Junge Manager Stellenausschreibungen Du

Bewirb Dich jetzt! So antworten Sie heute auf Du-Stellenanzeigen

DU oder SIE im Anschreiben, wenn Sie als Bewerber in der Stellenausschreibung geduzt werden? Was für Unternehmen wie Otto mit flächendeckender Duz-Kultur bis zum Vorstand auch in der Außenkommunikation nur konsequent ist, das verunsichert heute noch fast jeden Bewerber. Ja, es tut sich was in Sachen Kultur und neue Lockerheit, nicht zuletzt, um den begehrten jungen Generationen im War for Talents zu gefallen. Doch insbesondere junge, aber auch berufserfahrene Bewerber überfordert das Du in der Stellenanzeige heute noch sehr und sie stellen sich die Frage: Wie spreche ich meinen potenziellen Arbeitgeber professionell an, um keinen Fehler zu machen und aus dem Rennen zu sein? Zurück duzen oder zur Sicherheit besser beim gewohnten Sie bleiben? Hier sind zwei aus meiner Sicht heute erlaubte Antwortmöglichkeiten, um als Bewerber mit gutem Gefühl auf Augenhöhe Kontakt aufzunehmen.

Du oder Sie? Wenn Stellenanzeigen Bewerber verwirren

Auch wenn Sie vielleicht gerade selbst nicht auf Jobsuche sind, stellen Sie sich einmal vor, Sie hätten Interesse an dieser Position als Online Marketing Manager bei Otto:

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Du bist verantwortlich für … und Du bringst mit …“, aber „Wir freuen uns auf ein Gespräch mit Ihnen.“ Die Online-Stellenauschreibung bietet sogar noch mehr verwirrende Abwechslung in der Anrede. Wahrscheinlich ist es fest programmierten Textbausteinen im System geschuldet, auf die der Recruiter bei der Eingabe der Details zur Stelle keinen Einfluss hat und die seit Einführung des Konzern-Du vor zwei Monaten noch nicht angepasst sind.

Angenommen, Sie haben so richtig Lust auf diese Stelle und sie würde super zu Ihrer Ausbildung und Erfahrung passen. Es ist Ihnen wichtig, als Bewerber perfekt und professionell dem hoffentlich neuen Arbeitgeber zu begegnen. Der erste Eindruck zählt schließlich. Und wie verhalten Sie sich jetzt richtig? „Liebe Beate“ oder „Sehr geehrte Frau Kern“?

Mich wundert es nicht, dass Bewerber bei diesem Mischmasch von Du und Sie erst recht ins Grübeln kommen. Im schlimmsten Fall lassen sie die Bewerbung ganz bleiben. Oder sie formulieren ein Anschreiben, das geschickt die Du-Sie-Problematik umgeht. Wie wär’s zum Beispiel mit einem unverfänglichen „Hallo!“ oder „Guten Tag!“ als Einstieg?

Bewerber, Du musst seriös sein!

Selbst wenn in der Stellenausschreibung und auch auf der Website des Unternehmens konsequent im Du gesprochen wird, bleibt doch die Unsicherheit auf Bewerberseite heute meist noch bestehen. Denn Jahrzehnte ist ihnen eingetrichtert worden, wie Bewerbungen richtig auszusehen haben und dazu gehört halt ein hoher Grad an Formalität und Seriosität.

Ich bin mitunter echt erstaunt bei der Arbeit mit Bewerbern, die eigentlich sehr weltoffene und modern denkende Menschen sind, welche steinzeitlichen Denkmuster in ihren Köpfen stecken, sobald sie die Rolle als Bewerber einnehmen. „Darf ich das denn als Bewerber?“ ist die häufigste Frage und wir besprechen, warum eigentlich nicht?

Ich glaube jedoch, dass Unternehmen heute unterschätzen, welche Gedanken und auch Bedenken sie bei Bewerbern mit Du-Stellenanzeigen auslösen. Das zeigte auch diese Studie aus 2012, wobei sich in vier Jahren doch einiges bewegt haben sollte.

Wenn es heute selbst jungen Menschen mit Mitte 20 schwer fällt, ein altersgerecht authentisches Anschreiben in Sie-Form zu verfassen und sie immer noch pflichtbewusst aus den verstaubten Ratgebern der 80er Jahre abschreiben, wie soll das dann mit dem Du gelingen?

Wenn der Manager ex ante zum Best-Buddy wird

Schüler in Praktikumsanzeigen mit Du anzusprechen, das passt. Ein 15-Jähriger würde sich wahrscheinlich sonst nicht angesprochen fühlen. Ich habe neulich einen Workshop mit 30 Schülern der 10. Klasse gemacht und am Anfang zur Abstimmung gestellt, ob wir uns duzen. Es gingen alle Hände nach oben. In der Konsequenz habe ich ihnen auch das Du angeboten – was sie aber nicht alle ausgehalten haben. Die grauen Haare und der Doktor-Titel machen eben extra seriös ;-)

Kinder und Jugendliche bis zu einem bestimmten Alter zu duzen, das sind wir gewohnt. Selbst dann, wenn sie uns unbekannt sind. Doch immer mehr scheint die Altersgrenze zu verschwimmen oder sie wird ungefragt ganz aufgehoben. Ob in Infopost von trendigen Jung-Unternehmern, in Social Media, in Fachvorträgen mit hohem Edutainment-Wert, in TV-Talks, der Werbung oder eben jetzt auch in Stellenanzeigen: Wenn der gesuchte Manager in den besten Jahren schon vor dem persönlichen Kennenlernen zum Best-Buddy erkoren wird. Daran müssen sich Jobsuchende wohl erst noch gewöhnen.

Per Du auf Augenhöhe: Vertrauen statt Misstrauen

Das Du unter Kollegen ist laut Statistik in 70% aller Büros an der Tagesordnung. Doch das Du mit dem Chef hängt im Normalfall heute noch vom Angebot des Ranghöheren ab. Unternehmen, die alle ihre Angestellten und Manager einladen, sich zu duzen, versprechen sich einen positiven Wandel der Kultur, des kollegialen Miteinanders, kürzere Entscheidungswege und einen Abbau des Hierarchiedenkens in den Köpfen. Ich persönlich bin der Meinung, es gehört viel mehr dazu, Vertrauen auf und Hierarchien abzubauen. Der Trend zum allgemeinen Du kommt mir vielmehr als ein modern anmutendes Pflaster vor, das gut in unsere Zeit passt, das aber oberflächlich nur über die tieferen Wunden geklebt wird. Aber Pflaster können ja auch manchmal zur Heilung beitragen.

Augenhöhe ist im Trend. Ja, auch hier bei mir, wenn es um das Verhältnis von Bewerbern und Arbeitgebern geht. Das flächendeckende Du im Unternehmen soll für mehr Augenhöhe sorgen. Der Otto-Vorstandsvorsitzende Hans-Otto Schrader, genannt Hos, signalisiert damit: Ich bin einer von Euch! Nähe und Vertrauen statt Macht und Misstrauen. Ob das flächendeckende Du im Konfliktfall zwischen Arbeitskollegen oder Chef und Mitarbeiter eine gute Idee ist, das bezweifele ich aktuell noch. Um Konflikte gut zu klären, braucht es eine intakte Beziehungsebene zwischen zwei Menschen. Das Du allein ist hierfür aus meiner Sicht kein echter Garant.

Aber zurück zur Bewerbung und dem Du in der Stellenanzeige. Ein Unternehmen, das sich entscheidet, seinen neuen Mitarbeiter bereits vor dem ersten persönlichen Handschlag zu duzen, das sendet aus meiner Sicht an Bewerber das Signal aus „Wir möchten mit Dir auf Augenhöhe sein!“

Denn würde ein Arbeitgeber von der Haltung getragen, erwachsene Menschen als Bewerber selbstverständlich zu duzen, aber selbst mit Sie angesprochen werden zu wollen, wäre es diskriminierend und alles andere als Augenhöhe. Diese Perspektive ist entscheidend für meine persönliche Meinung, wie Bewerber auf Du-Stellenanzeigen antworten sollten:

So antworten Sie als Bewerber auf Du-Stellenanzeigen

Bewerber, die sich heute noch von einem Du in der Stellenausschreibung verunsichern lassen, machen mit ihrer Bewerbung häufig das Angebot von Augenhöhe gleich wieder zunichte: Indem sie das angebotene Du einfach ignorieren und sich wie gewohnt für ihre Sie-Textbausteine im Anschreiben entscheiden oder weil sie im Zustand der Verunsicherung ein Anschreiben hindrechseln, das ohne Anrede auskommt und unpersönlich wirkt.

Es gibt Ratgeber, die Bewerbern empfehlen, unbedingt beim Sie zu bleiben, weil „Personalverantwortliche keine Anschreiben in der Du-Form wünschen“. Ja, wenn Ihnen meine Haltung zu revolutionär vorkommt, dann bleiben Sie bei den alten Mustern und gehen Sie weiter brav in der Masse unter. Entscheiden Sie sich hingegen, das Du in der Stellenanzeige ernst zu nehmen, dann gibt es aus meiner Sicht zwei Möglichkeiten, wie Sie auf Augenhöhe reagieren können:

1. Wer Sie als Bewerber duzt, der darf auch von Ihnen geduzt werden.

Entscheidet sich ein Arbeitgeber heute für das Du in der Stellenanzeige, dann ist es eine Einladung an Sie, auf Augenhöhe per Du zu antworten. Dazu gehört in aller Konsequenz auch, den Empfänger in der Anrede mit seinem Vornamen anzusprechen und die persönlichen Du-Formen auch im Text des Anschreibens gezielt einzusetzen.

Ausnahme: Bei der Stellenanzeige geht es um ein Praktikum oder andere Positionen, von denen sich ausschließlich Schüler und Jugendliche angesprochen fühlen sollen. Hier sollten Sie (solltest Du) einmal einen Blick in die anderen Stellenauschreibungen werfen, ob überall geduzt wird. Wenn nicht, dann lieber noch auf Nummer sicher per Sie bewerben. Empfinden Sie das Du als junger Bewerber nicht auf Augenhöhe, dann würde ich auch hier konsequent per Du antworten, das nett thematisieren und damit auch ein Zeichen setzen.

Ich habe in den letzten Monaten einige Du-Anschreiben gelesen und gebe zu, dass es für mich teilweise auch etwas befremdlich war. Aber die obige Stellenausschreibung klingt auch komisch für mich – weil es ungewohnt ist. Wenn Sie bemerken, dass Sie sich stark verbiegen müssten und Ihnen das Du im Anschreiben sehr schwer fällt, dann entscheiden Sie sich doch für Variante 2:

2. Haben Sie als Bewerber ein Problem damit, dann sprechen Sie es an.

Ich finde es wichtig, als Bewerber authentisch zu bleiben. Aus Zwang und neuem „Man macht das so!“ per Du mit Ihrem Arbeitgeber zu werden, das wäre falsch. Thematisieren Sie im Anschreiben, was Ihnen dazu durch den Kopf geht, statt das angebotene Du einfach zu ignorieren. Denn nur so bleiben auch Sie auf Augenhöhe.

Sie könnten Ihr Anschreiben wie gewohnt in der Sie-Form formulieren. Am Ende verknüpfen Sie die Freude auf das Vorstellungsgespräch mit der Aussicht, beim persönlichen Kennenlernen gerne zum Du zu wechseln.

Sie könnten auch mit der Feststellung Ihr Anschreiben beginnen, dass Ihnen das Du in der Stellenanzeige zwar aufgefallen sei, Sie sich jedoch zumindest für den ersten Schritt der Kontaktaufnahme mit dem Sie wohler fühlen – wenn es denn tatsächlich so ist.

Mit beiden Varianten geben Sie zu erkennen, dass Sie sich Gedanken gemacht haben und Sie sagen, was Ihnen wichtig ist. Würden Sie so tun, als hätten Sie das Du in der Stellenanzeige übersehen und einfach per Sie antworten, dann machen Sie sich klein. Denn Sie lassen sich duzen, sagen aber zum großen, mächtigen Arbeitgeber dann doch lieber Sie.

Du sag mal … passen Sie da überhaupt rein?

Zum Schluss eine Frage, die Sie sich als Bewerber vor lauter Begeisterung für die ausgeschriebene Stelle vielleicht gar nicht gestellt haben: Passen Sie von Ihrer Persönlichkeit und Ihren Werten in ein Unternehmen wie Otto, Lidl, Trivago oder ein Start-Up, das eine solche Du-Kultur pflegt? Oder ist es Ihnen besonders wichtig, mehr Distanz zum Chef oder den Kollegen zu wahren, weil Sie aus Erfahrung wissen, dass Sie nur so gut zusammen arbeiten können?

Auch wenn ich oben behauptet habe, dass die Duz-Kultur in manchem Unternehmen nur eine bunte Fassade von „Wir sind am Puls der Zeit und haben uns alles lieb“ ist, ist auch klar: Hier weht ein anderer Wind als in einem Unternehmen, das auf die eher traditionellen Werte und Umgangsformen im Business setzt.

Für mich gibt es kein schlecht oder gut. Ich finde es wichtig, dass Sie sich als Bewerber bewusst darüber sind, welches Arbeitsumfeld und welche Unternehmenskultur gut zu ihnen passen. Und ein trendiges Du in der Stellenanzeige für einen Abteilungsleiter sagt viel über die Kultur im Unternehmen aus. Bevor Sie sich also Gedanken über das Du oder Sie in Ihrer Bewerbung machen, treten Sie einen Schritt zurück und fragen Sie sich, ob das Unternehmen und Ihr tägliches Arbeitsumfeld überhaupt zu Ihnen passen.

 

Dr. Bernd Slaghuis

Ich arbeite als Karriere- und Business-Coach in Köln und habe mich auf Fragen rund um die Karriereplanung und Neuorientierung spezialisiert. Mit Bewerbern arbeite ich an ihrer Bewerbungsstrategie, der Optimierung ihrer Unterlagen sowie der Vorbereitung auf Gespräche. Führungskräfte unterstütze ich, zu einer gesunden Grundhaltung zu finden. Ich halte Vorträge, gebe Seminare, moderierere Workshops und schreibe außerhalb dieses Blogs für diverse Karriere- und Management-Magazine.

Dieser Beitrag hat 12 Kommentare

  1. Hallo Bernd,

    schöner Artikel. Zwei Gedankengänge meinerseits:
    Ganz generell finde ich unsere „neumodische“ Duz-Kultur ein schwieriges Pflaster… Wie du ja selber schreibst, soll das unternehmensinterne „Per-se-Du“ einem positiven Wandel der Kultur, des kollegialen Miteinanders, kürzere Entscheidungswege und einem Abbau des Hierarchiedenkens dienlich sein.

    Genau so wie du sehe ich das eher kritisch. In den meisten Fällen handelt es sich bei dem Grundsatz-Du um einen müden Auswuchs von nicht zu Ende gedachtem Employer Branding, welches mit Vertragsunterschrift des Mitarbeiters beendet ist. Der „Rest“ des Unternehmens duzt sich zwar fröhlich, die dazugehörige Unternehmenskultur ist dann aber leider in vielen Fällen ultra-konservativ und das politische Korrektheitsniveau lässt das gesamte deutsche Bundkabinett mit den Ohren schlackern. Das passt dann irgendwie nicht zusammen.

    Heute bekommt man für überdurchschnittliche Leistungen unpersönliche und standardisierte Katalog-Benefits, früher gab’s dafür das Du-Angebot der Heeresführung. Aber das ist ein anderes Thema…

    Da man leider an dieser Stelle noch nicht erkennen kann ob die Unternehmenskultur wirklich auf ganzheitlichem „Du-Niveau“ ethabliert oder nicht, würde ich immer zu Vroschlag 2 tendieren. Nichtsdestotrotz sind solche Stellenanzeigen im Grunde eine großartige Steilvorlage um im ersten Absatz des Anschreibens aufzufallen. Das „Wie“ kann dann auch von konservativ bis frech / vorlaut gestaltet sein.

    In diesem Sinne, beste Grüße!

    Felix

    1. Hallo Felix,
      danke für Deine Gedankengänge, bin ganz bei Dir. Und ja, Du liest es vielleicht zwischen den Zeilen im Artikel bei den zwei Alternativen, ich bin auch mehr Freund von Variante 2, weil es noch ein besserer „Aufhänger“ für ein Anschreiben ist. Und die meisten Bewerber fühlen sich wohler, wenn sie erstmal beim Sie bleiben dürfen. Sonst wirds verkrampft – also noch verkrampfter als normal in Bewerbungsschreiben ;)
      LG, Bernd

  2. Hallo, Bernd. Sehr geehrter Herr Slaghuis,

    Als Ergänzung noch ein pragmatischer Tipp, der mir zu kurz kam:
    Was spricht gegen einen Anruf in der Firma.
    „Hallo, ich möchte mich bewerben, aber bin verunsichert, ob Sie gerne geduzt werden wollen…. Wer ist denn mein Ansprechpartner und möchte er gesiezt werden?“
    So habe ich einen guten Aufhänger, komme eventuell direkt ins gespräch und kann mich in der Bewerbung darauf berufen.

    Ansonsten hast du / haben Sie das Dilemma gut aufgeschlüsselt und plastisch dargestellt.

    Viele Grüße

    Alex

    1. Hallo Alexander,
      Du ist ok :-) Danke für die Blumen – und die Ergänzung. Gegen anrufen spricht in den meisten Fällen nichts, ich höre aber oft von Bewerbern, dass sie keinen Ansprechpartner an die Strippe bekommen. Wenn doch – und hier in der Anzeige von Otto wäre es ja kein Problem, kann das natürlich ein guter erster Grund für die Kontaktaufnahme sein. Vorausgesetzt, der Bewerber bekommt am Telefon einen ordentlichen ersten Eindruck hin – das ist ja auch nicht jedermanns Sache.
      Viele Grüße
      Bernd

  3. Hallo Bernd,
    interessant, dass manche Bewerber bei so einer Anzeige überhaupt ins Grübeln kommen. Meine Antwort wäre hier ganz klar: ich sehe aus diesem Beispiel nicht unbedingt einen Grund zu der Vermutung, dass im Bewerbungsschreiben Zurückduzen angebracht wäre. Aus einem einfachen Grund, den ich in deinem Artikel vermisst habe: die Stellenanzeige richtet sich an einen unbestimmten, unbekannten Personenkreis. Mit dem Du muss dann nicht Vertraulichkeit und Augenhöhe gemeint sein (weil wir uns ja noch nicht kennen), sondern eher sollen mit dieser unter allen jungen Leuten gängigen Anrede Frische, Jugendlichkeit, Dynamik, Spontaneität usw. demonstriert und andererseits subtil als erwünschte Bewerbereigenschaften herausgestellt werden. Da sehe ich keinen Unterschied zwischen Stellenanzeigen und anderer Werbung: in Werbeanzeigen wird der potentielle Kunde oft mit Du angesprochen – trotzdem kommt deshalb keiner auf die Idee, im Geschäft die einzelnen Verkäufer zu duzen oder sich duzen zu lassen. Das gleiche gilt dann für das Bewerbungsschreiben: denn dieses richtet sich sehr wohl an einen konkreten Ansprechpartner! Natürlich, wenn man weiß, dass bei Otto alle sich duzen, kann man das berücksichtigen, aber aus der Stellenanzeige geht das für mich nicht unbedingt hervor.
    Beste Grüße, Georg

    1. Hallo Georg,
      ja, bisher ist ein Du in der Stellenanzeige oft das Signal für „wir suchen junge Menschen“. Da empfehle ich auch ein Sie fürs Anschreiben. Wenn wie bei Otto über alle Hierarchieebenen das Du eingeführt wird, dann verschwimmt mit den Du-Stellenanzeigen diese Logik. Denn in der Anzeige, die ich hier rausgepickt habe, wird ein (älterer) berufserfahrener Bewerber gesucht.
      Viele Grüße, Bernd

  4. Ich muss sagen, dass ich es als junger Bewerber Ende 20 als sehr angenehm empfinde, dass immer öfter auch in der Stellenausschreibung geduzt wird. Dies gibt mir einen ersten Anhaltspunkt über die Unternehmenskultur und wirkt auf mich nur positiv. Ich habe auch bereits Anschreiben verfasst, bei denen ich den Personaler geduzt habe und wurde auch dort zum Gespräch eingeladen.
    Ich kann nur hoffen, dass die überförmliche Kultur in Deutschland vor allem in den stark hierarchischen Unternehmen sich wandelt. Ich habe die letzten 3 Jahre in Kopenhagen studiert und gearbeitet und dort gibt es das Sie garnicht mehr. Dort wurden sowohl die Professoren, als auch die Unternehmensleitung geduzt und ich habe das als sehr angenehm und durchaus förderlich empfunden.

  5. Hallo Bernd,
    interessante Perspektive – herzlichen Dank dafür!
    Wie würdest du denn konkret eine Duz-Anrede formulieren?
    „Sehr geehrter “ / „Hallo “ / … ?
    Danke für Dein Feedback & viele Grüße
    Felix

  6. Hallo Bernd,
    Google sei Dank bin ich auf deinen Blog gestoßen,
    denn auch ich stehe gerade vor der Gretchenfrage Du oder Sie.

    Die meisten Coachs raten vom Du ab – ich denke allerdings, dass vor allem in der Marketing- und Medienbranche ein zurück-duzen angebracht ist.
    Mir stellt sich allerdings die Frage, wie spreche ich meinen Ansprechpartner an?
    Mit „Hallo Mike…“?

    Viele Grüße

    Victoria

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