Deutschlands Beste Arbeitgeber

Deutschlands beste Arbeitgeber: Warum beliebt nicht immer gut ist.

BMW, Allianz, SAP, Daimler oder Infinion, diese und andere namhafte Unternehmen zählen zu Deutschlands besten Arbeitgebern. Sie werden jährlich gekürt und in Bestenlisten geführt. Starke Marken sind als Arbeitgeber beliebt, vor allem bei jungen Berufseinsteigern. Wer bei Porsche, Apple, McKinsey oder Deutsche Bank den Fuß hinein bekommt, der hat es geschafft. Daran glauben sie zumindest. Die Schwergewichte in der Konzernlandschaft stehen für Sicherheit, Kontinuität, Innovationskraft, gute Aufstiegschancen und überdurchschnittliche Bezahlung. Doch vor allem für ein glänzendes Image. Wer wäre nicht stolz auf eine Visitenkarte mit dem eingeprägten Porsche-Logo? Doch die Frage ist: Ist beliebt auch immer gleich gut? Wer sagt eigentlich, dass es beim unbekannten Mittelständler um die Ecke nicht viel besser ist?

Deutschlands beste Arbeitgeber.
Willkommen im Trophäen-Geschäft!

Seit einigen Jahren sind die Unternehmen auf den Geschmack gekommen und lieben es, sich mit Siegeln zu schmücken. Ein perfektes Aushängeschild als attraktiver Arbeitgeber. Hoch lebe das Employer Branding! Solche Siegel machen sich gut auf den Karriereseiten, aber auch als Trophäe in der Glasvitrine am Empfang. Top-Arbeitgeber, wer kann das schon von sich behaupten? Der Blick hinter die Kulissen zeigt: Das Geschäft um die Bestenlisten boomt und ist vor allem für die dahinter stehenden Beratungsunternehmen und Online-Plattformen als Herausgeber dieser Siegel lukrativ.

Wer als Jobwechsler auf diese Weise Orientierung bei der Wahl seines nächsten Arbeitgebers sucht, der läuft Gefahr, sich in einer   unüberschaubaren Vielfalt der Auszeichnungen zu verirren.

Beste-Arbeitgeber

Hier habe ich die bekanntesten Bestenlisten mit ihren aktuell gültigen Arbeitgeber-Bewertungen für Sie zusammengefasst:

FOCUS kürt jährlich in Kooperation mit der Bewertungsplattform kununu von XING die besten Arbeitgeber. Das Ergebnis für 2016 wurde vor einigen Tagen veröffentlicht, hier die jeweiligen Top-5 Platzierungen nach Branchen und Größe.

Auch das weltweite Arbeitgeber-Bewertungsportal glassdoor hat mit seinem Award für Mitarbeiterzufriedenheit in diesem Jahr bereits die besten Arbeitgeber Deutschlands 2016 verkündet.

DEUTSCHLANDS 100 sind gleich drei Bestenlisten von trendence, einem Forschungsinstitut für Employer Branding und Personalmarketing. Es führt unter Absolventen verschiedener Studienrichtungen Befragungen zur Attraktivität von Arbeitgebern durch. Hier die Top-100-Listen für die Bereiche Business, IT und Engineering.

Great Place to Work ist ein Forschungs- und Beratungsinstitut, das Unternehmen bei der Entwicklung einer attraktiven Arbeitsplatz- und Unternehmenskultur unterstützt. Unternehmen können neben der Mitarbeiterbefragung auch ein Kultur-Audit beauftragen. Für Deutschland haben sich 2015 nach eigenen Angaben 600 Unternehmen am Benchmark beteiligt, welche in die Bewertung der Top-100-Bestenliste eingeflossen sind – veröffentlicht allerdings nur in alphabetischer Reihenfolge.

Mit der Auszeichnung TOP-JOB ist das Beratungsunternehmen zeag am Markt, das ebenfalls Benchmark-Analysen für Arbeitgeber anbietet. Hier liegt der Fokus auf mittelständischen Unternehmen und diese wurden 2015 als Top-Job-Arbeitgeber bewertet.

Bewertungsmethoden und Aussagekraft der Ranglisten für Jobwechsler

Jede dieser Bestenlisten hat einen anderen Bewertungsfokus und resultiert aus unterschiedlichen Bewertungs-Methoden. So ist es nicht verwunderlich, dass sich die Platzierungen zwischen den Herausgebern stark unterscheiden. Einzig BMW taucht in fast allen Gewinnerlisten unter den Top-5 bei den Großkonzernen auf. Grundsätzlich resultieren die Ranglisten aus zwei Methoden:

Sie sind entweder das Resultat einer durch das zu bewertende Unternehmen beauftragten Mitarbeiterbefragung und Benchmark-Analyse durch eine Unternehmensberatung oder eine Auswertung von Massendaten aus öffentlichen Bewertungsplattformen.

Im ersten Fall geht es also um bezahlte Platzierungen. Solch eine beauftragte Messung der Mitarbeiterzufriedenheit kann für ein Unternehmen und sein Management sinnvoll sein, vor allem, wenn die Benchmark-Daten ausreichend viele vergleichbare Unternehmen beinhalten. Besonders Great Place to Work vermittelt in der Beratung Kulturansätze, die ich für die Zukunft der Arbeit als zielführend erachte. Dies kann gute Impulse in einem Unternehmen setzen oder sogar einen Kultur- und Klimawandel einleiten. Doch die Aussage für Außenstehende und insbesondere für Jobwechsler geht in meinen Augen nicht über „Dieses Unternehmen hat in eine Mitarbeiterbefragung investiert“ hinaus.

Die andere Methode: Auswertungen der Nutzereinträge auf öffentlichen Bewertungs-Portalen. Kununu und glassdoor zählen zu den größten Plattformen dieser Art. Ich habe mir einige Bewertungen verschiedener Arbeitgeber angesehen. Der Großteil ist positiv, oftmals werden jedoch nur die Standard-Kategorien mit Punkten oder Sternen bewertet. Häufig sind es es Ex-Mitarbeiter, die auch zusätzliche konkrete Hinweise geben, etwa zu Verbesserungsvorschlägen oder ihre persönlichen Erfahrungen. In Summe resultiert ein Ergebnis wie dieses hier von BMW auf kununu:

kununu_BMW

Dort sind 832 Bewertungen eingeflossen, das Ergebnis dürfte also ein gutes Meinungsbild derer widerspiegeln, die mit BMW als Angestellte, Bewerber oder Auszubildende in Kontakt sind oder waren. Am schlechtesten schneiden Karriere/Weiterbildung, Kommunikation und Vorgesetztenverhalten ab, die Sieger sind Image und Gehalt/Sozialleistungen. Ein Ergebnis, das mich für einen Konzern dieser Größe nicht überrascht.

Die Frage ist aber doch: Was ist die Aussage über die Attraktivität eines Arbeitgebers aus der Sicht der dort Beschäftigten für Sie als Job Suchenden wert? Ist ein Arbeitgeber immer auch dann für Sie attraktiv, wenn er für viele der dort Beschäftigten attraktiv ist? Wissen Sie, wie die Bewertenden Attraktivität beurteilen?

Und die zweite und eigentlich viel wichtigere Frage ist: Wissen Sie selbst, welche der obigen Kriterien für Sie entscheidend bei der Auswahl des zukünftigen Arbeitgebers sind?

Sicherlich ist es legitim, alle Bewertungen einer Plattform jährlich in eine Reihenfolge für eine Bestenliste zu bringen. Für den einzelnen Job Suchenden kann dies auch eines von vielen Puzzlestücken sein oder das eigene Gefühl stärken. Doch die Annahme als Bewerber „Wenn sich andere dort wohlfühlen, dann werde ich das sicher auch“, die halte ich persönlich für zu einfach.

Bekanntheit und Image führen in die Verfügbarkeitsfalle

Ich erinnere mich an meine Zeit an der Uni zurück. Dort lag damals Ende der 90er Jahre schon viel an Broschüren aus, heute werden die Studierenden mit Hochschulmarketing regelrecht überschüttet. Präsent sind die großen Unternehmensberatungen, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Banken vor den Hörsälen der Wirtschaftswissenschaftler und die Autobauer sowie die Größen der IT-Branche bei den Ingenieuren. Konzerne investieren viel im Kampf um die besten Talente  in ein möglichst frühes Arbeitgeber-Markenbewusstsein bei Studierenden. Der Mittelständler um die Ecke hat bei diesem Wettbewerb so gut wie keine Chance. Lars Hahn brachte es auf Facebook neulich unter meinem Beitrag zur Initiativbewerbung auf den Punkt:

Wunscharbeitgeber_Kommentar Lars Hahn

Was bekannt ist, ist auch gut. Und wenn sich viele der Kommilitonen für SAP interessieren, dann können sie ja nicht irren und ich mache das dann auch, so die Denkweise vor allem junger Menschen. Diese Denkweise spiegelt sich nach meiner Einschätzung in der Befragung von Studierenden durch trendence für die Bestenliste DEUTSCHLANDS 100 wider.

In die Verfügbarkeitsfalle tappen alle, die sich nur aufgrund der Häufigkeit eines Ereignisses – oft unterbewusst – ein Urteil bilden, ohne sich Detail-Wissen anzueignen und eigenständig ein Bild zu machen.

Attraktivität ist pure Ansichtssache!

Wenn ich eine Straßenumfrage zur Attraktivität eines Top-Models durchführen würde, dann würde sicherlich die Mehrheit der Befragten die Attraktivität bejahen, weil das Model bestimmte Gesichtszüge oder Körpereigenschaften vereint, die wir in unserer Region als attraktiv empfinden. Ob es Ihnen im Speziellen auch so geht, ist aber nicht gesagt.

Wenn ab morgen plötzlich orange-farbene T-Shirts in Mode wären, dann könnte halb Deutschland damit herumlaufen und ich würde sie nicht anziehen. Weil ich weiß, dass mir diese Farbe nicht steht.

Wichtig ist, dass Sie sich bei der Suche nach einem passenden neuen Arbeitgeber selbst Klarheit darüber verschaffen, was für Sie persönlich attraktiv bedeutet.

  • Was macht einen guten Arbeitgeber für Sie in Ihrer aktuellen Karriere- und Lebensphase aus?
  • Worauf kommt es Ihnen auf Basis Ihrer bisherigen Erfahrungen an und wie sollte ein neuer Arbeitgeber sein, damit Sie dort die für Sie sinnvollen nächsten Schritte gehen können?

Nur mit diesem eigenen Bewusstsein ist es sinnvoll, die verschiedenen Bestenlisten zu interpretieren und sich gezielt nach einem passenden Unternehmen umzuschauen. Am Ende des Beitrags erfahren Sie, wie Sie in 5 Schritten Ihren besten Arbeitgeber finden.

Berufseinsteiger suchen nach den Wunsch-Arbeitgeber

Wenn ich mit Jobwechslern arbeite, beobachte ich zwei Unterschiede: Je nach Alter steht die Betriebswahl oder die Berufswahl im Fokus für die Entscheidung über den nächsten Arbeitgeber.

Junge Menschen legen ihr Augenmerk auf  die Betriebswahl, nach dem Motto „Hauptsache, irgendwas bei BMW! – Wie schaffe ich es dort hinein?“ Das ist naheliegend, denn mit wenig oder noch keiner Berufserfahrung haben sie in diesem Alter keine genaue Vorstellung davon, wo genau ihre fachlichen Kompetenzen und Interessen liegen und welche Tätigkeit die richtige für sie ist. Sie haben ein Bild von ihrem Wunsch-Arbeitgeber, Image und Ansehen spielen eine größere Rolle als die Aufgaben ansich.

Interessant sind auch die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (Danke Marc Putz für den Hinweis!). Es wurde das Nachfrageverhalten der Jugendlichen in den Berufen „Kaufmann/-frau im Einzelhandel“ und „Fachverkäufer/-in im Lebensmittelhandwerk“ verglichen. Im ersteren Ausbildungsberuf herrscht ein Bewerberüberfluss, im letzteren ein Bewerbermangel: 2015 blieben 3.600 Ausbildungsplatzangebote ungenutzt. Ja, ich muss zugeben, Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk klingt überhaupt nicht sexy. Und so scheinen auch die Jugendlichen zu denken, wenn sie überhaupt schon einmal von dieser Spezial-Variante zum Einzelhandelskaufmann gehört haben. Das ist bedauerlich, denn die Entwicklungsperspektive für den Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk wird in Fachkreisen sogar als besser eingeschätzt. Ein Allokationsproblem im Ausbildungsmarkt, das auch in der Diskussion um den Fachkräftemangel eine Rolle spielt.

Berufserfahrenen sind Deutschlands beste Arbeitgeber egal

Völlig anders sieht es bei den Neuorientierern mit Mitte 40 aus. Dann steht immer die Berufwahl im Fokus. Sie vergessen dabei häufig sogar die ebenso entscheidende Frage, welches Umfeld ideal zu ihnen passt. Sie fragen sich „Was möchte ich in den nächsten 20 Jahren tun und wie finde ich das heraus?“ Wer zu Deutschlands bestem Arbeitgeber gekürt wurde, ist für sie nicht wichtig.

Ich erlebe viele ältere Jobwechsler, die eine Bewerbung bei einem Großkonzern ausschließen. Vor allem dann, wenn sie aktuell von dort kommen. Viele von ihnen bemängeln zu lange Entscheidungswege, unzureichende Flexibilität in der Aufgabenerledigung und zu geringe Handlungsspielräume, um tatsächlich im eigenen Bereich etwas zu bewegen. Ebenso höre ich häufig, dass die Führungskräfte im mittleren Management überfordert sind und keine Zeit für ihre Mitarbeiter haben. Das Porsche-Emblem auf der Visitenkarte ist im Alter nicht mehr so wichtig. Stattdessen geht es mehr um herausfordernde Inhalte und Identifikation mit den eigenen Aufgaben, wie es auch aktuell meine Studie gezeigt hat. Viele der älteren Jobwechsler, die ich kennenlerne, entscheiden sich bewusst für den etablierten, mittelständischen Arbeitgeber in der Region.

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5 Schritte, wie Sie Ihren besten Arbeitgeber finden:

1. Definieren Sie, was Ihnen wirklich wichtig ist

Machen Sie sich bewusst, was Ihnen im Beruf heute und in den nächsten Jahren wirklich wichtig ist. Was brauchen Sie und sollte erfüllt sein, damit es Ihnen gut geht, sie motiviert und leistungsfähig sind und sich gut weiterentwickeln können. Definieren Sie auch Ihre Ziele. Also das, was Sie in den nächsten Jahren im Beruf und auch im Leben gerne noch erreichen möchten.

2. Benennen Sie passende Zielpositionen

Was ist der nächste vielleicht auch logische oder konsequente Schritt in Ihrer beruflichen Entwicklung, den Sie gehen möchten? Welche Aufgaben und Positionen reizen Sie und wo bekommen Sie, was Sie unter 1. definiert haben? Finden Sie konkrete Begriffe, die diese Positionen im Unternehmen beschreiben und nach denen Sie später Stellenanzeigen oder die Karriereseiten von Unternehmen durchsuchen können.

3. Malen Sie sich Ihr perfektes Arbeitsumfeld aus

Wie sollte Ihr Arbeitsplatz aussehen? Bevorzugen Sie ein Einzelbüro oder können Sie auch im Großraumbüro gut arbeiten? Wie sollten die Kollegen sein? Welchen Chef wünschen Sie sich? Möchten Sie im internationalen Umfeld arbeiten? Wie wichtig sind Ihnen Image und Marke Ihres neuen Arbeitgebers? Lieber das dynamisch Start-up oder der Konzern oder doch der kleine Familienbetrieb? Wo glauben Sie, fühlen Sie sich am wohlsten und ist auch das erfüllt, was Sie unter 1. definiert haben? Je konkreter Ihr Bild von Ihrem besten Arbeitgeber wird, desto gezielter können Sie suchen und desto besser wissen Sie, worauf Sie später im Bewerbungsgespräch achten müssen.

4. Wählen Sie die passende Bewerbungsstrategie

Wenn Sie hier angekommen sind, haben Sie vielleicht schon eine erste Idee, was eine gute Strategie ist, mit dem passenden Arbeitgeber in Kontakt zu kommen. Klären Sie, ob der Weg über ausgeschriebene Stellen und die Suche in Jobbörsen für Sie zielführend ist. Vielleicht lohnt sich auch eine Initiativbewerbung oder der Besuch einer Jobmesse.

5. Lernen Sie Ihren neuen Arbeitgeber richtig kennen

Finden Sie spätestens in den Bewerbungsgesprächen heraus, ob das Unternehmen als neuer Arbeitgeber wirklich zu Ihnen passt und stellen Sie alle Fragen, die Sie für diese Entscheidung benötigen. Küren Sie Ihren eigenen besten Arbeitgeber anhand Ihrer individuellen Bewertungskriterien und auch Ihr gutes Bauchgefühl darf an dieser Abstimmung teilnehmen.

 

Dr. Bernd Slaghuis

Ich arbeite als Karriere- und Business-Coach in Köln und habe mich auf Fragen rund um die Karriereplanung und Neuorientierung spezialisiert. Mit Bewerbern arbeite ich an ihrer Bewerbungsstrategie, der Optimierung ihrer Unterlagen sowie der Vorbereitung auf Gespräche. Führungskräfte unterstütze ich, zu einer gesunden Grundhaltung zu finden. Ich halte Vorträge, gebe Seminare, moderierere Workshops und schreibe außerhalb dieses Blogs für diverse Karriere- und Management-Magazine.

Dieser Beitrag hat 14 Kommentare

  1. Ich möchte einen Aspekt ergänzen: Bei Bewerbungen in späteren Lebensjahren ist es durchaus von Nutzen, den ein oder anderen bekannten großen Arbeitgeber in seinem Lebenslauf präsentieren zu können, denn das Image wird auf den Kandidaten übertragen. Der mittelständische Bewerbungsempfänger mag zwar auch Zweifel haben, ob der Bewerber „kulturell passt“, geht aber dennoch davon aus, dass es sich bei jemandem, der einmal von einem Top-Arbeitgeber wie BMW & Co. ausgewählt wurde, auch um eine Top-Kraft handelt. Gute Zeugnisse natürlich immer vorausgesetzt.

    1. Hallo Frau Steiner,
      ja, das stimmt. Marke und Image eines Großkonzerns polieren den eigenen Lebenslauf auf. Ob es in Zukunft noch wichtig ist, das bezweifele ich, aber heute besteht dieser Zusammenhang häufig aus der Sicht des suchenden Unternehmens. Herzlichen Dank für Ihre Ergänzung!
      Viele Grüße
      Bernd Slaghuis

  2. Toller Artikel, der die ganzen Arbeitgeber-Rankings mal so richtig durchleuchtet. Eine Ergänzung meinerseits: Das erste XING-Fokus-Ranking nahm ich seinerzeit zum Anlass für die Jobsuche bei den Hidden Champions zu plädieren. http://systematischkaffeetrinken.de/2013/03/14/deutschlands-beste-arbeitgeber-nur-eine-weitere-infografik/

    Gerade in Zeiten, in denen viele Mittelständler laut „Fachkräftem….“ rufen, wäre Verteilungsgerechtigkeit gut: Weniger Bewerber für die Großen, mehr für die Hidden.

    XING eignet sich dafür übrigens per erweiterter Suche prima als Suchtool. Wo arbeiten eigentlich die Menschen, die genau wie ich im PLZ-Bereich X in der Branche Y das Thema Z unter „Ich biete“ angeben. In den aufploppenden Profilen werden Firmen dabeisein, von denen ich als Bewerber vorher nie hörte.

    1. Hallo Lars,
      danke, auch für den Link. Hätte ich ja vorher auch mal lesen können ;-)
      Ja, die XING-Suche eignet sich prima, um auf neue Ideen bzgl. möglicher Arbeitgeber zu kommen. Interessant und das stelle ich auch oft fest, dass dies so viele Bewerber nicht auf dem Schirm haben, aber seit Jahren dort Mitglied sind und Kontakte maximieren. Danke für den Hinweis – und ein Hoch auf die kleinen und großen Hidden Champions!
      LG, Bernd

  3. Ich habe da eine kleine Anmerkung zu TOP JOB: die Webseite top-arbeitgeber.de IST die Bestenliste :-) Nur wer durch die Universität St. Gallen befragt, nach wissenschaftlichen Kriterien geprüft und als top Arbeitgeber eingestuft wurde, steht auf der Seite und darf das TOP JOB-Siegel tragen.

    1. Hallo Frau Gizzi,
      danke für Ihren Kommentar. Ich habe nun auch die Übersicht der 2015 ausgezeichneten Unternehmen auf Ihrer Seite gefunden und den Beitrag entsprechend aktualisiert. Vorher hatte ich nur die Seite mit der Selektion nach Branchen / Größen gesehen, was ja für den Suchenden auch durchaus komfortabel ist.
      Viele Grüße
      Bernd Slaghuis

      1. Danke und ein schönes Wochenende. Übrigens werden nächsten Freitag in Berlin die besten Arbeitgeber 2016 ausgezeichnet. Die sind dann natürlich auch ab Samstag auf der Seite zu finden.

        1. Dass die „Sieger“ des Jahres 2016 schon im Januar/Februar gekürt werden, finde ich persönlich ja etwas schwierig, aber das scheint in der ganzen Branche so normal zu sein. Der Jahresrückblick mit Günther Jauch läuft ja auch jedes Jahr früher ;-) Ihnen auch ein schönes Wochenende.

  4. Hallo Bernd,
    vielen Dank für den tollen Artikel und den informativen Überblick über Arbeitgeber-Rankings.
    Ich teile Deine Ansicht insbesondere hinsichtlich der Irrelevanz für Jobsuchende 40+ und würde gerne noch präzisieren: ich merke, dass die TOP-Arbeitgeber resp. Konzerne gerade für ältere Jobsuchende zum „heißen Eisen“ werden. Zum einen habe ich bei manchen Konzernen das Gefühl, das Mitarbeiterdurchschnittsalter soll eher bei U30 liegen und zum anderen stelle ich auch fest, dass eine lange Verweildauer bei einem Konzern den Mitarbeiter für den Mittelstand eher unattraktiv macht. Häufig traut man diesen Bewerbern gerade keine Flexibilität und keine Entscheidungsfreude zu, ganz davon abgesehen, dass viele Mittelständler nicht bereit sind, die Konzerngehälter zu zahlen.

    1. Hallo Melanie,
      ja, zu lange im Konzern und vor allem bei einem über sehr viele Jahre lässt sicherlich so manchen Mittelständler kritisch auf einen Bewerber blicken. Danke für’s Teilen Deiner Erfahrungen.
      LG, Bernd

  5. Herr Slaghuis, vielen Dank für diesen spannenden Blog!
    Auch dieser Artikel ist ein wirklich interessanter Beitrag!

    Ich bin zwar erst Mitte 20 und habe meine ersten Berufsjahre in internationalen Konzernen (ausgezeichnet mit unzähligen Trophäen) verbracht, wünsche mir jedoch schon jetzt ein eher regionales Unternehmen.
    Von Marketingstrategien, welche man für Indien oder die USA plant und durchführt, bekommt man hier leider nichts mit.
    Gesellschaftlich ist es leider dennoch mehr Wert, wenn man es in große internationale Konzerne geschafft hat, jedoch sollte man in diesem Fall eher auf seine eigenen Werte vertrauen und regional etwas bewegen.

  6. Interessant, dass ältere Arbeitnehmer vor allem mittelständische regionale Betriebe bevorzugen und sich die Wünsche mit mehr Erfahrung ändern. Vielleicht spielt auch die Erreichbarkeit eine Rolle und die Möglichkeit, die Arbeit besser mit einer Familie in Einklang bringen zu können,aber ich glaube, es hat auch viel mit dem persönlicheren Arbeitsklima zu tun. Sollte ein Problem auftreten, ist der Chef mitunter direkt zu erreichen, während es in den großen Unternehmen mit den verschiedenen Führungsriegen schon unübersichtlicher und langwieriger werden kann. Dazu kommt, dass das Arbeitsumfeld nicht so anonym ist wie mit einer Belegschaft, die tausende Kollegen umfasst. Am Ende bringt es auch nichts, ein großes Unternehmen auf der Visitenkarte zu tragen, aber sich nicht „heimisch“ zu fühlen.

    1. Hallo Lukas,
      Ja, so erlebe ich es. Ich habe den Eindruck, dass ältere Jobwechsler das familiärere Umfeld bei KMU sehr schätzen. Hinzu kommt, dass viele große Konzerne heute Bewerber nach Alter aussortieren.
      Viele Grüße
      Bernd Slaghuis

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