt keine lockere Stimmung dort – eher still und ängstlich. Der Hammer war – der Seniorchef und der Juniorchef kamen beide in das Büro und gingen an mir vorbei – haben nur kurz „Hallo oder Tag“ gesagt – aber keiner von beiden hat sich vernünftig als Firmeninhaber bei mir mal vorgestellt. Nun bin ich eine Dame mittleren Alters – das hätte ich von gestandenen „Chefs und Männern“ ja zumindest erwartet. Ich fand es peinlich für die Herren und äußerst unprofessionell. Dann zum Abschluß meines Probearbeitstages von 5 Stunden, sollte ich zum Chef kommen bzw. er würde mich gleich in sein Büro holen. Aber nein, der Seniorchef kam aus seinem Büro stellte sich vor mir (und den beiden anwesenden Angestellten) an den Tresen und schaute mich an und sagte: „So, nun erzählen Sie mal von sich und wie es Ihnen gefallen hat!“ Ich fand das eigenartig, weil ich finde ein Personalgespräch sollte doch unter vier Augen evtl. noch mit einem anwesenden Juniorchef etc. geführt werden und nicht – zwischen zwei Angestellten. So erzählte ich was ich vorher gemacht habe, wie es mir gefallen hat und fragte dann aber auch – dass ich nicht wüsste wieviel man mir zahlen würde – ich habe ja kein Vorstellungsgespräch gehabt vorher….So wurde all das im großen Büroraum zwischen den beiden Damen (die ihre Ohren spitzten) besprochen und als ich sagte, was ich vorher verdient habe in der Stunde, nahm sich die jüngere Dame den Taschenrechner und rechnete lustig aus, was ich verdienen würde….Ja sagen Sie mir mal…haben die Leute noch alle Tassen im Schrank? Was muss man sich eigentlich als Arbeitnehmer alles gefallen lassen. Für mich ist die Sache gelaufen, obwohl die Arbeit mir zusagte…aber doch nicht unter diesen Voraussetzungen?!

    1. Hallo Frau „Bluebella“ ;)
      Danke für diesen lebhaften Erfahrungsbericht und Glückwunsch zur Entscheidung, dort nicht zu arbeiten. Ja, auch wenn es in manchem Familienbetrieb so zugehen wird – und Nähe und Offenheit sind ja auch gut – ist das im Auftreten gegenüber einer Bewerberin nicht sonderlich professionell. Dennoch gut, dass Sie diese Erfahrung machen konnten, oder? Stellen Sie sich vor, Sie hätten nur ein gut geschauspieltes Vorstellungsgespräch mit den Herren geführt ;-)
      Viel Erfolg weiterhin bei der Suche nach dem passenden Arbeitgeber und liebe Grüße,
      Bernd Slaghuis

  4. Hallo Herr Dr. Slaghuis,

    vielen Dank für Ihr Feedback. Ja, es war gut eine halben Tag lang die Stimmung dort einfangen zu dürfen. Ich fühlte mich tatsächlich überhaupt nicht willkommen bei den beiden Chefs und auch der Ehefrau des älteren Chefs. So ein bisschen hatte ich das Gefühl, die benehmen sich wie große schüchterne Jungs. Ich frage mich nur, wer hat denn veranlasst, dass ich zum Probearbeiten kommen sollte – wenn es denen doch „anscheinend“ egal ist ob und wer da sitzt?! Nun sehe ich nicht aus wie ein blonder Vamp, aber für meine 57 Jahre doch noch recht passabel. Hatte meine langen blonden Haare extra schön konservativ hochgesteckt und war auch dementsprechend ordentlich angezogen. Ich kann nur jedem raten, sich den Betrieb vorher anzuschauen. Die Chemie sollte auf jeden Fall stimmen. Und Ihre Seite hier kann man wirklich wärmstens empfehlen, denn auch Ihr Feedback hat mich noch sicherer in meinem Entschluss gemacht. Vielen Dank dafür und Ihnen ebenfalls weiterhin viel Erfolg und alles Gute! :) „Bluebella“ ;-)

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