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Jobsuche. Wie entscheiden Sie sich?

Es ist diese eine Frage, die fast alle Menschen bewegt, die sich in einer Phase der beruflichen Neu- oder Umorientierung befinden. Manchmal sind sie noch in einer Anstellung und suchen schon seit längerer Zeit nach einer neuen passenden Herausforderung, manchmal liegt auch eine Phase der Arbeitslosigkeit hinter ihnen. Viele blicken auf ihr bisheriges Leben zurück und sehen die beruflichen Entscheidungen, die sie in ihre heutige Situation geführt haben. Sie haben manchmal das Gefühl, diese Entscheidungen nicht richtig getroffen zu haben, denn Sie glauben, dass wenn sie sich damals anders entschieden hätten, sie jetzt nicht in dieser Situation wären, in der sie sind. Und jetzt wollen sie es auf jeden Fall besser machen.

Was sind gute Entscheidungen?

Und genau hier liegt das Problem – aber auch die Lösung. Die zentrale Frage lautet: „Woran würden Sie bemerken, dass Sie die richtige Entscheidung getroffen haben – und wann würden Sie dies bemerken?“ Die meisten Entscheidungen, die wir in unserem Leben treffen, treffen wir unter Unsicherheit. Das heißt, wir können vielleicht mit einer gewissen Wahrscheinlich vorhersagen, welcher Zustand sich in Abhängigkeit unserer Entscheidung realisieren wird, aber sicher ist dies nicht. Oft kennen wir nicht einmal diese Eintrittswahrscheinlichkeiten und manchmal auch nicht die möglichen Folgen unserer Entscheidungen oder gar den Nutzen, der sich hieraus ergeben wird. Das macht es nicht gerade einfacher.

Ob ein neuer Beruf oder ein neuer Arbeitgeber DIE richtige Wahl ist, stellt sich in der Regel erst später – nach der Entscheidung – heraus. Also versuchen wir, vorher so viel Gewissheit und Sicherheit wie möglich zu erlangen, um uns dieses Mal „besser“ zu entscheiden.

Gerade Menschen in der Mitte ihres Lebens stehen oft unter einem enormen eigenen Druck. Die Möglichkeiten, sich zukünftig noch einmal umzuorientieren, sollte der nächste Job nicht der Richtige sein, werden ihrer Ansicht nach mit zunehmendem Alter immer geringer. Also steigt gerade hier der eigene Anspruch, so intensiv wie möglich und so lange wie nötig über den nächsten Schritt nachzudenken.

Neue Perspektiven einnehmen und handeln

In meinen Coachings zur beruflichen Orientierung geht es häufig um die eigenen Werte im Leben und im Beruf. Diese Werte wandeln sich meist im Laufe eines Lebens. Es geht auch darum, die eigentlichen Ziele zu erkennen. Was möchten Sie erreichen und was möchten Sie später von Ihrem Leben „ernten“? Eine Perspektive in die sehr weite Zukunft, die vielen Menschen schwer fällt, aber wertvolle Hinweise über ihre innersten Ziele preisgibt.

Wer sich seiner Werte, Ressourcen und Potenziale sowie seiner eigenen Ziele wieder bewusst geworden ist, kann den Weg zur Erreichung dieser Ziele in Angriff nehmen. Hier geht es vor allem um das Tun. Wenn sich jemand dafür entscheidet, noch zwei Jahre weiter nach dem passenden Job zu suchen und weiter Informationen hierüber zu sammeln, kann dies ein bewusstes, für ihn sinnvolles Handeln sein.

Handeln kann aber auch bedeuten, jetzt gezielt und kurzfristig eine Entscheidung zu treffen und die neue gewählte Richtung einfach auszuprobieren. Der Zeitpunkt, an dem Sie erkennen, dass es DIE richtige Entscheidung ist, liegt in der Regel nach der Entscheidung. Es geht also immer darum, zunächst individuell für sich selbst zu erkennen, zu welchem Zeitpunkt ausreichend viele und gute Informationen vorliegen, um den nächsten Schritt zu gehen.

Das Bewusstsein hierüber führt vielleicht nicht unbedingt schneller zum Ziel, aber es führt raus aus dem Hamsterrad der Unzufriedenheit und endlos erscheinenden Suche hin zu neuen Perspektiven und konkreten Handlungsschritten.

Dr. Bernd Slaghuis

Ich arbeite als Karriere- und Business-Coach in Köln und habe mich auf Fragen rund um die Karriereplanung und Neuorientierung spezialisiert. Mit Bewerbern arbeite ich an ihrer Bewerbungsstrategie, der Optimierung ihrer Unterlagen sowie der Vorbereitung auf Gespräche. Führungskräfte unterstütze ich, zu einer gesunden Grundhaltung zu finden. Ich halte Vorträge, gebe Seminare, moderierere Workshops und schreibe außerhalb dieses Blogs für diverse Karriere- und Management-Magazine.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Vor kurzem war ich genau in der von Ihnen beschriebenen Situation, aus der ich dank eines Coachings einen zufriedenstellenden Ausweg gefunden habe. Nach 16 Jahren im gleichen Unternehmen war ich an einem Punkt angelangt, an dem ich keinen Spaß mehr an der Arbeit hatte und mir jegliche berufliche Perspektive fehlte. Trotz der festgefahrenen Lage konnte ich mich zunächst nicht dazu durchringen, mich beruflich nochmal neu zu orientieren. Erst durch das Coaching fand ich den Mut dazu, etwas an dieser Situation zu ändern und mir neue Ziele zu setzten. Im Nachhinein bin ich überzeugt davon, genau die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

  2. Also ich bin auch der Meinung, dass Coachings in diesem Bereich sehr sinnvoll sind und manchmal vielleicht sogar zwingend erforderlich. Häufig ist das größte Problem bei der Jobfindung die wahren eigenen Interessen zu finden. Nicht selten wird die geglaubte Leidenschaft zur unmöglichen beruflichen Tortur. Des Weiteren fehlt häufig die Fähigkeit seine Perspektiven überhaupt zu erkennen.

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