Kollegenschweine 11 Typen Und Wie Sie Mit Ihnen Umgehen

Kollegenschweine: Die 11 unbeliebtesten Typen im Büro

Ideenklauer, Petzer, Intriganten, Lästermäuler oder Klugscheißer. Echte Kollegenschweine. Wer kennt sie nicht? Sie sorgen für miese Stimmung im Team und ziehen die Leistung runter. Viele Klienten erzählen mir von ihren fiesen Kollegen und welche Kraft sie ihnen in den letzten Monaten geraubt haben. Sie belastet der ewige Kampf und der Spießroutenlauf, den sie Tag für Tag aufs Neue durchmachen. Denn wer sich einmal in die scheinbar ausweglose Rolle als Opfer eines Kollegenschweins hinein hat drängen lassen, schafft es nur selten aus eigener Kraft wieder hinaus. Vor zwei Jahren habe ich damit begonnen, die unterschiedlichen Typen Kollegenschweine aufzuschreiben, die mir durch die Brille der Betroffenen immer wieder begegnet sind. Hier sind die 11 unbeliebtesten Typen unter den Kollegenschweinen und wie Sie besser mit ihnen umgehen können:

11 Arten der Spezies „Kollegenschwein“, wie sie ticken und woran Sie sie erkennen können

1. Der Ideenklauer

Ideenklauer schmücken sich gerne mit fremden Federn. Sie tun alles, um an Informationen, Ideen und fremdes Gedankengut zu kommen, um es für ihren Vorteil einzusetzen. Ihre Masche: Heute bester Freund und vertrauter Kollege, mit dem man über wirklich alles sprechen kann und morgen schon der beste Freund des Chefs, der ihm fremde Ideen als seine eigenen unter jubelt. Ideenklauer sind im Team schnell verbrannt. Kommen die Kollegen dahinter, ist das Vertrauen dahin. Ideenklauer verfolgen daher häufig entweder die Strategie „Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts!“ oder „Der andere war’s!“ Wer als Ideenklauer bekannt ist und ausgeschlossen wird, der sucht sich häufig Verbündete, die ihm bei der Informationsbeschaffung behilflich sind.

2. Der Anschwärzer

Hier handelt es sich um die Gattung Petzer. Besonders beliebt als Kommunikationsform in Richtung Chef. Er ist Meister darin, die Fehler seiner Kollegen aufzuspüren, beweissicher zu dokumentieren und dem Chef oder den eigenen Verbündeten zuzuspielen. Petzer handeln natürlich immer für das Wohl des Unternehmens – das glauben Sie zumindest selbst. Sie sehen es als ihre Pflicht an, Missstände aufzudecken und öffentlich zu machen. Die gemeine Gattung der Anschwärzer ist gleichzeitig auch Vorteilskämpfer. Petzen für den eigenen Erfolg. Je schwächer die Kollegen, desto stärker fühlen sie sich selbst.

3. Der Vorteilskämpfer

Dem Vorteilskämpfer geht es einzig und allein um sich. Er muss am Ende jedes Tages als Held dastehen. Vorteilskämpfer instrumentalisieren und manipulieren ihr Umfeld. Sie tun alles für ihren Vorteil. Sie gehen über „Leichen“, koste es, was es wolle. Skrupellos legt der Vorteilskämpfer seinen Kollegen Steine in den Weg. Meist versteht er selbst sich als Team-Chef und Anführer. Seine Arbeit besteht vor allem darin, in jeder Situation seine eigenen Ziele im Blick zu haben. Team- oder Unternehmensziele sind ihm egal, solange dies seine Position und sein Ansehen nicht beschädigt.

4. Das Lästermaul

Lästermäuler tummeln sich besonders häufig in Kaffee-Küchen, auf Damen-Toiletten ;-) oder in Raucher-Ecken. Überall dort, wo es gesellig ist und sie unter sich sind. Lästermäuler sind keine Einzelgänger, sondern treten häufig in Rudeln auf. Sie sind gesellig und es ist wichtig für sie, dazu zu gehören. Gemeinsam über nicht anwesende Kollegen herzuziehen, das verbindet sie. Nicht selten sind sie wie ein Fähnchen im Wind. Eben haben sie Kollege Meier noch berichtet, was Frau Müller heute schon wieder verbockt hat und im nächsten Moment ziehen sie mit Frau Müller über Herrn Meier her. Sie sind extrem unproduktiv, doch durch ihre Präsenz fällt das meist nicht auf.

5. Die Diva (m/w)

Diven brauchen Rampenlicht und ihre Bühne. Sie sind bunt, schrill und laut. Auffallen um jeden Preis ist ihr Motto. Gleichzeitig sind sie empfindlich wie eine Mimose. Pinkelt ihnen jemand ans Bein, werden sie entweder zur Zicke oder zur Heulsuse. Diven dulden keine Diven neben sich, sie sind einzigartig. Im Team erarbeiten sie sich gerne eine Sonderstellung und werden oft vom Chef mit Samthandschuhen angefasst. Denn Diven kann man eben nicht alles zumuten.

6. Der Hypochonder

Diese Spezies macht aus jeder Mücke einen Elefanten. Kommt der Chef morgens nicht mit einem Lächeln ins Büro, dann drohen ganz sicher Massenentlassungen. Hypochonder sind wahre Meister im sich Sorgen machen. Sie sind den ganzen Tag auf der Suche nach Beweisen, dass ihre Sorgen und Ängste berechtigt sind. Sie deuten und interpretieren alles. Sie lesen zwischen den Zeilen und entwickeln Horror-Szenarien. Im Team stecken diese Problemsucher ihre Kollegen damit an, um zu warnen und am Ende sagen zu können: „Seht Ihr, ich hab’s ja kommen sehen!“

7. Der Klugscheißer

Dies ist der Typ Besserwisser gepaart mit dem dampfplaudernden Sprücheklopfer. Er hält sich für superschlau, allwissend und hat zu allem eine Meinung. Er ist ein brillanter Schauspieler, denn er verkauft sein Wissen selbst bei vollkommener Ahnungslosigkeit. Es gibt nichts, was er scheinbar nicht weiß. In Meetings erkennt man ihn an „man müsste mal wieder“ oder „so geht das ja nicht“, ohne dass er eine Lösung präsentiert. Klugscheißer übertünchen ihre Hilflosigkeit und ihr fachliches Unvermögen mit perfekter Kommunikation und einer Fassade aus smart-korrektem Kleidungsstil. Im Team steht der Klugscheißer entweder im Hintergrund und schießt seine schlauen Sprüche gezielt ab oder aber – der Typ Dampfplauderer – er nervt seine Kollegen ständig mit seiner Meinung, auch wenn sie nicht gefragt ist.

8. Der Sesselpupser

Dieser Typ Kollegenschwein hat das Verständnis von „Team = Toll, ein anderer machts!“. Möglichst keine Anstrengung, wenig bewegen, nicht gestört werden, seine Ruhe haben. Der Sesselpupser kennt die Stärken seiner Kollegen ganz genau und sorgt geschickt dafür, dass sie ihn im Team mittragen. Er versteht es, beschäftigt zu wirken, falls der Chef um die Ecke blinzelt. Er selbst versteht sich oftmals als der heimliche Chef und schafft es, seine Kollegen auf Trab zu halten. Häufig vereint dieser Typ auch den Ideenklauer oder Vorteilskämpfer in sich. Denn es geht ihm immer darum, die Früchte des Erfolgs mit möglichst wenig Anstrengung zu ernten.

9. Der Intrigant

Diese Spezies ist besonders unberechenbar. Der Intrigant schmiedet Pläne und irgendwann geht ihm sein Opfer ins Netz. Er beobachtet viel und verhält sich gerne unauffällig. Viele Intriganten scharen Lockvögel um sich, die ihnen bei der Umsetzung des Plans behilflich sind. Im Idealfall hat der Intrigant am Ende immer jemanden, auf den er mit dem Finger der Schuldzuweisung zeigen kann. Denn Intriganten sind Meister darin, ihre Weste möglichst weiß zu behalten. Im Team sind sie eher unauffällig, leise und im Hintergrund. Denn dort können sie am besten geschickt ihre Strippen ziehen.

10. Der Abtaucher

Abtaucher tauchen unter, sobald es nach Arbeit im Team riecht. Wird es zu anstrengend, dann sind gerade andere Dinge wichtig oder es wird sogar die Krankschreibung eingereicht. Abtaucher haben kein Problem damit, ihre Kollegen in schwierigen Zeiten allein zu lassen. Sie fühlen sich nicht mitverantwortlich für die Leistungen ihres Teams. Hauptsache Ich! Das Wir ist für Abtaucher zweitrangig. Eine andere Ausprägung ist der Fokussierungs-Abtaucher: Menschen, die sich so sehr in ein Thema festbeißen, dass sie alles andere um sich herum vergessen und nicht mehr wahrnehmen. Sie verzetteln sich und verlieren den Anschluss zum Team.

11. Der Alleingänger

Alleingänger machen ihr Ding. Was sie sich in den Kopf gesetzt haben, wird konsequent durchgezogen. Sie sind häufig extrem überzeugt von ihrer Denk- und Verhaltensweise und es fällt ihnen schwer, andere Meinungen zu verstehen, geschweige denn anzunehmen. Im Team ist der Alleingänger ein Querulant. Denn obwohl sich das Team für Weg A entschieden hat, zieht er seinen Weg B durch. Alleingänger wollen es sich und anderen beweisen. Nicht selten, um damit auch aus der Masse hervor zu stechen. Sie lassen sich ungern etwas sagen oder gar verbieten.

 

Das können Sie tun, wenn Sie solche Kollegen im Team haben

Fassen Sie sich an die eigene Nase!

Bevor Sie selbst zum Anschwärzer werden, schauen Sie besser genau hin. Was ist geschehen? Wie haben Sie die Situation wahrgenommen? Was genau war es, das Sie verletzt oder gestört hat? Welches Gefühl hat das bei Ihnen ausgelöst und warum reagieren Sie so darauf? Schaffen Sie Klarheit, was die Situation und vor allem Ihre Reaktion auch mit Ihnen, Ihrer Persönlichkeit oder Vorgeschichte zu tun hat.

Auch wenn Ihr Kollege ein Schwein ist, warum hat er sich gerade Sie ausgesucht? Oder warum lässt das ganze Team diese Spielchen zu? Bevor Sie Anklage erheben, sollten Sie sich auch selbst fragen, welchen Anteil Sie an der Situation haben oder ob Sie vielleicht sogar mit verantwortlich daran sind.

Wechseln Sie die Perspektive!

Oft werden Kollegenschweine als solche tituliert, denen es gar nicht bewusst ist und denen es fern liegt, ihren Kollegen absichtlich Schaden zuzufügen. Der Anschwärzer, die Diva oder der Klugscheißer sind meist Menschen, die es gut meinen, aber von ihrem Umfeld anders wahrgenommen werden. Sie bemerken häufig nicht, wie ihr Verhalten (negativ) auf andere wirkt.

Versuchen Sie, die Perspektive des Kollegen einzunehmen. Welche Motivation könnte er oder sie haben, so zu handeln? Was ist seine persönliche Sicht auf seinen Job und das ganze Team? Was ist ihm oder ihr besonders wichtig im Job und auch im Leben und wie zeigt sich das im Verhalten? Welche eigenen Ziele verfolgt er und stehen sie vielleicht in Konflikt mit den Unternehmens- oder Team-Zielen? Versetzen Sie sich in Ihren Kollegen oder die Kollegin und versuchen Sie, die andere Denkweise zu verstehen. Sie sollten zuerst so weit wie möglich für sich selbst Klarheit über die Situation schaffen, bevor Sie in die Klärung mit dem „Kollegenschwein“ oder zum Chef gehen.

Werden Sie zum Gestalter, nutzen Sie die Talente Ihrer Kollegen!

Einigen Typen von der Gattung Kollegenschwein ist es wichtig, die Kollegen zum Zweck des eigenen Vorteils zu dominieren und zu manipulieren. Sie haben es in der Hand, wie Sie darauf reagieren. Ich erlebe viele Angestellte, die sich für die Rolle als „Opfer“ entscheiden, jammern, aushalten und Frust schieben. Und damit öffnen sie noch weitere Türen, die dem Kollegen in seine Karten spielen. Je schwächer sie werden, desto leichter das Spiel für ihn.

Nehmen Sie die Zügel wieder in die Hand und werden Sie zum Gestalter. Es klingt verrückt, aber versuchen Sie, das beobachtete Verhalten des fiesen Kollegen durch eine andere Brille zu sehen. Wofür könnten Sie als Team zum Beispiel einen Alleingänger nutzen? Oder der Klugscheißer: Wenn er alles besser weiß, dann packen Sie ihn an seiner „Intelligenz“ und schieben ihm die frickeligen Themen zu. Der Vorteilskämpfer: Schaffen Sie es, so jemanden wieder in Ihr Team-Boot zu holen, dann sind seine Beißer-Qualitäten bestens geeignet, um Themen beim Chef durchzuboxen. Intriganten sind häufig die besten Strategen und Planer. Erkennen und nutzen Sie die positiven Seiten, die jedes Kollegenschwein in sich trägt. Was könnte hiervon für Sie und auch das Team nützlich sein und wie können Sie genau diese Talente anzapfen?

Entscheiden Sie sich für Ihre richtige Haltung!

Ich sehe schon die Kommentare unten, dass das alles leicht gesagt ist und bei solchen Kollegenschweinen das alles nicht funktioniert. Wenn Sie sich in diesem Moment dabei ertappen und genau so denken, dann sind Sie gerade in der „Opfer“-Haltung. Sie können sich entscheiden, diese zu behalten und weiter zu jammern, Sie können sich aber auch entscheiden, bewusst eine andere Perspektive und Haltung einzunehmen.

Einige Verhaltensweisen von Kollegen liegen nicht in Ihrem unmittelbaren Einflussbereich. Einen Abtaucher werden Sie nicht daran hindern, krank zu feiern. Einer Diva ihre Bühne zu nehmen ist genauso schwierig wie dem Lästermaul Einhalt zu gebieten. Vielleicht entscheiden Sie sich hier auch, gelassener von außen zuzusehen und sich wieder auf Ihre Aufgaben zu fokussieren. Mit dieser Haltung wird es Sie nicht bewegen, wenn sich das nächste Mal das Kollegenschwein an Ihnen schubbert – und auf lange Sicht macht es ihm auch keine Freude mehr.

Klären Sie Ihren eigenen Standpunkt. Wie immer im Leben gibt es auch hier nicht nur schwarz und weiß, hilfloses Opfer oder gelassener Zuschauer. Was ist für Sie eine gute Haltung, um mit jedem einzelnen Kollegen, dem ganzen Team und natürlich auch Ihrem Chef gut zusammen zu arbeiten?

Zeigen Sie Klarheit in Kommunikation und Verhalten!

In den Kampf zu ziehen und mit größerem Geschütz zurück zu schießen, das finde ich keine gute Lösung. Zeigen Sie besser Stärke, indem Sie sich der Situation stellen und für Klarheit sorgen. Sprechen Sie den Kollegen an und schildern Sie die Situation, wie Sie sie wahrgenommen haben. Erklären Sie, wie das auf Sie gewirkt hat und wie Sie sich dadurch fühlen. Sprechen Sie aus, was Ihnen dabei durch den Kopf geht. Und beenden Sie Ihr Feedback mit einem Wunsch als Lösungsvorschlag. Wichtig sind hier Ich-Botschaften wie „mir ist aufgefallen, dass …“ und „ich habe das Gefühl, dass …“ oder „ich wünsche mir daher für die Zukunft, dass …“, denn sonst ist die Gefahr groß, dass sich das Gespräch aufschaukelt und sich beide Seiten nur noch in Schuldzuweisungen und Rechtfertigungen verlieren.

Haben Sie Ihre Botschaft adressiert, sollten Sie diese durch Ihr eigenes Verhalten unterstreichen. Machen Sie dem Kollegen oder der Kollegin klar, dass Sie nicht mehr Teil des Spiels sind. Auch hier gilt: Keine Gegenwehr, sondern der eigene, klare Standpunkt. Klarheit im Verhalten zeigt sich vor allem in Konsequenz. Verfallen Sie nach einer Stunde wieder in alte Verhaltensmuster, dann war Ihre Ansprache umsonst. Klarheit schaffen bedeutet: „Mit mir nicht mehr!“ Nur dann besteht die Chance, dass sich Ihr Kollege ein schwächeres „Opfer“ sucht oder – im idealen Fall – sein Handeln reflektiert und verändert.

Nehmen Sie Ihren Chef in die Verantwortung!

Dieser Punkt steht nicht zufällig als letzter Ratschlag hier. Ich bin der Meinung, Kollegen sollten zunächst unter vier Augen und dann auch im Team versuchen, Probleme zu lösen. Sofort weinend zum großen Papa-Chef zu laufen, der dem Kollegenschwein eins auf die Finger geben soll, führt in der Regel nicht zum Ziel. Dennoch: Ihre Führungskraft ist für sein Team verantwortlich. Der Chef wird an den Ergebnissen des Teams gemessen und hat ein eigenes Interesse daran, dass sein Team produktiv ist.

Schaffen Sie es als Betroffene/r oder als Beteiligte/r nicht, die Probleme im Team zu klären, dann holen Sie den Chef mit ins Boot. Ich finde es fair, über diesen Schritt auch im Team zu sprechen oder zumindest die Ihnen wohlgesonnenen Kollegen darüber zu informieren. Denn sonst stehen Sie morgen als Petze im Team da. Auch für das Gespräch mit dem Chef gilt: Bleiben Sie sachlich und vermeiden Sie Vorwürfe oder Rechtfertigungen. Schildern Sie die Situation und sagen Sie Ihrem Chef, was Sie sich von ihm wünschen oder schlagen ihm sogar ein Vorgehen vor, das Sie als sinnvoll ansehen. So ist das Thema adressiert und er kann entscheiden, wie er damit umgeht.

 

Welche Erfahrungen haben Sie mit „Kollegenschweinen“ gesammelt? Welche Typen fehlen in meiner Liste? Und was sind Ihre Erfolge, mit den fiesen Spielchen von Kollegenschweinen umzugehen? Ich bin gespannt auf Ihre Kommentare unten …

 

Dr. Bernd Slaghuis

Ich arbeite als Karriere- und Business-Coach in Köln und habe mich auf Fragen rund um die Karriereplanung und Neuorientierung spezialisiert. Mit Bewerbern arbeite ich an ihrer Bewerbungsstrategie, der Optimierung ihrer Unterlagen sowie der Vorbereitung auf Gespräche. Führungskräfte unterstütze ich, zu einer gesunden Grundhaltung zu finden. Ich halte Vorträge, gebe Seminare, moderierere Workshops und schreibe außerhalb dieses Blogs für diverse Karriere- und Management-Magazine.

Dieser Beitrag hat 10 Kommentare

  1. Meine sogenannten „Arbeitskollegen“ sind der Grund, dass ich nun seit mehreren Monaten krankgeschrieben bin.
    Vom intrigranten „Dauer-Mobber“ bis hin zu den „dazu-Mitläufern“ über den „ignoranten Chef“, der „Hinterm Rücken-Lästermäuler“, der „Besserwisser“, aber nichts „besser-Könner“ und den „passiven, sich raushaltenden Charakteren“ war alles dabei!
    In fast 18 Jahren Betriebszugehörigkeit ohne Abmahnung oder ähnliches habe ich am letzten Platz nach Zwangsversetzung 5 Jahre branchenfremd gearbeitet, dort wurde explizit drangsalierendes Verhalten gegen meine Person täglich praktiziert.
    Es wurden hinter meinem Rücken bei Vorgesetzten immer wiederkehrend Lügenmärchen aufgetischt, die nie dem Wahrheitsgehalt nach mal überprüft wurden oder wozu ich mal meine Seite der Geschichte berichten durfte, sondern die immer in einer Ich vor dem Tribunal sitzenden, vor noch bis zu 14 Anderen Mitarbeitern bereits abgeurteilten Versammlung und öffentlichen Diffamation meinerseits endeten.
    Das meine Person gezielt vermeidene Verhalten anderer Kollegen mir gegenüber wurde über Jahre auch auf Neue Kollegen dergestalt umgesetzt, als dass diese mit nicht endenden Lügenmärchen ebenfalls gegen meine Person aufgebracht wurden.
    Immer wieder wurde ich vor anderen Kollegen, Patienten oder Vorgesetzten bloss gestellt, erhielt am Arbeitsplatz nur halbe oder gar falsche bis hin zu ganz fehlenden Informationen, um dann vor versammelter Mannschaft wieder mal wie der Depp vom Dienst der nix checkt dazustehen.
    Mir wurden dann plötzlich feste Pausenzeiten aufdiktiert, damit man mir das Rauchen während der Arbeit unterbinden kann, während meine Kollegen allesamt morgens schon zur Frühstückspause, zum Zwischensnack, Vormittagssnack und dann Mittagessen bereits 3,5 Std. auf dem Allerwertesten saßen, während ich um 7:30 Uhr angefangen, schon um 12:30 Uhr schon gehen durfte.
    Mein Teilzeitkollegin hat dann auch vor mir immer noch Pause gemacht, obwohl sie so gearbeitet hat vom Std.-Pensum, dass sie gar keine hätte machen dürfen. Dabei kam sie erst um 9 Uhr, 1,5 Std. vorher musste ich also ihre Arbeit mitmachen und pünktlichst um 14 Uhr hatte sie Feierabend, während ich noch alleine bis mindestens 16:30 Uhr in den Sprechstunden hing. Ich musste immer die dann noch anfallenden Überstunden als Vollzeitkraft machen, obwohl es auch eine Teilkraft gab, die später kam und früher ging, für die Arbeiten während derer Abwesenheit musste ich alle meine Aufgaben hinten anstellen, die ich dann trotz Überstunden nicht tagesabschließend fertig bekam.
    Schließlich habe ich dann den gerade seit 1 Monat neu in der Abteilung arbeitenden Chefarzt um Versetzung gebeten.
    Diesem Gesuch drängte ich dann 4 Wochen und dann letztmals nach 8 Wochen erneut entgegen, ich wurde auf eine bis zu mehreren Jahren dauern könnende Wartezeit „vertröstet“, da man erst für meinen Platz Vertretungsersatz benötige.
    Nachdem es nach weiteren 11 Monaten nicht zu irgendwelchen versetzungsähnlichen Änderungen kam, es sogar noch schlimmer wurde, stand mein Jahresurlaub an.
    Nachdem ich nach 3 Wochen wieder zurück war, hatte sich der Ton mir gegenüber ins erbärmlichste verschlechtert und als es dann nach 2 Wochen wieder einmal zu einer blöden „Ansaugaktion“ kam, in der man mich morgens mit „Du bekommst erst mal gleich den Arsch aufgerissen“ begrüßte, waren alle Schubladen wegen Überfüllung geschlossen, das Fass am Überlaufen! Ich musste den Kopf für etwas hinhalten, was während meines Urlaubs und der damit einhergehenden Abwesenheit falsch eingestielt wurde, und damit war Schluss.
    Ich rief sofort den Vorgesetzten an, und wies darauf hin, dass mir Niemand, weder er, noch der Chef noch sonst wer „meine Arsch aufreißen würde“, weder heute noch sonst wann. Dies wurde dann wieder so ins banal lächerliche „man hätte das so ja nicht gesagt“ herabgestuft, was ich dann nur mit “ so wurde es mir aber soeben beim Eintreffen am Arbeitsplatz“ als Zitat O-Ton übermittelt.
    Nachdem alle früher gehen konnten, obwohl ich freitags die erste hätte sein dürfen, die noch vor allen anderen Feierabend gehabt hätte, ging ich nach wieder einer Überstunde ins Wochenende, als alle da schon zu Hause waren, obwohl sie noch hätten 2 Std. länger als ich arbeiten müssen.
    Zu Hause habe ich mich dann gefragt, warum ich mir das eigentlich gefallen lasse, die existenzsichernde Sorge kann nicht die Einzige sein, wegen der ich mich von anderen kaputt machen lasse.
    Nicht die Arbeit ist schlimm, sondern die Menschen sind es!

    1. Hallo Sandra,
      Ja, das Umfeld ist häufig wichtiger für die Freude und Zufriedenheit im Job als die Aufgabe selbst. Ich wünsche Ihnen, dass Sie schnell wieder gesund werden und dann auch ein Arbeitsumfeld finden, in dem es kollegialer zugeht und Ihre Arbeit wertgeschätzt wird. Auch wenn Sie vielleicht heute noch nicht daran glauben, es gibt auch sehr nette Kollegen und faire Chefs.
      Viele Grüße,
      Bernd Slaghuis

    2. Das was Du siehst und das was Du denkst entspricht Deiner eigene Welt welche selten der Welt der anderen Menschen entspricht. Alles in unserem Leben ist energetisch und informell miteinander Verbunden. Du kannst andere nicht ändern. Was Du jedoch tun kannst sind Deine eigenen Gedanken in Bezug zu Dir und Deiner Umgebung ändern. Änderst Du diese wirst Du wahre Wunder erleben. Ich habe es selbst erlebt. Mein Leben hat sich dadurch zu 180 Grad geändert.
      Aloha ?

  2. Ich kenne alle Arten von diesen beschriebenen „Kollegen“.
    Schlimm ist es wenn sich Mehrere, ich nenne es mal Gattungen, in einem Büro zusammen tun und einen gemeinsam das Leben schwer machen um selbst Vorteile zu erzielen.

    Hier hilft es auch nicht wenn der Chef sich einschaltet, das gibt kurzfristig ein Donnerwetter, verläuft aber mit der Zeit im Sande und es ist wieder alles vorher.

    Man muss sich ein dickes Fell zulegen damit alles an einen abprallt, läuft aber Gefahr abzustumpfen und selbst zu einen dieser „Kollegen“ zu werden. Ein schmaler Grad wo man immer nach links und rechts schauen muss.

    1. Wenn sie einem das Leben nur schwer machen würden, wäre es noch okay! Meine „dicke Haut“ hat leider nun schon Lederdicke angenommen und ich habe mich immer für so stark gehalten, dass ich das schon aushalte. Aber nach 5 Jahren Drangsalierdauertretmühle war mein Maß leider voll und wenn die „Kollegen“ an Deine Persönlichkeit Veränderungen durch ihr destruierendes Verhalten schaffen können, dann ist es eh meist zu spät. Außerdem darf man niemals sein Privatleben verlieren, weil man schon abends kotzen könnte, weil man weiss, man muss Morgen wieder hin. Mein Platz wird ein neuer werden, soviel ist sicher, denn dorthin will ich schon alleine wegen meines Stolzes und meines Selbstwertgefühls nie wieder zurück. Dort werde ich immer nur die „psychisch Kranke“ bleiben, die dem Druck nicht standhielt. Und da ich noch mindestens 25-30 Jahre Arbeit vor der Brust habe, muss eine Veränderung her.

      1. Hallo Frau Bobereck-Hantschel,
        ich wünsche Ihnen viel Erfolg für die Veränderung und dass Sie ein gutes neues Umfeld finden, in dem Sie gut mit Ihren Koleggen (zusammen)arbeiten können.
        Viele Grüße
        Bernd Slaghuis

        1. Vielen Dank Herr Dr. Slaghuis!
          Ich werde es irgendwie schon schaffen, die Arbeit ist ja auch nicht das Problem, die Menschen sind es!!! Und Arbeitskollegen sucht man sich ebensowenig aus, wie die Familie, in welche man geboren wird.

    2. Hallo Herr Schwake,
      ja, ich finde, wenn das Verhalten der Kollegenschweine auf einen selbst abfärbt, dann ist es Zeit, sich zu reflektieren und Entscheidungen zu treffen. Zur Korrektur der eigenen Haltung dort im „Zoo“ oder auch dem Weggang.
      Viele Grüße
      Bernd Slaghuis

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