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Langeweile im Job. Was tun, wenn es nichts zu tun gibt?

Gähnende Langeweile, Monotonie der Arbeit, permanente Unterforderung und sinnloser Dienst nach Vorschrift. Und dies Tag für Tag. Was 2007 nach Erscheinen des Buches Diagnose Boreout noch als absoluter Tabubruch tituliert wurde, ist heute scheinbar kein Aufsehen erregendes Thema mehr. Burn- und auch Bore-out haben in den letzten Jahren quer durch alle Medien Aufmerksamkeit erfahren. Boreout – ein Luxusthema, sagen die „echt“ Gestressten. Andere glauben, die Betroffenen seien einfach nur faul und selbst schuld an ihrer Lage. Ist Boreout heute überhaupt noch ein Thema im Beruf, wo es doch ständig um Überstunden, Überall-Erreichbarkeit und Depression als Volkskrankheit durch Überforderung geht? Aus meiner Perspektive ist es ein Thema, denn erstaunlich viele der im Beruf frustrierten Coaching-Kunden mit dem Wunsch nach Veränderung und Neuorientierung stecken in einer Langeweile-Falle fest – und finden allein nicht mehr hinaus.

Langeweile. Weit mehr als leerer Schreibtisch.

Langeweile im Job kann verschiedene Hintergründe haben. Der Klassiker des dauerhaft leeren Schreibtisches ist ein Bild, das mir sofort in den Sinn kam, als ich über diesen Artikel begonnen habe nachzudenken. Doch Langeweile als Symptom hat weit mehr Auslöser. Diese hier kommen mir so in den Sinn:

  • Dauerhaft nichts zu tun
  • Monotonie der Tätigkeiten
  • Intellektuelle Unterforderung
  • Sinnlosigkeit der Arbeit

Bei den Büro-Arbeitern: Der Schreibtisch bleibt schlichtweg leer. Es gibt einfach keine Arbeit. Oder bei Mitarbeitern im Verkauf: Kein einziger Kunde verirrt sich ins Geschäft, niemand ruft an.

Monotonie – jeden Tag das gleiche tun, seit Jahren nichts Neues. Monotonie wird irgendwann zu Routine und gibt uns im Leben zwar eigentlich auch Sicherheit, doch im Job wird sie auf Dauer zur echten Qual.

Fehlende intellektuelle Herausforderung ist die Hauptursache meiner Klienten auf der Suche nach neuer Orientierung. Sie möchten liebend gerne viel mehr leisten als sie derzeit dürfen. Sie fühlen sich eingeengt, nicht ausgelastet und können ihren Job nicht wertschätzen – auch wenn am Ende des Monats das gute Gehalt fürs Nichtstun auf dem Konto ist.

Wenn zur fehlenden Herausforderung auch die Sinn-Frage gestellt wird, dann wird aus dem täglichen Gang zur Arbeit sehr schnell der unmotivierte Dienst nach Vorschrift.

Wo gibt’s denn sowas heute noch?

Das Problem von zu viel Arbeit leuchtet uns allen sofort ein. Arbeitgeber, die Personal abbauen, um Kosten zu senken und gleichzeitig das Geschäft ausbauen. Oder der Chef, der immer noch ein Schüppchen oben drauf legt nach dem Motto „Der schafft das schon!“. Aber zu wenig Arbeit? Wie geht das und wo gibt’s denn sowas heute noch?

Stellen müssen besetzt sein

Boreout schien zunächst vor allem ein Systemproblem zu sein. Der öffentliche Dienst wurde als Keimzelle der Langeweile im Job betrachtet. Das entspricht ja auch wunderbar dem Bild des faulen und langsamen Beamten. Inzwischen ist klar, dass dies längst nicht nur ein Behörden-Thema ist. Auch in großen Konzernen herrscht in einigen Büros gähnende Langeweile. Stellen sind geplant, dann müssen sie auch besetzt werden. Die Digitalisierung und Automatisierung der Arbeit hat jedoch in den letzten Jahren dazu geführt, dass sich die Arbeitsprozesse und Rahmenbedingungen von Arbeit teilweise grundlegend verändert haben – Stichwort Arbeiten 4.0 – sich die Strukturen aber noch nicht überall daran angepasst haben.

Je mehr Stellen im Budget, desto mächtiger bin ich als Führungskraft. Ja, das ist immer noch die beliebte alte Denke im Hierarchiegefüge. Ich kenne viele Führungskräfte, die niemals freiwillig zugeben würden, dass ihre Personaldecke viel zu dick ist. Doch aus Umstrukturierung, Umverteilung oder sogar Wegfall von Aufgaben resultieren Stellen (und Mitarbeiter) ohne wirtschaftliche Berechtigung. Aus Unternehmenssicht alles andere als ökonomisch, doch in vielen Konzernen gar nicht so leicht zu durchschauen und von oben zu korrigieren.

Der Chef bunkert oder macht´s selbst

Ich mache es lieber selbst, dann weiß ich, dass es gut wird. Dinge lieber bei sich zu behalten als sie an die Mitarbeiter zu delegieren ist ein Klassiker bei perfektionistisch veranlagten Chefs.

Der andere Fall: Der Chef ist selbst so sehr eingespannt, dass er nicht dazu kommt, Aufgaben weiterzugeben. Bei ihm stapelt es sich, aber unter dem Flaschenhals Chef herrscht Langeweile und alle warten darauf, dass wieder ein Bröckchen Arbeit für sie abfällt.

Der dritte Fall: Herrscht im ganzen System ein Unterangebot von Arbeit, dann verteilen sich zu wenige Aufgaben auf zu viele Arbeitskräfte. Ein Chef ist dann in der komfortablen Situation, sich selbst auszulasten, Tätigkeiten bei sich zu bunkern und dem eigenen Boreout vorzubeugen.

Saison-Geschäft

Zweimal im Jahr für einen Monat reinklotzen, dazwischen jeweils 5 Monate Flaute. Dies ist wohl die schlimmste Form des Boreouts, denn die Betroffenen sehen regelmäßig, wie es anders sein kann und sie werden gefordert – oft in dieser Zeit sogar mehr als gesund – und fallen danach in ein tiefes Loch. Von heute auf morgen von Stress durch zu viel Arbeit auf totale Langeweile. Ein Wechselbad der Anforderungen, was vielleicht in den ersten Jahren angenehm erscheint, aber auch sehr schnell zur planbaren Langeweile-Routine wird. Müssen die Mitarbeiter über spezielles Know-how verfügen, kann es sinnvoll sein, diese Ressourcen auf Dauer vorzuhalten anstatt zu den Saisonzeiten auf- und danach wieder abzubauen.

Überqualifizierung

Unterforderung resultiert aus Überqualifizierung. Juristen mit Prädikatsexamen, die täglich Akten nach Schema-F abarbeiten oder Anlagen-Führer mit Maschinenbau-Studium. In nahezu jeder Stellenausschreibung steht heute ein Studium als Voraussetzung. Wo führt das nur hin? Viele nicht Ausgelastete erzählen mir auch, dass ihnen im Einstellungsgespräch spannende Aufgaben versprochen wurden, die es in der Realität in diesem Job aber niemals gab. Diese Folgen von Überqualifizierung sind kein Problem des einzelnen Mitarbeiters, sie sind das Ergebnis falscher Recruiting- und später unzureichender Personalentwicklungsprozesse.

Kein Handlungsspielraum

„Ich kann ja nichts machen“ höre ich von vielen Konzern-Gelangweilten. Sie haben keine Freiheiten in Form von Entscheidungs- und Handlungsspielräumen im Job. Jeder Arbeitgeber wünscht sich heute eigenständig denkende und handelnde Mitarbeiter – so zumindest die Schönschrift auf den Karriere-Seiten. Am Ende sind die Angestellten doch wieder zu 100% fremdbestimmt und gefangen in Arbeitsanweisungen, täglichen Abstimmungsrunden, minutiös definierten Prozessen und IT-gestützten, starren Arbeitsabläufen. So sollen Fehler in operativen Prozessen und Fehlentwicklungen infolge eigenmächtiger Alleingänge vermieden werden.

Endstation Abstellgleis

Ja, auch das gibt’s: Gerade ältere Mitarbeiter, die den Anforderungen unserer veränderten Arbeitswelt angeblich nicht mehr gerecht werden, kommen aufs Abstellgleis. Die Kündigung nach 30 Jahren Betriebszugehörigkeit ist unsozial oder kostet zu viel Geld, also werden die Altgedienten im wahrsten Sinne des Wortes ruhig gestellt. Die Versetzung in die Poststelle, ins Archiv oder in irgendein Büro am Ende des Flurs, was gerade leer steht. Hauptsache irgendwohin, wo sie nichts falsch machen können und den Betrieb nicht stören.

Das sind die häufigsten Konsequenzen

Für Außenstehende ist es oftmals unbegreifbar, wie sich dauerhafte Langeweile im Job anfühlt, auswirkt und welchen Einfluss sie auf die Psyche eines Menschen haben kann. Ich möchte hier nicht auf die gesundheitlichen Folgen im engeren Sinne eingehen – ich bin kein Arzt – sondern vielmehr solche Aspekte betrachten, die bei den Betroffenen dazu führen, dass ihnen die Veränderung ihrer Situation so schwer fällt.

Täuschung und Selbstbetrug

Viele der im Büro Gelangweilten täuschen vor, dass sie sich vor Arbeit nicht retten können. Eine logische Überlebensstrategie, die sie sich angeeignet haben, als die Langeweile begann. Sie haben Angst um ihren Job. Denn wenn auffällt, dass sie nichts zu tun haben, dann sind sie ihn wahrscheinlich los. Also werden Aufgaben künstlich in die Länge gezogen und der Blick in den Monitor täuscht die intensive Recherche vor, dabei haben sie gerade die private Facebook-Timeline auswendig gelernt. Das Nichtstun zu verbergen wird ebenfalls zur Routine, kostet jedoch extrem viel Energie und erzeugt beim Boreout den größten Dauerstress.

Verdummung

Dauerhafte Unterforderung ohne intellektuelle Herausforderungen verändert unser Denken und Handeln. Wer nicht gefordert wird, baut ab. Auch die Fähigkeit, flexibel auf Unvorhergesehenes zu reagieren, geht mit der Zeit verloren. Die eigene Welt wird immer kleiner. Stress in bestimmten Grenzen tut uns gut, denn wir mögen es, gefordert zu werden und streben nach Weiterentwicklung und Selbstverwirklichung. Wer über Jahre im Beruf auf der Stelle tritt, bemerkt nicht mehr, dass er tatsächlich sogar längst geistig und oft auch körperlich den Rückwärtsgang eingelegt hat.

Unsicherheit

Wie sollte ich mich als Betroffener verhalten? Dem Chef sagen, dass mir langweilig ist und ich mich unterfordert fühle? Ja, darf man denn das sagen? Was wird er von mir denken? Muss ich nicht froh sein, überhaupt einen Job zu haben und müsste ich nicht auch froh sein, nicht zu viel zu tun zu haben? Stelle ich mich an und ist das nicht eigentlich ein lächerliches Luxusproblem? Sollte ich meine Einstellung zum Beruf ändern und kann ich es dann weiter aushalten? – Viele Fragen, die sich Menschen mit dieser Unzufriedenheit im Beruf stellen und Antworten hierauf suchen.

Schwindendes Selbstvertrauen

Mit der fehlenden Herausforderung und ausbleibenden Erfolgserlebnissen schwindet das Selbstvertrauen. Wer auf diese Weise einige Zeit vor sich hindümpelt, fragt sich irgendwann: Was kann ich überhaupt? Wie konnte ich nur diesen Job annehmen? Habe ich das Falsche studiert? Bin ich schuld daran, dass mir keine Aufgaben mehr übertragen werden? Bin ich schlecht? Logisch, dass besonders den Arbeitnehmern auf dem oben beschriebenen Abstellgleis solche Gedanken kommen – ich erlebe diese aber auch bei jüngeren Angestellten, die mit ihrer momentanen beruflichen Situation unzufrieden sind. Alle Erfahrungen, die sie in den letzten Jahren gemacht haben und sämtliche Ausbildungen und Studienabschlüsse sind plötzlich in ihrer Wahrnehmung nichts mehr wert.

Passivität und Opfer-Haltung

Alles dies führt dazu, in eine dermaßen passive Rolle zu verfallen, dass jegliche Veränderung aus eigenem Antrieb unmöglich erscheint. Wenn Sie selbst gerade nicht in dieser Situation stecken, so kennen Sie bestimmt Freunde oder Bekannte, bei denen Sie sich wundern, warum sie nicht längst aus dem Quark gekommen sind. Die Strategie „Abwarten und auf die erlösende Rettung hoffen“ wird zur einzig realistischen Alternative, denn das Bewusstsein für die Möglichkeit, selbst etwas an der eigenen Situation zu verändern, existiert in ihren Köpfen nicht mehr.

Raus aus der Langeweile? So geht’s!

Was können Sie tun, um an Ihrer Situation etwas zu verändern? Hier habe ich für Sie einige Fragen und Sichtweisen zusammengestellt, die sich bisher in Gesprächen mit Klienten als nützlich erwiesen haben. Vielleicht ist auch etwas für Sie dabei – auch wenn Sie gerade nicht unter Dauer-Langeweile leiden:

Tagesbilanz erstellen

Manchmal unterscheidet sich die eigene Wahrnehmung von der Realität. Schaffen Sie ein eigenes Bewusstsein dafür, was Sie am Tag (nicht) getan haben. Analysieren Sie, woher Aufgaben gekommen sind und wie Sie sie erledigt haben. Was hat Ihnen an diesem Tag Kraft gegeben und was hat Ihnen besonders viel Energie geraubt? Was hätten Sie gerne getan und wer hat Sie daran gehindert? Was haben Sie selbst getan, um nach interessanten Tätigkeiten Ausschau zu halten?

Lohnt sich Veränderung überhaupt?

Was gewinnen Sie, wenn Sie etwas an Ihrer momentanen Situation verändern? Was versprechen Sie sich davon, den Job zu wechseln, sich beruflich neu zu orientieren oder im Privaten etwas zu verändern? Jede Veränderung bedeutet die Aufgabe von etwas Altem (Sicherheit?) und kostet. Sind Sie zukünftig bereit, diese Kosten zu tragen und was erhoffen Sie sich, im Ausgleich für die heutige Langeweile zu gewinnen?

Hat die Langeweile etwas Gutes?

Wer ständig unter Strom steht, hat keinen freien Kopf. Für Kreative, Entwickler und Denker kann Langeweile im Job auch gut sein. Zeit, um die Gedanken schweifen zu lassen, den Blick zu weiten und so neue Ideen zu entwickeln. Viele Erfindungen sind aus Langeweile und Routine entstanden. Machen Sie sich bewusst, ob die als Langeweile empfundenen Zeiten vielleicht für Ihre Aufgaben auch nützlich sein können, denn Langeweile macht kreativ.

Vorhandene Stärken neu entdecken

Dies ist der wohl schwierigste, aber wie ich finde auch wichtigste Schritt. Sie müssen es raus aus diesem „ich kann ja nichts“ und „ich bin nichts wert“ Gefühl schaffen. Schauen Sie zurück auf Ihre Ausbildungen, die letzten Jobs und auch den aktuellen Job. Blicken Sie auch auf Ihr Privatleben. Gibt es etwas, auf das Sie stolz sind? Was sagen Sie, haben Sie in den letzten Jahren auch geschafft? Gibt es etwas, das gerade gut läuft? Ich bin mir sicher, da fällt Ihnen etwas ein :-)

Verantwortung übernehmen und entscheiden

Im Gegensatz zum Burnout macht Ihr Körper Ihnen den Handlungsdruck bei Langeweile nicht ganz so deutlich bewusst bzw. es dauert länger, bis uns die Langeweile im Job spürbar krank macht. Sie werden aus eigenen Stücken die Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen müssen. Entscheiden muss nicht bedeuten, sofort den Job hin zu schmeißen. Es geht vielmehr um den Willen und damit die Motivation, die Veränderung aktiv in die Hand zu nehmen.

Kontakte zu Kollegen reaktivieren

Mit dem Büro-Schlaf schlafen regelmäßig auch die sozialen Beziehungen ein. Der Kontakt zu den Kollegen wird immer weniger, denn wer möchte schon live miterleben, was die lieben Kollegen alles zu tun haben? Und außerdem, wer zu oft durch die Flure wandelt, der könnte ja gleich das Mir-ist-langweilig-Schild hochhalten. Je mehr Sie den Kontakt zu Ihren Kollegen verlieren und sich in Ihr Schneckenhaus zurückziehen, desto mehr geraten Sie in die Passivität und desto geringer ist auch die Chance, in Arbeitsprozesse integriert zu werden. Gehen Sie also wieder aktiv auf Ihre Kollegen zu und bieten Sie auch Ihre Unterstützung an.

Herausforderungen suchen

Die meisten Gelangweilten sagen mir „Es gibt einfach nicht mehr Arbeit dort!“ Analysieren wir dann gemeinsam die Tätigkeiten und das aktuelle Arbeitsumfeld, zeigen sich häufig Möglichkeiten – und damit meine ich nicht solche hier. Gehen Sie also auf die Pirsch! Halten Sie Augen und Ohren offen und suchen Sie nach Ansätzen, für Sie interessante Themen zu übernehmen.

Jobs sind nie in Stein gemeißelt! Wenn Sie eine Erweiterung Ihrer Handlungskompetenz und Ihres Aufgabenspektrums als sinnvoll ansehen, dann machen Sie Ihrem Chef diesen Vorschlag. Suchen Sie Antworten auf die Fragen „Was fehlt uns hier noch?“ oder „Es wäre gut, wenn wir als Unternehmen mehr … hätten oder mehr von … täten.“ Sezten Sie die mit der Zeit angewachsenen Scheuklappen ab und entdecken Sie Ihre Arbeit neu. Als Angestellter haben Sie mehr Gestaltungsspielraum als Sie denken.

Privatleben einbeziehen

Meist schläft mit dem Job auch das Privatleben ein. Die Passivität im Büro überträgt sich auf die Familie und Freunde. Vor lauter Erschöpfung und Frust vom Nichtstun fehlt die Kraft für Schönes im Privaten. Versuchen Sie, an beiden Fronten wieder aktiver zu werden und stellen Sie sich auch im Privatleben die Frage „Was wollte ich immer schon mal machen und was hindert mich eigentlich daran, es genau jetzt zu tun?“ Zeit genug haben Sie ja schließlich dafür, oder? ;-)

Das Gespräch mit dem Chef

Weiß und sieht Ihr Chef, dass Sie unzufrieden im Job sind? Wenn er oder sie nicht zu den bewusst Bunkernden und auch Boreout-Gefährdeten gehört und Sie damit absichtlich kurz hält, dann kann ein klärendes Gespräch zielführend sein. Vielleicht denkt Ihr Chef, dass er Ihnen nicht zu viel zumuten kann und das alles ist ein großes Missverständnis? Sofern Sie die Entscheidung getroffen haben, an Ihrer Situation aktiv etwas zu verändern, gehört hierzu auch Klarheit in der Chef-Mitarbeiter-Beziehung.

Raus hier! Nur wohin ..?

Für Klienten, die zu mir kommen, kristallisiert sich im Laufe des Coachings oft heraus, den aktuellen Arbeitgeber zu verlassen und etwas Neues zu suchen. Zu groß sind der Frust und die schlechten Erinnerungen und Gefühle, die mit diesem Job und dem Arbeitgeber verbunden sind.

Ist die Entscheidung getroffen, geht es um die nächsten sinnvollen Karriereschritte und Antworten auf die Fragen: Was ist ein guter Kündigungszeitpunkt, was ist besonders wichtig im nächsten Job und bei welchem Arbeitgeber werde ich mich entsprechend meiner eigenen Ziele und Werte besser entfalten und entwickeln können. Wo finde ich die passenden Stellen und welche Bewerbungsstrategie ist besonders Erfolg versprechend? Wie verkaufe ich meine Wechselmotivation glaubhaft, ohne über den alten Arbeitgeber schlecht zu reden und mich als faule Socke dastehen zu lassen?

Zwischenstopp Auszeit?

Manchmal ist es auch eine Auszeit von einigen Wochen oder gar Monaten, die sich Langeweile-Gefrustete bewusst gönnen. Wie bei der Überforderung kann es hilfreich sein, vor dem nächsten beruflichen Schritt wieder Kraft zu tanken und sich zu sammeln, bevor Sie Neues in Angriff nehmen.

Wie sehen Sie das? Bore-out – gibt’s das wirklich? Kennen Sie Kollegen oder Freunde, die die Langeweile in ihrem Beruf krank gemacht oder zur Kündigung bewegt hat? Oder sind Sie vielleicht selbst betroffen und würden gerne etwas verändern? Teilen Sie Ihre Erfahrungen unten in den Kommentaren oder schreiben Sie mir eine Mail – ich interessiere mich für Ihre (sicher nicht langweilige) Geschichte.

(Bildnachweis: 123rf.com, 33105143, bowie15)

Dr. Bernd Slaghuis

Ich arbeite als Karriere- und Business-Coach in Köln und habe mich auf Fragen rund um die Karriereplanung und Neuorientierung spezialisiert. Mit Bewerbern arbeite ich an ihrer Bewerbungsstrategie, der Optimierung ihrer Unterlagen sowie der Vorbereitung auf Gespräche. Führungskräfte unterstütze ich, zu einer gesunden Grundhaltung zu finden. Ich halte Vorträge, gebe Seminare, moderierere Workshops und schreibe außerhalb dieses Blogs für diverse Karriere- und Management-Magazine.

Dieser Beitrag hat 60 Kommentare

  1. Ich bin nach dem Fachabitur (Sozialwesen) in die Sicherheitsbranche gegangen, um vor dem Studium nicht nur faul herum zu sitzen…. Die Sicherheit hat angefangen mir Spaß zu machen, weil es gut tut genug Geld zu verdienen.
    Als ich dann feststellte, dass ich mir ein Studium gar nicht leisten kann (geschweige denn eine Ausbildung, meine Eltern verdienen zu viel für eine Unterstützung vom Staat, geben dieses Geld aber für die Pflege meiner Großmutter aus) bin ich geblieben.

    Nun habe ich endlich den Entschluss gefasst, was ich machen will:

    Mit 5 Jahren Berufserfahrung in der Branche kann man auch ohne abgeschlossene Berufsausbildung die Prüfung zur „Geprüften Schutz- und Sicherheitskraft“ machen. Ein Schritt, der mir im Schnitt einen Gehaltsanstieg um 4€/Stunde gibt.
    Außerdem habe ich den Fernstudiengang „Dienstleistungsmanagement BA“ gefunden den ich machen möchte.

    Ich kann mir vorstellen dass ich nicht nur viel verdiene als spezialisierter „Dienstleistungsmanager“ im Sicherheitsgewerbe, es würde mir auch definitiv Spaß machen !

    Bis ich das alles machen kann sitze ich aber im Werkschutz, teilweise 70 Stunden pro Woche.
    Was man im Werkschutz macht? Genau das, wonach es klingt – in einem Werk rum hocken und darauf warten, dass etwas passiert. Dabei sitzt man natürlich professionell vor dem PC und…. ja…. hofft, dass niemand einen beim privaten Surfen erwischt.

    Ich langweile mich zu Tode. Aber ich kann den Job auch nicht wechseln, weil ich sonst die 5 Jahre Berufserfahrung nicht zusammen bekomme. Es sind ja eh „nur noch“ 2,5 Jahre….

    Allein bei dem Gedanken hier 2,5 Jahre rum zu sitzen und 70 Stunden pro Woche nichts anderes zu tun als in meine Lernunterlagen zu starren oder in der Nase zu bohren wird mir ganz schlecht…..

    1. Hallo Sandra,
      danke für Ihren Kommentar. Sie schreiben, dass Ihnen der Job Freude macht und Sie gerne in der Branche bleiben und sich sogar fortbilden möchten. Das ist doch zunächst einmal gut und ein klares Ziel. Viele der „Gelangweilten“ sehen irgendwann oft keine Möglichkeiten mehr, an ihrer Situation etwas zu verändern und halten nur noch aus – so wie Sie es auch für die nächsten 2,5 Jahre schreiben. Meine Erfahrung ist, dass es immer Alternativen gibt, Sie müssen dafür aber selbst aktiv werden. Muss es der Werkschutz bleiben? Müssen Sie 5 Jahre beim gleichen Arbeitgeber sein? Was genau begeistert Sie in diesem Job und was können Sie tun, um diese Dinge wieder stärker in den Job-Alltag zu integrieren?

      Viele Grüße
      Bernd Slaghuis

    2. Hallo,
      ich bin 16 Jahre alt und habe vor 2 Monaten eine Ausbildung zur Industriekauffrau gestartet.
      Bis jetzt gefällt mir alle sehr gut, ich verstehe mich mega gut mit meinen Arbeitskollegen und meine Tätigkeiten machen mir auch echt Spaß.
      Mein „Problem“ ist einfach nur die Langweile… An manchen Tagen habe ich viel zu tun, an anderen leider gar nix. In dem Büro in dem ich sitze, ist es sehr unbeliebt sich mit privaten Dingen zu beschäftigen, deshalb versuche ich das zu vermeiden. Ich frage als schon jede 10 Minuten ob nicht jemand für mich arbeit hat, aber manchmal hat einfach keiner was für mich… Heute zum Beispiel, ich sitze seit 7:30 im Büro und habe bis jetzt noch genau nichts gemacht außer Tassen im Schrank aufgefüllt. Normal nehme ich mir als meine Unterlagen von der Berufsschule mit ins Büro um für bevorstehende Arbeiten zu lernen oder Hausaufgaben zu machen. Aber die habe ich heute leider nicht dabei da wir jetzt eh erst mal eine Woche „Ferien“ haben. Ich weiß einfach nicht was ich machen soll… Ich nehme mir als schon extra hauptsächlich gesundes Essen mit, da ich mich sonst nur mit ungesundem Zeug den ganzen Tag zustopfen würde :D

  2. Hallo
    ich bin 27 Jahre alt und arbeite in der Entwicklungsbranche. Ich habe erst vor 2 Monaten mein Studium abgeschlossen und langweile mich seitdem zu 99% meiner Arbeitszeit.
    Für mich ist die Arbeit jetzt schon eigentlich nur Mittel zum Zweck um genug Geld zu sparen um für ein Jahr mit dem Rucksack zu reisen. Auch danach kann ich mir nicht vorstellen so weiter zu machen wie jetzt.
    Wie Sie es ja schon treffend in Ihrem Artikel beschrieben haben kommt mir mein abgeschlossenes Studium inzwischen schon vor wie ein Witz.
    Ich mag meine Firma und meine Kollegen sehr und es gibt auch sonst nicht wirklich Grund sich zu beschweren – bis auf die Langeweile.
    Ich habe noch ein weiteres Problem mit der Unterforderung: Sobald ich nur das geringste (von dem bisschen was ich tue) falsch mache oder Kritik von Kunden bekomme, fühle ich mich sehr schlecht und denke tagelang darüber nach… Das schaukelt sich dann natürlich auf – ich hab ja sonst nichts zu tun.
    Dieses Verhalten wundert mich selbst, da ich normalerweise als sehr selbstbewusst bezeichnet werde und mich selbst auch so fühle.
    Am liebsten würde ich schon heute alles hinschmeissen und einfach weg hier… Und das nach 2 Monaten!?
    Ich traue mich meistens nicht einmal diese Gedanken meiner Freundin zu erläutern und irgendwie schäme ich mich auch dafür.
    Fürs Nichts-Tun einen überdurchschnittlichen Lohn abstauben und dann auch noch beschweren – das kann ich irgendwie nicht machen!

    1. Hallo Karl,
      danke, dass Sie Ihre Erfahrungen teilen. Das, was Sie am Schluss schreiben, ist sehr bezeichnend für im Job Gelangweilte. Sie haben das Gefühl, es ist ein Luxusproblem, schämen sich dafür und halten es unter der Decke. Doch aus Ihrer Schilderung wird ja sehr schnell klar, dass Sie diese Situation sehr belastet. Und dann denke ich, sollten Sie etwas daran verändern. Entweder in der eigenen Einstellung (aushalten und Geld scheffeln für Ihre Reise?) oder im Job selbst (Gespräch mit dem Chef/ den Kollegen suchen, neue Aufgaben suchen, den Job wechseln etc.). Wenn Sie noch Fragen haben, schreiben Sie mir über das Kontaktformular.
      Viele Grüße
      Bernd Slaghuis

  3. Hallo,
    ich bin erst 22 Jahre alt und gehöre leider mit zu den Job Gelangweilten.
    Wenn ich das Verwandten, Freunden oder meinem Freund erzähle, dann denke die, dass ich spinne. „Ist doch super ohne was zu tun so viel Geld zu verdienen.“ Nein, absolut nicht, das ist eine Qual.
    Mit 16 habe ich meine Ausbildung als Bürokauffrau begonnen und hatte währenddessen jede Menge Spaß wegen der großen Abwechslung. Als ich dann Angestellte wurde, fing die Langeweile an… Nach einem Jahr habe ich dann schließlich gekündigt. Ich habe einen tollen neuen Job in einer großen Verlags-Firma gefunden. Dort wurde 1 Monat vorher eine BWL-Studentin eingestellt und dadurch, dass sehr wenig Arbeit zu tun war, ging sie total auf Konkurrenzkampf. Ich verstehe mich mit allen eig. immer super und das hat mich dann noch mehr belastet. Also kaum was zu tun und dann noch von einer Kollegin ständig kontrolliert zu werden was ich denn mache. (Und tatsächlich sollte ich einen Tätigkeit machen, die sie vorher gemacht hat und dann war das Drama groß) Das führte dann sogar zu einem Gespräch mit dem Abteilungsleiter, was für mich einfach nur beschämend war. Ich konnte ja schließlich nichts dafür und wurde von der Kollegin als „Arbeitswegnehmerin“ bezeichnet. Nach nur 2 Monaten habe ich dort dann auch wieder gekündigt…. Dann habe ich bei der Firma meiner Eltern angefangen (dort war soweit alles gut, nur für immer niemals :-)) Ab Januar habe ich dann bei einer
    Firma angefangen, wo auch der Vater meines Freundes arbeitet. Der Job wurde super verkauft und ich habe sogar bedenken gehabt, ob ich das alles kann. Jedoch habe ich zügig gelernt und es stellte sich heraus, dass ich jetzt nur noch allen zuarbeite… also alles worauf die anderen keine Lust haben, geben sie mir. (Berge von Ablage, Ordner neu sortieren, Schreiben für andere anfertigen, Telefonzentrale spielen, Empfang noch machen, weil keiner darauf Lust hat etc.) Dort habe ich nun gekündigt und fange ab April 16 an zu studieren, weil ich gemerkt habe, dass man als Bürokauffrau an keinen vernünftigen Job mehr kommt. Bis zum Ende des Jahres muss ich es hier leider noch aushalten und dann habe ich eine Auszeit von 3 Monaten vor dem Studium. Die Kollegin in der jetzigen Firma sind nur teilweise nett, was alles noch schwieriger macht. Gerade mit der ich am engsten zusammen arbeiten muss, ist einfach nur schrecklich. (Kein Hallo/Tschüss und alles muss perfekt laufen). Ich habe Tage, wie heute, an denen ich wirklich nichts machen kann. Ich setze mich vor den PC und versuche Arbeit vorzutäuschen. Das ist super belastend, aber unangenehm, wenn ich so offensichtlich nichts machen kann. Einige Minusstunden habe ich auch schon gesammelt, die ich bis Ende des Jahres weg haben muss/möchte. Wie halte ich bloß die restlichen Monate aus? Mich überrascht sogar, dass die Kollegen jetzt nicht sogar noch blöder zu mir sind. Naja wie auch? Ich werde hier ja schon wie ein Aschenputtel für alle behandelt :-)

    Was ich nur empfehlen kann, dass man sich weiterbilden sollte, wenn man sich unterfordert fühlt. Ob Studium oder nebenbei eine Fortbildung. Dieser Gedanke gibt mir Kraft die letzten Tage hier durchzuhalten.

  4. Hallo,

    auch ich langweile mich in meinem Job zu Tode. Ich arbeite seit drei Jahren in einer Firma, die ich seit drei Jahren bereits wieder verlassen möchte. Angefangen habe ich mit einer dreißig Stundenwoche. Es gab kaum was zu tun, was mir unbegreiflich war. Ich habe schon oft den Job gewechselt und kenne Langeweile nur aus meinem Ausbildungsbetrieb. Jedenfalls durfte ich nach der Probezeit voll arbeiten bei gleichbleibend wenig Arbeit. Langsam begab ich mich in eine Mühle aus Schusselfehler, weil ich sämtliche Aufgaben ewig ziehen musste, um Beschäftigung vorzuweisen. Ich hielt es nicht aus und suchte einen Grund, meine Arbeitszeit wieder zu kürzen. Ich hasste es ins Büro zu gehen. Demzufolge war ich öfters krank, weil mein Körper vor Ablehnung streikte. Auch mit der verkürzten Arbeitszeit kam ich nicht zurecht. Ich wollte kündigen, aber ich bekam das Angebot, die Abteilung zu wechseln und nur noch zwanzig Stunden pro zu arbeiten. Das klang toll. Am Anfang ging es, aber mittlerweile bin ich wieder im Trott der Langeweile und ich quäle mich die paar Sunden in die Firma.

    Ganz oft habe ich mit anderen darüber gesprochen, aber nur Ablehnung erfahren. Ich solle mich nicht so anstellen und könne doch froh über die freie Zeit sein. Es ist aber ein täglicher Kampf, weil ich oftmals nicht weiß, wie ich Arbeit vortäuschen soll. Immer die Angst erwischt zu werden, wenn ich privat im Netz google. Privates kann ich nicht machen, weil mir die Ruhe fehlt. Ständig passieren mir Schusselfehler, weil ich meine Tätigkeit ablehne. Ich habe nach mehr Aufgaben gefragt, aber ich bekomme keine, weil ich zu schusselig bin. Den Stempel habe ich und selbst wenn ich keine Fehler mache, wird es nicht registriert. Die Unzufriedenheit schnürt mich ab. Die Angst vor dem Selbstkündigen ist enorm, weil wegen mir extra der Arbeitsplatz geschaffen wurde. Ich bin nichts besseres als eine Praktikantin, die etwas besser verdient.

    Privat bilde ich mich weiter und versuche in der Branche Fuß zu fassen, wo ich hin möchte. In eine andere Firma möchte ich nicht mehr gehen, weil ich weiß, dass ich dazu ungeeignet bin. Ich möchte arbeiten und die Langeweile an den Nagel hängen können. Ohne Angst haben zu müssen, am nächsten wieder in ein Loch zu fallen. Mein Körper streikt, aber ich schäme mich für jeden Tag, den ich wirklich krank bin.

    Ich sehne mich nach dem Tag, an dem ich die Firma für immer verlassen kann… Denn ich brauche die berufliche Erfüllung genau wie die Zufriedenheit im privaten Bereich. Ich versuche mich zu motivieren und übe täglich Mantras, die mich nur noch mehr frustrieren… Ich habe Wut auf mich, weil ich den Absprung nicht schaffe… Ich bin finanziell abhängig…

  5. Hallo zusammen,

    auch ich gehöre zu den Jobgelangweilten. Dazu bediene ich noch das Vorurteil, bei Behörden hätte man nichts zu tun. Ich bin Beamtin und wurde vor 3 Jahren versetzt. Und seit diesen 3 Jahren ist es so, dass ich keine Tätigkeit ausüben kann, die meiner Ausbildung gerecht werden würde. Ich wurde zur Schreibkraft „degradiert“. Es ist jedoch nicht so, dass ich mir etwas zu Schulden kommen hätte lassen. Vielmehr wurde eine Stelle bei meiner alten Behörde gestrichen und da sich für eine Versetzung niemand freiwillig meldete, wurde ich als dienstjüngste ausgewählt, die Behörde zu wechseln.

    Mit meinem Vorgesetzten habe ich schon oft darüber gesprochen, dass ich gerne bereit wäre, Mehrarbeit zu übernehmen und ich mich unterfordert fühle. Das stößt jedoch auf taube Ohren, alles was ich zu hören bekomme ist, dass ich meine Ansprüche herunter schrauben soll. Mit meinem Bitten, nach etwas Verantwortungsvollerem würde ich die anderen Angestellten, die mit ihrer Situation zufrieden sind, beleidigen. Auch verlangte er von mir, schlechter zu arbeiten, damit die anderen ein besseres Gefühl bekommen. Dadurch, dass ich gesagt habe, dass mir meine derzeitige Tätigkeit zu „wenig“ ist, sprechen meine Kollegen teilweise nicht mehr mit mir.

    Es ist so, dass ich tage- oder manchmal auch wochenlang rein gar nichts zu tun habe. Und damit meine ich wirklich gar nichts. Ich lese sehr viele Bücher und sehe mir Serien an. Abends bin ich aber trotz allem so gerädert, dass ich oft sehr früh zu Bett gehe um dann am nächsten Morgen nicht aus dem Bett zu kommen weil ich einfach keinen Sinn sehe in das Büro zu gehen um dort wieder nur rumzusitzen.
    Kündigen kann ich nicht. Als Beamtin wäre das schlicht auch dumm von mir. Aber ich weiß mir einfach nicht mehr zu helfen. Mit bleibt wohl nur das Aushalten.

  6. Hallo,

    ich bin 31 Jahre alt und arbeite seit kurzem im öffentlichen Dienst. Anfangs war ich ganz froh darüber, nicht zu viel Arbeit zu kriegen, da ich ja noch in der Einarbeitungsphase war und Angst hatte, dass ich mit zu viel Arbeit den Überblick verlieren würde.

    Mittlerweile habe ich aber festgestellt, dass es bei so wenig Arbeit bleibt. Mein Vorgänger sagte ständig wieviel Arbeit das hier sei etc., mein Chef sagte, dass es relativ wenig Arbeit wäre. Ich denke mein Chef hatte recht und mein Vorgänger hat sich wahrscheinlich vor Langeweile selbst eingeredet, wie viel Arbeit es doch wäre um nicht psychisch unterzugehen.

    Auf der Arbeit habe ich auch diese Seite hier gefunden. Ich werde versuchen mir nun selbst Arbeit zu suchen, damit ich mich besser fühle, einen größeren Überblick über alles habe und nicht wie so oft blöd vor meinem PC rumsitze und nichts tue.

    Als positiv kann man allerdings erwähnen:
    (Ich hatte auch schon seeeeehr stressige Jobs)

    Man kann auf der Arbeit vieles erledigen, dank des Internets, für das man normalerweise seine Freizeit opfern müsste. Da geht man halt nicht mehr am Wochenende in der Stadt shoppen sondern surft im Netz auf den bekannten Online-Shopping-Seiten und bestellt einfach Sachen. Die Freude ist hierbei übrigens zweifach, da man sich beim kaufen und beim Paket öffnen freut.

    Auch kann man sich über private Dinge informieren.

    Alles in Allem ist die Langeweile nach einiger Zeit schon nervtötend aber es ist mir immer noch lieber an Bore-Out zu leiden als an Burn-Out.

    Zum Ausgleich sollte man sich wirklich mehr sportlich betätigen, ein schönes Hobby suchen, das man vlt auch auf der Arbeit ein bisschen planen kann und ab geht’s! :) Der Körper und der Geist sollen ja schließlich nicht verkümmern.

    LG Tine

  7. Hallo,

    bin 30 Jahre alt und habe vor kurzem die Prüfung zur geprüften Bilanzbuchhalterin bestanden… so und jetzt..
    Habe meine Ausbildung zur Steuerfachangestellten absolviert und nach 4 Jahren Berufserfahrung in die Industrie gewechselt. Bereue ich diesen Schritt … Ich glaube schon.. Aber wirtschaftlich sieht es besser aus als beim Steuerberater zu arbeiten.
    Im Januar 2015 habe ich angefangen und schon am zweiten Arbeitstag fing ich an mich zu langweilen. Nach zwei Monaten habe ich meinen Leiter darauf angesprochen, das ich doch nichts leiste, nur rumsitze, warum ich eingestellt wurde, wie die jahrelang vorher immer zu zweit arbeiten konnten und das nur eine Person reicht. Er hat mich nur vollgequatscht und meinte das noch Arbeit auf mich zukommen würde. Zweimal fand so ein Gespräch statt. Beim dritten Gespräch sind wir zu dem Entschluss gekommen, das ich die Firma verlasse. Ich habe von 8 Arbeitsstunden nur eine Stunde gearbeitet. Ich saß 7 Stunden lang nur rum und hab aus dem Fenster geschaut, mit dem Handy rumgespielt, gesurft. Habe dies auch dem Leiter gesagt- Resultat ich bin gegangen.

    Vorstellungsgespräche auf der Suche nach einer neuen Arbeit haben statt gefunden. Meine Frage immer : “ Haben Sie denn auch genug Arbeit, ich wechsle aus dem Grund, das ich nichts zu tun hatte.“ Immer die selbe Antwort, alle haben gelacht und gesagt: “ Ja, klar. Sie werden sogar zu viel zu tun haben.“
    Ja dann dachte ich mir und habe im Juli dann angefangen zu arbeiten und nun sitze ich hier wieder rum und habe absolut nichts zu tun außer Banken buchen und rumsitzen. Also wieder nur eine bis zwei Stunden beschäftigt. Das Problem ist das ich meiner Vorgesetzten immer und immer wieder erzählt habe wie die Stelle vorher war und ich nicht mehr rumsitzen will. Auch einmal erwähnt, das ich kein Glück mit der Arbeit habe und wieder in einem Büro gelandet bin, wo es nichts zu tun gibt und warum ich überhaupt eingestellt wurde.
    Ich habe keine Lust mehr was zu sagen. Bringt ja nichts wie man sieht.
    Stehe morgens lustlos auf, weil ich mir denke, „wozu überhaupt“

    Tja… Noch ein Wechsel geht schlecht. Mein Lebenslauf sieht nicht mehr so prickelnd aus, da ich umzugsbedingt beim Steuerberater auch schon mal gewechselt habe.
    In 5 Jahren 4 Arbeitgeber

    Bedia

    1. Hallo Bedia,

      danke, dass Sie Ihre Erfahrungen hier teilen. Wie Sie an den Kommentaren vor Ihnen sehen, sind Sie nicht allein und viele „Gelangweilte“ beschreiben ähnliche Umstände und Symptome. Sie sind bereits in die Offensive gegangen und haben das Thema angesprochen, das trauen sich viele Angestellte nicht. Können Sie selbst etwas tun, um stärker ausgelastet oder weniger unterfordert zu sein? Es klingt komisch, aber vielelicht können Sie für sich im aktuellen Umfeld auch eine sinnvolle Arbeit „erfinden“ – Dinge, die Sie sehen, die heute schlecht laufen und Sie Ideen zur Verbesserung haben etc.? Aber auch das bleibt sicher nur eine Übergangslösung, wenn die Langeweile dort System hat. Von Aushalten im Job zur Lebenslaufhygiene halte ich nichts, die Frage ist aber natürlich, wie Sie in den nächsten Bewerbungesgesprächen noch sicherer sein können, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass es dann besser passt. Vielleicht auch eine andere Branche / Unternehmensgröße? Schauen Sie mal, ob es Gemeinsamkeiten bei den letzten Arbeitgebern gab, die Sie vielelicht beim nächsten Job bewusst durchbrechen können.
      Alles Gute und viele Grüße,
      Bernd Slaghuis

  8. Auch bei mir ist es ähnlich. Seit einigen Monaten habe ich nur sporadisch zu tun. Ich erledige alles anfallende, bereite Sachen vor (die dann oftmals noch nicht mal mehr benötigt werden) Habe in den letzten Wochen / Monaten über 40 Überstunden und auch unbezahlten Urlaub genommen. Ich werde täglich unzufriedener, kann mich auch nicht irgendwo rum drücken und so tun, als hätte ich Arbeit. Habe es auch schon Kollegen und Vorgesetzten mitgeteilt. Nichts ändert sich. Die Lage sei halt schwierig.
    Schwierig ist auch, mit 50 nochmal den Job zu wechseln. Also was tun? Keine Ahnung.

    1. Hallo Frau Theis,
      wenn sie schreiben, dass die Kollegen oder der Chef sagt „die Lage sei schwierig“, dann ist ja das Bewusstsein da, dass Ihre „Beschwerde“ berechtigt ist. Die Frage ist, ob es ich um einen zeitweisen Zusatand handelt oder ob Sie dauerhaft nichts zu tun haben werden. Was glauben Sie, hindert Ihren Chef daran – wenn Sie eigentlich auf der Position mangels Aufgaben überflüssig sind – Ihre Stelle zu streichen? Und auf der anderen Seite: Warum glauben Sie, dass es da draußen keinen anderen Arbeitgeber gibt, der Sie einstellt und wo Sie zufriedener sind? Zeit genug, um sich in Ruhe und gezielt umzusehen und Bewerbungen zu verschicken, haben Sie ja ;-)
      Viele Grüße
      Bernd Slaghuis

    2. Hallo Frau Theis,
      rumdrücken und Vermeidungsstrategien entwickeln ist keine gute Lösung bei Langeweile im Job. Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, zu gehen, dann würde ich dem Chef die Situation noch einmal klar vor Augen führen und ggf. auch das Gespräch mit dem Chef-Chef führen und Ihre Führungskräfte in die Verantwortung nehmen. „Die Lage sei schwierig“ heißt, dass die Auftragslage schwierig ist? Dann sollten Sie einschätzen – oder dies auch nachfragen – wann mit einer Verbesserung der Lage gerechnet werde bzw. was das Management tut, um daran etwas zu verändern. Bei Langeweile im Job ist Aktivität gefragt – welcher Art auch immer. Ja, mit 50 mag es schwieriger sein, aber es ist nicht unmöglich, einen neuen Arbeitgeber von sich zu begeistern. Und im Vergleich zu vielen anderen Angestellten 50+, die die Kündigung auf dem Tisch haben oder schon in der Arbeitslosigkeit sind, befinden Sie sich in der ungekündigten Stellung (und mit viel Zeit) in einer komfortablen Situation für die gezielte Jobsuche mit einer guten Bewerbungsstrategie.
      Viele Grüße,
      Bernd Slaghuis

      1. Die Erfahrung von Frau Theis kann ich bestätigen. Auch die Offenbarung der Problematik gegenüber Vorgesetzten hilft nichts, wenn diese die Verantwortung dafür nicht übernehmen wollen und einen einfach mit dem Spruch „Wenn Dir der Job nicht gefällt, dann bewirb Dich woanders“ wieder entlassen. Das Problem ist häufig, dass auch die direkten Vorgesetzten keinen Einfluß auf die Personalplanung haben oder das Thema schon deshalb nicht angehen wollen, weil sie sich selbst dann dafür rechtfertigen müssten, weshalb sie das nicht schon früher gemerkt haben oder sogar die eigenen Aufgaben des Vorgesetzten hinterfragt werden könnten. Wenn die Vorgesetzten selbst schon zu wenig zu tun haben, können sie auch natürlich auch nichts delegieren. Bei mir selbst besteht das Problem auch darin, dass mein Vorgesetzter fachlich schlechter qualifiziert ist als ich und mein Problem auch gar nicht nachvollziehen kann. Er macht genau das, was in Ihrem Artikel beschrieben wird: er wertet es als Luxusproblem ab und hat kein Verständnis für meine Unzufriedenheit, da er sich selbst (seit mehr als 30 Jahren in dieser Behörde) mit dem Gang der Dinge abgefunden hat und nur Dienst nach Vorschrift leistet.

  9. Guten Tag,

    ich arbeite seit 12 Jahren mit Unterbrechungen (Elternzeit) im Jobcenter und es ist unglaublich, wie wenig ich zu tun habe. Meine Kollegen klagen über Überforderung und ich habe von 5 Tagen nicht mal einen halben voll zu tun.

    Ich habe das Problem mehrfach angesprochen, es ändert sich nichts. Ab und zu bewerbe ich mich woanders, aber spätestens, wenn ich höre, was woanders gezahlt wird, bleibe ich doch dort, wo ich bin, da der Job sehr gut bezahlt und ich alleinerziehend bin…..

    Wie ich einen Weg aus der dauerhaften Langeweile finden kann – ich weiß es nicht.

    Tina

    1. Hallo Tina,
      ich höre von Mitarbeitern in Jobcentern eher, dass Sie gerne mehr Zeit je Kunde hätten und feste Betreuungsschlüssel dort definiert sind. Sind Sie nicht in der Arbeitsvermittlung tätig? Gibt es andere Bereiche innerhalb des Jobcenters, in die Sie wechseln könnten? Und wer, außer dem direkten Chef, könnte dort etwas für Sie tun?
      Viele Grüße
      Bernd Slaghuis

  10. Der Artikel spricht mir aus der Seele. Seit 8 Monaten bin ich dauergelangweilt in meinem neuen Job. Obwohl ich bereits mehrfach mit meinem Chef geredet und gesagt habe, dass er mir gern mehr Aufgaben geben kann bzw auch solche, die meiner Qualifikation entsprechen, kommt einfach fast nichts. Es wird „Ja, gerne“ gesagt und ich warze auf Aufträge. Und wenn dann mal was kommt, dann nur einfache Dinge, die ein Praktikant erledigen könnte. Es ist zum Verrücktwerden. Habe ich mal ein bessere Aufgabe, erledige ich sie sofort zur vollsten Zufriedenheit. Es ist nur einfach so, dass mein Chef immer alles selbst machen will. Warum habe ich die Probezeit bestanden? Es erscheint mir absurd. Für mich ist das hier der 2. Job nach meinem Studium und ich bin extrem verunsichert und desillusioniert, was die Arbeitswelt allgemein betrifft. Ich habe auch Angst, dass es woanders genauso wird oder noch schlimmer. Und dann kommt hinzu, dass ich meine Fähigkeiten mittlerweile in Frage stelle. Ich denke über ein weiteres (!) Fernstudium nach, um das Nichtstunkönnen im Job auszugleichen. Dann hätte ich aber doch sehr viele Qualifikationen und das sieht doch auch komisch aus… ich hoffe, dass mein Selbstbewusstsein wieder stärker wird und ich mich neu bewerben kann. Hier scheint alles aussichtslos.

  11. […] grade einen Link zum Thema "Boreout" gefunden: Langeweile im Job. Was tun, wenn es nichts zu tun gibt? Bei einigen Kommentaren kann man sogar sowas wie eine ADHS erkennen! Mit Zitat […]

  12. Hallo zusammen, auch ich gehöre zu denjenigen, die leider im Beruf nicht entsprechend gefordert und daher gelangweilt sind. Vor 6 Monaten habe ich beschlossen, die Firma zu wechseln, um mich neuen Herausforderungen zu stellen, um neue Leute kennenzulernen, um mich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln. Jetzt bin ich 3 Monate da und denke mir, hätte ich es doch mal gelassen. Mein Problem ist, dass ich als ausgewiesener Fachexperte eingestellt wurde, um Prozesse zu optimieren, um den Bereich nach vorn zu bringen. Schnell habe ich gemerkt, dass der Bereich mit 3 Vollzeitmitarbeitern, 1 Vorgesetzten und einer Werkstudentin extrem überbesetzt ist. Bereits im Januar war mit klar, dass es nicht genügend Arbeit für alle gibt. Erstaunlicherweise hat meine Kollegin, die mich in der Belegschaft bekanntmachen sollte, den Januar immer als besonders hektisch und stressigen Monat beschrieben. Ich hatte den Eindruck nicht. Wenn dieser langweilige Monat schon der stressigste im ganzen Jahr ist, wie langweilig werden denn dann erst die anderen? Mir schwante fürchterliches. Meine neue Kollegin spielte sich zudem noch als Führungskraft des Teams auf. Ich habe mich wirklich bemüht, hier ruhig zu agieren, aber es wurde noch schlimmer. Nach nur 3 Wochen hatte ich sie dermaßen gegen mich aufgebracht, dass kein Wort mehr gesprochen wurde. In der Zwischenzeit habe ich durch mehrere Gespräche mit dem Vorgesetzten und der Personalleitung erfahren, dass ich nicht die erste bin, die diese Probleme in der Abteilung hat. Nach diversen Lügengeschichten, wurde die Kollegin auch abgemahnt. Das trägt nun nicht wirklich zur Besserung meiner Situation bei. Mal abgesehen davon, dass ein weiterer Kollege im Team bereits gekündigt hat, weil auch er unter der Kollegin leidet und auch unter der Tatsache, dass er nicht ausgelastet ist. Ohne einmal darüber nachzudenken, wurde die Position direkt wieder ausgeschrieben. Ich leide unter massiver geistiger Unterforderung. Ich bin es gewohnt, mit Menschen Kontakt zu haben. Ich brauche Menschen um mich, den Trubel, viel zu tun. Jetzt sitze ich den ganzen Tag in ständiger Isolation mit jemandem zusammen, der mich nicht mag und ignoriert. Pro Tag bin ich ca. 2 Stunden ausgelastet. Was mach ich in den anderen 6,5? Ich habe bereits angefangen, während meiner Arbeitszeit mich mit Menschenrechten zu beschäftigen und schreibe Briefe an politische Gefangen und bitte um deren Freilassung. Wie kann eine Firma nur so blind sein? Nicht nur, dass so eine Überbesetzung teuer ist, die Kollegin fährt auch eine unglaubliche Vermeidungsstrategie, die die Firma auch nicht weiterbringt. Alles wird extrem langsam abgearbeitet, pro Tag sind ca. 3 Stunden Kaffee trinken drin. Die letzten 2 Tage wurde sich ausführlich mit dem neuen Headset beschäftig, dass sie eigentlich gar nicht braucht. Ruft ja keiner an. Nun ja, ich habe jedenfalls beschlossen, mich anderweitig zu orientieren. Ich möchte arbeiten, ich möchte gefordert und gefördert werden, ich möchte mit Menschen in Kontakt kommen und bleiben, ich möchte Leben. Dafür verzichte ich auch gern auf Geld. Vielen Dank für Ihren Artikel. Er hat mir sehr geholfen, mich aufzuraffen, auch wenn ich das Commitment gegeben habe, zu bleiben. NEIN! Ich muss an mich selbst denken und dort gehe ich ein. Dort kann ich mein Potenzial nicht ausschöpfen. Wenigstens konnte ich mich persönlich durch diese Sache entwickeln und gehe nun entspannter mit mir um.

    1. Hallo Ines,
      das klingt ja ganz schrecklich und ich finde es immer wieder erstaunlich, wie Unternehmen hier nicht nur beide Augen verschließen, sondern sich gelangweilte Mitarbeiter auch finanziell leisten. Ich bin der Meinung, ein Commitment darf nicht einseitig sein. Wo bleibt denn die Verpflichtung als Arbeitgeber, die eigenen Mitarbeiter mit Aufgaben „zu versorgen“, zu fördern, leistungsfähig und gesund zu halten? Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Suche nach einem passenderen Umfeld. Und ja, auch diese Erfahrung war für etwas gut. Nutzen Sie sie für Ihren nächsten Schritt.
      Alles Gute und viele Grüße,
      Bernd Slaghuis

  13. Langeweile im Job? Das kenne ich leider nur zu gut…. Und es ist kein Einzelphänomen.

    Ich hab meinen Abschluss als Fremdsprachenkorrespondentin gemacht – ein Job der so leider vielen immer noch ziemlich unbekannt ist und vielen nicht wirklich bewusst, was man damit alles machen kann.

    Diese Ausbildung setzt ein Abitur oder eine zuvor abgeschlossene Ausbildung als Fremdsprachensekretärin voraus, ist also keine „normale Ausbildung“. In 2 Jahren lernt man da in seinen 2 Zielsprachen Übersetzen, Dolmetchen, Korrespondenz, darüber hinaus aber noch Office Management, sämtliche MS Office Programme, 10-Finger-Schreiben, Rechnungswesen und Exportwesen. Man ist sehr vielseitig einsetzbar.

    Nach sehr gutem Abschluss meiner Ausbildung habe ich in einer Kanzlei angefangen – als zweite Sekretärin. Offizielle Bezeichnung: Fremdsprachensekretärin. Leider hatte ich nicht wirklich viel mehr zu tun, als E-Mails auszudrucken und in Unterschriftenmappen zum Unterzeichnen und zur Kenntnis nehmen zu legen, ganz selten durfte ich mal eine Bedienungsanleitung prüfend lesen, aber erst nachdem ich schon einmal nachgefragt und einen anderen Partner in der Kanzlei ins Vertrauen gezogen hatte bezüglich meiner Langeweile am Arbeitsplatz.
    Da schon die erste Sekretärin wenig Arbeit hatte, hat sie wie eine andere Dame hier auch beschrieb den Drang, sich unersetzbar zu machen und mir bewusst Fallen zu stellen, die Arbeit an sich zu reißen usw., so dass noch weniger zu tun blieb. Was ich noch machen durfte waren die Arbeiten, für die sie sich zu „fein“ war, wie z. B. sich in eine sehr komplizierte Akte einzuarbeiten und diese richtig abzulegen (die Unterlagen dazu türmten sich auf dem Fensterbrett), Kaffee zu kochen, zu kopieren und zu schreddern (Mysteriöserweise war mein Schreddermülleimer immer voll und ihrer leer).

    Warum es hier zu wenig Arbeit gab Bestand aus 2 Gründen: Zum einen, wurde die 2. Sekretärin als Prestigeobjekt genutzt, um unter den Partnern im Unternehmen zu zeigen „Ich bin der Hecht, ich habe 2 Angestellte“. Zum anderen war das Typ Chef „Ich kann nichts abgeben, ich mache das lieber allein“.

    Nach 6 Monaten kam dann die Kündigung zwecks Arbeitslosengeld vom Arbeitgeber. (Eigentlich sollte ein Aufhebungsvertrag gemacht werden)

    Nach einem Monat fand ich einen Job in einem Unternehmen für Medizinische Wegwerfprodukte als Exportmanagerin. Langeweile hatte man da zwar nicht, aber dafür jede Menge andere Tücken. Zeit für einen kurzen Plausch mit der Büronachbarin o. ä. gab es nicht – traute sich auch keiner, denn alle Aufgaben mussten im Minutentakt protokolliert werden. Am Ende des Monats wurde geprüft. Hatte jemand zu viele „Lücken“ oder zu „langsam“ gearbeitet, wurde er ermahnt. Man war ständig und immer unter Druck – Zum aufs Klo gehen oder mal was trinken blieb keine Zeit. Und die Schulungen erfolgten auch nur sehr sporadisch, so dass meine Kollegen und ich viele Fehler machten.

    Ich riss mich zusammen, weil ich mir dachte: Die Konditionen diese Jobs sind gut, es gibt viel zu tun, reiß dich zusammen.

    Leider hab ich dem Leistungsdruck nicht lange Stand halten können gepaart mit Todesfall und Trennung vom langjährigen Lebenspartner und wurde krank – und dann prompt auch gekündigt – per Kurier nach Hause.

    Danach folgten 1 1/4 Jahre Arbeitslosigkeit, unzählige Bewerbungen, manchmal ein Bewerbungsgespräch – wo man mir dann Gehälter um die 1200/1300 EUR Brutto für 40 Stunden anbot, eine Operation an den Augen (darauf hatte meine Krankheit beruht).

    Glücklicherweise hatte ich eine sehr humane Bearbeiterin beim Amt und die schickte mich auch in eine Weiterbildungsmaßnahme.

    Anschließend an diese konnte ich endlich über eine Zeitarbeitsfirma eine Anstellung bei einem Pharma-Konzern finden. Das Arbeitsumfeld war klasse und aus dem Einsatz der Ursprünglich 1 1/2 Monate dauern sollte wurden letztendlich 10. Aber auch hier war leider das Arbeitspensum zu gering. Ich suchte mir zwingend meine Aufgaben, so dass ich am Ende nur noch am Putzen und Aufräumen, Ausmisten und Ablage machen war.

    Dies sprach ich aufgrund des guten Verhältnisses zu meiner Chefin an – aber dies endete leider nicht gut. Sie nahm das Gespräch zwischen uns und beendete das Arbeitsverhältnis über die Zeitarbeit und stellte es als Gefallen an mich dar – das ich mir etwas suchen sollte, das wirklich meinen Fähigkeiten entspricht – Ich hätte den Einstieg in die Jobwelt ja wieder geschafft.

    Leider wurde seitdem alles nur wahnsinnig schlimm, ich hatte ja immernoch das Bestehende Arbeitsverhältnis mit der Zeitarbeitsfirma. Diese schickte mich auf diverse Kurzeinsätze. Am Eingang eines Schuhladens stehen und „Hallo“ und „Auf Wiedersehen“ sagen und sonst nichts und jetzt sitze ich in einem Büro an der Telefonzentrale – nur dass nichtmal ein Anruf kommt und sonst auch nichts passiert.

    Inzwischen leide ich an Depressionen und habe den Eindruck, ich bin nichts mehr wert. Meine Intelligenz und Arbeitskraft sind nichts mehr wert. Immer traue mir nichts mehr zu, habe das Gefühl vieles verlernt zu haben aufgrund dieser ganzen geistigen Unterforderung. Des Weiteren habe ich Angst aufgrund der vielen Stationen in meinem Lebenslauf, dass es einem potentielle Arbeitgeber als „unbeständig“ vorkommt. Dabei will ich nichts lieber, als zu arbeiten und endlich mal länger in einem Unternehmen bleiben zu können und meinen Beitrag zu leisten.

  14. Danke für diesen Artikel, er spricht mir aus der Seele….

    Ich bin 22 Jahre alt und leide sehr stark an Langweile und Unterforderung im Berufs & Studienalltag.
    Vor 2 Jahren habe ich ein duales Studium angefangen, anfangs alles super, ich war sehr motiviert, da ich während des Abiturs faul war und die Freizeit mehr zum Leben genutzt hatte (Abschluss trotzdem gut).
    Aufjedenfall wollte ich jetzt endlich durchstarten, da ich durch meine Faulheit/enge Sichtweise zu diesem Zeitpunkt, nicht das duale Studium bekommen hatte, für das ich mich interessierte bzw. nicht mit internationalem Aspekt.
    Doch dann wurde alles anders, in der zweiten Praxisphase ging es richtig los… Dummerweise wird das Unternehmen, in dem ich angefangen habe, fusioniert & umstrukturiert. In der Abteilung (IT) sind so ziemlich alle Mitarbeiter demotiviert, was auch auf mich übergelaufen ist. Arbeit gibt es keine und wenn, dann nur die einfachsten Sachen, ohne großes Nachdenken und Eigenleistung. Zeitaufwand max.1-2h eher weniger.. Bei einer 37,5 h Woche.

    Anfangs denkt man sich, so schlimm ist das jetzt auch nicht, ein bisschen surfen und seinen Interessen nachgehen. Naja Pustekuchen, denn das wird schneller langweilig als einem lieb ist. So sitzt man nun Tag für Tag im Büro und wartet auf seine Uniphase um endlich wieder etwas sinnvolles zu tun. Minusstunden sammeln gehörte auch dazu, ebenso wie das verschlafen am morgen und das späte zu Bett gehen(Warum auch früher schlafen? Lieber Abends die Zeit „sinnvoll“ nutzen). Die erste Projektarbeit wurde über ein fertiges Projekt geschrieben, das nicht realisiert wird, da der Übernahmekonzern bereits diese Lösung implementiert hat. Das ganze hat sich glücklicherweise auch auf die Motivation/Ergebnisse in der Uni ausgewirkt (*Ironie aus*).
    Dazu kommen dann die ganzen Erfahrungsberichte der Studienkollegen, die alle interessante Themen und Arbeit hatten, während man selbst Däumchen gedreht hat. Das macht verdammt wütend und traurig. Am Ende haben wir aber alle den selben Abschluss, ohne groß was getan zu haben.
    Eine weitere Phase war ich wieder der Langweile ausgesetzt, dann beschloss ich etwas dagegen zu tun.

    Für die zweite Projektarbeit organisierte ich mir ein Thema im Übernahmekonzern und bewältigte dieses sehr erfolgreich, doch auch hier schlichen sich einige Stunden der Langeweile und des „Nichts-tun“ ein. Durch das ständige rumsitzen habe ich das ganze verinnerlicht und komme da auch nicht mehr richtig raus… Aktuell schreibe ich meine Bachelorarbeit, die ich mit Sicherheit schon fertig haben könnte, aber ein produktives Arbeiten ist nicht so leicht möglich. 15 Minuten etwas lesen, danach wird die Theorie langweilig und man sucht sich irgendwelche Videos die man schauen kann.
    Das Thema ist eigentlich auch interessant aber das reproduzieren von Bücherquellen ist sehr monoton.

    Es hat sich quasi ein Teufelskreis aus Prokrastination und Boreout gebildet..

    Ein halbes Jahr habe ich noch, dann bin ich fertig.. Das ist das einzige das mich tröstet, also Zähne zusammen beißen und durch. Danach plane ich das Unternehmen zu wechseln und in die Beratungsbranche einzusteigen, da ich mir dort ständige Abwechslung, Weiterbildung und Arbeit verspreche.. Ich hoffe ich werde nicht enttäuscht. Das elendige rumsitzen, aufschieben und nichts tun hängt mir zum Hals raus !!

    Mein Tipp am Rande : Lasst euch nicht unterkriegen, sucht nach Möglichkeiten und gebt Vollgas.
    Ohne das Verlassen der Komfort-Zone geht es nicht.

  15. Hallo, ich befürchte, ich habe auch einen Boreout. Ich bin 35 Jahre alt, studiere Teilzeit und halte meinen Sohn und mich mit einem Teilzeitjob in meinem gelernten Beruf (Sekretärin) im Öffentlichen Dienst über Wasser. Das ist leicht verdientes Geld und ich jammere definitiv auf hohem Niveau. Aber es ist so, dass ich Pareto hier voll auslebe: von 15:00 Uhr bis 17:00 Uhr erledige ich den größten Teil meines Tagespensums. Davor lese ich Blogs und Online-Zeitungen und erledige das, was wirklich nicht vermeidbar ist (Anrufe, Mails etc.). Viele Arbeiten lass ich einfach liegen, bis jemand danach fragt. Das Problem ist die Sinnlosigkeit der meisten Tätigkeiten hier – wenn ich das nicht machen würde, würde nichts schwerwiegendes passieren.
    Allerdings frage ich mich, warum ich mich nicht mal selber dazu motivieren kann, meine Arbeitsumgebung so zu gestalten, dass ich zum Beispiel einfach bis 15:00 Uhr studiere, dann arbeite und entspannt nach Hause fahre. Hinzu kommt, dass ich eine sogenannte Nachteule bin und nachmittags/abends am besten denken/arbeiten kann. Zusammengefasst sitze ich hier, jammere, schlage die Zeit tot, prokrastiniere gleichzeitig (Ablage, Archiv …) und warte, dass was passiert. Ich könnte aber: mich hier super-prima organisieren, das beste Sekretariat „von der Welt“ führen (denn ich habe die Zeit und die Möglichkeiten), somit tatsächlich einen entspannten Nebenjob zur Finanzierung des Studiums haben. Ist das Burnout, Boreout oder einfach nur der falsche (Neben)-Job?! Fragen über Fragen und schon wieder sind 10 Minuten rum.

  16. Hallo
    Ich bin 25 Jahre alt und arbeite seit August 2015 in einem kleinen Architekturbüro als Architektin.
    Es wurde mir vieles versprochen – grosse Projekte, grosse Verantwortung, etc.
    Nun sitze ich seit einem halben Jahr hier und habe nichts, aber auch gar nichts zu tun.
    Sie haben einen zweiten Lehrling eingestellt, der mehr Arbeit hat als ich.
    Ich kriege ab und zu von meiner Kollegin etwas, aber das habe ich in etwa einer Stunde erledigt und sitze die restlichen 7.5 Stunden ab.
    Mein Chef interessiert sich nicht dafür oder sieht das Problem gar nicht. Mich irritiert es, dass es ihn nicht zu interessieren scheint, was ich den ganzen Tag so mache.
    Wir sind nur sieben Leute im Büro (2 Chefs, 2 Lehrlinge, 1 Sekretärin, 2 Mitarbeiterinnen), wie kann es da sein, dass ich so ignoriert werde und es nicht auffällt, dass ich nichts zu tun habe?
    Sie fragen auch nie, was ich eigentlich tue, dabei müsste ihnen doch bewusst sein, das ich effektiv gar nichts mache.
    Ich mache währen der Arbeit meine komplette Buchhaltung, plane meine Ferien, shoppe online, lese Bücher etc.
    Ich konnte mich schon wieder aufraffen, überhaupt etwas zu tun, auch privat. Aber es ist eine Katastrophe! Ich habe nicht drei Jahre studiert, um jetzt nur rumzusitzen…
    Bei mir ging es schon so weit, dass ich vor meinen Ferien Kreislaufprobleme bekam, vom nichts tun.
    Ich weiss vor allem nicht, wie ich mit ihnen reden soll. Sie sind immer unterwegs und immer im Stress – und machen es schlussendlich lieber selbst.
    Andererseits habe ich auch Angst, dass sie mir kündigen, wenn sie merken, dass sie keine Arbeit mehr für mich haben. Und ich kann erst auf 2017 wirklich ein anderes Büro suchen…
    So, ich habe zu viel Zeit, weshalb es auch so ausführlich wurde und somit wieder etwas Zeit vergangen ist…

    1. Dein Post beschreibt meine Situation sehr ähnlich. Zwar habe ich bereits drei Mal mit meinem Vorgesetzten gesprochen und freundlich aber klar meine Erwartungen auf den Tisch gelegt, wurde aber immer nur mit einem „Toll! So Mitarbeiter wünscht man sich“ vertröstet. Ergo tat sich und tut sich nichts. Ich bin mittlerweile innerlich völlig abgeschottet und halte noch ein paar Monate durch. Dann bewerbe ich mich neu. Manche Situationen sind aussichtslos. Du kannst jedenfalls auch mal ein Gespräch suchen (natürlich ohne angreifen oder vorwurfsvoll zu sein). Trau dich ruhig. Du hast nichts zu verlieren. Am Ende wirst du stolz sein, eben nicht wortlos alles geschluckt zu haben.
      Dir alles Gute!

  17. Hi!
    Ohne ins Detail zu gehen: Ich kenne die Sachlage aus persönlichen Erfahrungen.
    Aber ich werde den Teufel tun und kündigen. Man muss nur mit der vielen Freizeit auf Arbeit kreativ umgehen. D.h, nicht darauf warten, bis einem jemand ANDERES Beschäftigung gibt, sondern sich mal SELBST Gedanken machen. Auch wenn man einen noch so tollen Job hat: Spätesten als Rentner trifft einen das Problem wieder. Keiner da, der mir tolle Aufgaben gibt.
    LG
    Monika

  18. Hallo zusammen,

    ich kann bestätigen, dass es bore-out wirklich gibt. Ich bin jetzt seit über 20 Jahren im öffentlichen Dienst. Die ersten 15 Jahre davon war ich beim A-Amt. Die letzten 3 Jahre davon war ich geistig völlig unterfordert und wurde vom Chef nicht beachtet. Also habe ich die Flucht nach vorne angetreten und bin ins B-Amt gewechselt. Dort waren aber Stress und Mobbing an der Tagesordnung, weshalb ich vor 3 Jahren in das C-Amt gewechselt bin. Ich empfand es zunächst als sehr angenehm, dass ich mir meine Arbeit selbst einteilen konnte und nicht mehr dem Dauerstress ausgeliefert war, der mich mein Berufsleben bislang immer begleitet hatte. Dann kam eine privat sehr anstrengende Zeit und ich empfand es als beruhigend, dass ich zumindest im Beruf keinen Stress hatte. Und als es dann privat ruhiger wurde, kam der Zusammenbruch. Angstattacken, Depression. Ich habe lange gebraucht, um überhaupt mein Privatleben wieder alleine leben zu können. Und vor 2 Wochen ist mir dann endlich klar geworden, dass für meinen Zusammenbruch nicht eine Gesamtüberlastung sondern die Unzufriedenheit mit meinem Job ursächlich war. Das ganze Nichtstun schwächte mich so sehr, dass ich selbst die einfachen Aufgaben nicht mehr erledigen konnte, weil mein Innerstes es nicht wollte. Es ging einfach nicht mehr.

    Und jetzt stehe ich da…Der Job ist sicher und ich brauche das Geld. Alternativen innerhalb der Verwaltung sehe ich keine. Denn zücke ich die Krankheitskarte wird man mich innerhalb der Verwaltung versetzen, ohne das ich einen Einfluss darauf habe, wohin. Und ich habe dass Gefühl, dass es nur noch langweiliger werden kann. Auf Reisekostenabrechnungen habe ich so gar keine Lust. Und freie Stellen gibt es nicht. Man wird also Übersoll irgendwohin gesetzt, wahrscheinlich dort, wo die „Hütte brennt“.

    Ich frage mich, ob ich zu viel Zufriedenheit von der Arbeit erwarte oder ob ich nicht mit dem, was ich habe, zufrieden sein sollte.

    Ich habe Außendienst, kann meine Prüfungen eigenständig planen, kann manchmal auch Menschen helfen. Die Prüfungen machen noch den meisten Spaß, aber mehr als eine pro Woche geht nicht, weil ich viel Zeit mit langweiligem Berichteschreiben verbringen muss. Frustrierend ist auch, dass meine Position zwar formal viel Entscheidungsraum zulässt, ich mich de facto aber nicht traue, etwas gegen meine mächtigen Kunden („Gegner“) zu unternehmen, weil es das Gesetz entweder nicht hergibt oder ich von meinen Vorgesetzten zurückgepfiffen werde. Ich fühle mich machtlos.

    Ich habe mir vorgenommen, mir das Ganze noch ein paar Wochen anzusehen, auch wenn sich meine Gefühle klar gegen die jetzige Arbeit positioniert haben. Doch vor der Alternative, in ein noch langweiligeres Amt zu kommen, habe ich eine Heidenangst. Vielleicht gelingt es mir, meine Gefühle von den positiven Aspekten meiner jetzigen Tätigkeit (Eigenständigkeit und – wenn auch selten – Menschen helfen können) zu überzeugen.

    1. Danke für die offenen Worte! Es ist gut zu wissen, dass es nicht nur mir in der Verwaltung so geht. Ich könnte mich auch versetzen lassen. Aber Verwaltungkram und Papierkram bleiben gleich. Und das mit vielleicht höherem Druck. Und: Ich habe nicht nur an mich zu denken. Ich trage alleinige Verantwortung für wenig verdienende Frau und noch nicht verdienendes Kind und spätere Rente. Jobwechsel? Brutto 1800 €? Für mich allein kein Problem. Aber nicht für zusätzlich Frau und Kind. Also Augen zu und durch. Der Tag ist auch nach 15 Uhr lebenswert. Man muss sich nur SELBST Gedanken machen, was man ab 15 Uhr mit seiner Freizeit/ Freiheit anfängt! Und immer dran denken: Die ganzen Leute mit den interessanten Jobs (und nicht selbstständig) sind auch nur von ANDEREN abhängig! Und: Was sollen z.B. Behinderte machen, die gar nicht einer Beschäftigung nachgehen können?

  19. Hallo,

    ich bin 31 Jahre und Volljurist. Zunächst war ich als Anwalt in einer kleineren Kanzlei tätig. Dieser Job war sehr, sehr spannend. Mangels Perspektiven (und auch einer schlechten Balance zwischen Arbeitsbedingungen und Gehalt) bin ich jetzt seit 3 Jahren Führungskraft einer Abteilung mit mehr als 25 Angestellten im Öffentlichen Dienst. Ich bin das Paradebeispiel der intellektuellen Unterforderung und sterbe tagtäglich vor Langeweile. Dabei will ich gar nicht mehr Arbeit, sondern anspruchsvollere Arbeit. Deshalb kann ich mein Problem nicht offenbaren, da ich sonst noch mehr langweilige Tätigkeiten übertragen bekomme. Auch kann ich die „Lähmungen“ im Privatleben bestätigen. Ich habe das Gefühl auf einer Stelle zu sitzen, auf die man jeden Idioten setzen könnte und empfinde meine lange und anspruchsvolle Ausbildung als absolut überflüssig. Im Vergleich zu meinen Anwaltskollegen schäme ich mich für meine banalen fachlichen Aufgaben und habe Angst, dass ich belächelt werde.

    Es gibt bei uns viele strenge (teilweise mehr als sinnfreie) Vorgaben, niemand um mich herum hinterfragt etwas kritisch oder will sich einer Diskussion stellen. Alle weichen nur aus und stellen sich tot. Der Handlungs- und Entscheidungsspielraum ist verhältnismäßig gering. Ich habe auch den Eindruck, je unwichtiger die Aufgabe ist, desto höher muss die Stelle sein, die das Vorhaben abzeichnet. Und je höher etwas geht, desto länger dauert es bzw. desto weniger wird überhaupt entschieden. Vorbilder habe ich hier keine.

    Ich habe mittlerweile aufgegeben, auf Probleme aufmerksam zu machen, weil ich am Ende als anstrengende Person, als Quertreiber oder als destruktiv bezeichnet werde. Und dadurch wurde alles noch langweiliger.

    Wenn ich bei meinen Angestellten „vorbei schaue“ habe ich eher das Gefühl, ich störe sie bei ihrer Arbeit und ich will denen nicht das Gefühl vermitteln, ich hätte nichts zu tun.

    Da ich relativ strukturiert und schnell arbeite, erledige neben dem Fachlichen auch alle Führungsaufgaben vorbildlich. Ich spreche viel mit den Leuten bin präsent, helfe fachlich weiter. Das verschafft mir aber einfach keine Befriedigung, weil das für mich eine Selbstverständlichkeit ist, aber keine Herausforderung. Das heißt, ich sitze täglich ab spätestens 14 Uhr die restliche Arbeitszeit ab und lese Artikel wie Ihren…

    Ich habe wirklich Angst davor, diese Stelle irgendwann dümmer zu verlassen als vorher. Aufgrund einer Nischenspezialisierung ist es für mich aber auch sehr schwer eine andere passende Stelle für mich zu finden.

  20. Ich wechselte vor kurzem das Unternehmen, weil ich in meinem jetzigen Firma ausgelernt war und meine Chefs mir immer wieder versichert haben, dass man frühestens nach 5 Jahren ausgelernt haben kann. Die interessanten Aufgaben werden dann von den Chefs und ihrem hochbezahlten inneren Zirkeln erledigt und die Zuarbeit darf das Volk durchführen.

    Das ganze hat mich so gestört, dass ich das Unternehmen gewechselt habe und jetzt nicht nur mehr verdiene, sondern auch deutlich mehr Verantwortung übernehmen darf. Natürlich war das Geschrei in der alten Firma groß, aber wer qualifizierte Mitarbeiter nicht fördert, ist selbst Schuld. Ich finde es beschämend wenn Chefs sich zu fein für Personalarbeit sind und gute Mitarbeiter so kaputt machen.

  21. Hallo hier ein etwas längeren Einblick in die Veränderung des Charakters.

    Ich bin 30 Jahre und bin Kaufmann mit zwei Ausbildungen und Fortbildungen.
    Nach meiner letzten Ausbildung die höherwertiger als meine erste ist, erhoffte ich mir mehr Abwechslung und mehr Verantwortung/Herausforderung. Ich kniete mich sehr rein, lernte von 8 – 15:30 im privaten Träger und ca.16:30 – 21:15 zu Hause bis die Augen nicht mehr wollten.
    Nach einiger Zeit, zig unnötigen „Bewerbungstrainings“ und 600 eigenständigen Bewerbungen in ca. 3 Monaten, wurde ich vom Amt abgeschrieben und sie wollten mich in jeden „Job“ verramschen (Inbiss und co.).
    Nach täglichen Mobbing vom Jobcenter und irrwitzigen 12 Bewerbungsvorschlägen täglich (sonst 2 im Jahr), welches mich wohl aus dem Verwaltungskreis drängen sollte, war ich irgendwann so gebrochen, das ich es überall für einen Hungerlohn versuchte. Doch nicht einmal Zeitarbeitsfirmen zum Regale einräumen, antwortete noch auf meine Bewerbungsbemühungen. Unter den vielen Zeit- und Personalleasingfirmen gab es nur zwei die mich fragten wieso ich mich so unter Wert verkaufen würde … So fing es an.
    Zufällig schrieb mich ein ehemaliger Leiter an und bot mir eine Position in einem Bereich an, mit dem ich nie etwas zu tun haben wollte (Callcenter oder Kasse). Da ich den Graus und Umgang mit den Leuten in meiner Region mit erlebt habe.

    Aus Perspektivlosikeit musste ich das Angebot annehmen. Mit großer Panik beschritt ich dann meinen ersten Arbeitstag. Doch die Arbeit sollte nicht nur dabei bleiben.
    So ist es nicht permanent die Telefonarbeit, sondern auch noch eine Kasse verwalten (Anlieferungen, Spesen ect.) Also das volle gefürchtet ungewollte Programm!

    Anfangs war es noch ein Graus, nach einiger Zeit war allerdings die alte Kollegin wieder da. Diese übernahm dann die Hauptarbeit. Ich wurde Unterstützer. Da der Beruf allerdings eh nicht viel zu bieten hatte, fragte ich meinen Leiter nach zusätzlicher Arbeit. So durfte ich Nachmittags unterstützend in meinen zu letzt gelernten Beruf arbeiten (sofern ein Platz in dem Büro unbesetzt war).
    Doch da das nicht immer der Fall war, frage ich nun den Geschäftsführer, ob er nicht mehr Arbeit für mich hätte. Sein Kommentar „das jemand nach MEHR Arbeit fragt ist schon selten“.
    So wurde ich zusätzlich zur Warenkontrolle eingesetzt. Nun konnte ich also mal an die Luft und wenn Platz, in mein gelernten Beruf (auch wenn nur als „Lehrling“).

    Doch das reichte mir auch nicht, also wieder zu Geschäftsführer und ich sagte ihm, das der Telefondienst nicht mein Ziel ist und ich nicht für Rumsitzen bezahlt werden möchte, sondern etwas leisten will.
    Also zusätzlich Statistiken und co führen.

    Soweit so gut. Das alles bei selben Gehalt. Trotz der neuen Aufgaben, ist meine Arbeitsweise einfach zu strickt, als das ich nur rumsitzen würde und so waren alle Aufgaben in Windeseile ausgeführt. So das es nur noch wenige Handgriffe am Tag sind. Solange meine Kollegin da ist, kann man sich unterhalten. Doch sobald sie Krank wird oder Urlaub nimmt, steht nur noch Telefondienst für mich an. Zudem darf ich eher anfangen und länger bleiben um die Schicht komplett abzudecken.
    Das bedeutet Langeweile PUR. So kommt es vor, dass das Telefon vllt. 8 Mal am Tag klingelt und man lediglich den 80 Mitarbeitern Guten Morgen und 80 x Tschüss sagen muss – Sprich langweilig und eintönig.
    Nicht einmal zur Toilette oder ein Spaziergang ist drin, da es immer erst eine Vertretung erfordert.

    So schleppe ich mich vom „nichts tun“ müde nach Hause, habe keine Kraft mehr zum Sport zu gehen oder überhaupt noch irgendwas was mir Spaß bereitet zu tun.
    Abends liege ich einfach nur „Gedankenlos“ da oder komme in Depressionen, an dem Gedanken was ich alles getan und gelernt habe um voran zu kommen und dann einfach die Realität sehen zu müssen.
    Realität = Viel angestrengt, viel gelernt – nun Kopf aus und durchhalten. Vom Gehalt kann ich mir mit meiner Partnerin keine 3 Zimmerwohnung leisten, ohne keine Rücklagen mehr zurück legen zu können.
    Und habe ich mal ein Hoch, weil der Geschäftsführer mir eine sehr kurzfristige Aufgabe mit 5 – 6 Unterstellten gibt und ich mache kurz darauf einen Fehler, bin ich wieder total down. Fühle mich als könnte ich gar nichts richtig machen. Dann sagen Freunde und Familie – nächste Woche weis das keiner mehr, doch ich mache mir Tagelang einen Kopf, was die Kollegen oder der Geschäftsführer denken (früher war mir sowas schlichtweg egal – da ich so wieso ein querdenker war).

    Zusätzlich merkte ich, wie ich darüber nach dachte, was es noch für einen Sinn hat weiter zu machen.
    Fortbildungen haben scheinbar nichts gebracht. Die beste Bewerbung greift nirgendwo und scheinbar haben alle mehr Erfolg als man selbst.
    Doch statt mich weiter zu bewerben, kommt dann die Angst, ob es da nicht noch schlechter wird oder ob ich nicht sowieso zu „dumm“ für eine solche Arbeit bin, da ich ja hier auch kaum noch was auf die Reihe bekomme.

    Bald soll ich die Aufgaben der gehenden Auszubildenden übernehmen und sehe mich mit mehr als der doppelte Arbeit konfrontiert. Dies wird zum einen stumpfes Sortieren von Unterlagen beinhalten, doch auch Aufträge und Bestellungen umfassen. So oder so fühle ich mich dem eigentlich nicht gewachsen.
    So bleibt der Gedanke, das ich zum einen zwar was zu tun bekomme, doch überwiegend langweilige Sortiererei, dann vielleicht den neuen Aufgaben nicht gewachsen zu sein (sorgen wegen Fehlern und Anerkennungsverlust) und dann den Gedanken, das ich wieder bei Krankheit oder Urlaub die langweiligst anwesenheits „Arbeit“ überhaupt im Telefondienst antreten muss.

    Eine Alternative sehe ich leider momentan nicht wirklich. Ich würde gerne nebenberuflich eine Karriere als Makler starten, doch oft fehlt mir einfach der Antrieb. Hinzu kommt noch eine Art von Unentschlossenheit. Immer weniger kann ich eigene Entscheidungen treffen. Ich frage meinen Umkreis und mir ist überwiegend egal was andere Unternehmen wollen, ich habe einfach keine große eigene Meinung dazu.
    Trotzdem bemühe ich mich zumindest zu 2 – 3 mal die Woche zum Sport zu gehen und bei Unternehmungen dabei zu sein, sofern ich mir diese leisten kann und mir danach ist.
    So ist mein aktuelles Leben.

  22. Mit sehr viel Interesse habe ich Ihren Artikel und auch die Kommentare gelesen und schildere ein Beispiel aus meiner derzeitigen Situation.
    Ich war 14 Jahre beim gleichen Arbeitgeber im öffentlichen Dienst als Verwaltungsbeamtin tätig und hatte einen sehr abwechslungsreichen und spannenden Job. Allerdings blieb Jahr für Jahr die Beförderung aus. Jeder hat mich gelobt, ich habe super Beurteilungen erhalten, aber komischerweise wurden immer andere befördert und ich hörte immer: Es gab nur 3 Beförderungsstellen, aber 4 geeignete Kandidaten. Ich war immer die Nummer 4. Die Arbeit hat mich wirklich erfüllt, aber nach so langer Zeit will man auch mal die Anerkennung in Form einer Beförderung. Deswegen habe ich mich letztes Jahr entschieden, dass ich aktiv werden muss. Ich habe mich an einer anderen Behörde auf eine höherwertige Stelle beworben und diese auch bekommen.
    Nach 1 Woche habe ich mich bereits gelangweilt. Weil ich nichts zu tun hatte, habe in meinem Bereich alle Arbeitsabläufe analysiert und umständliche Verfahren verbessert, Listen aktualisiert, Formulare verbessert und in ausfüllbare Formate umgewandelt und und und -> alles nur, damit ich beschäftigt bin.
    Nach etwa 1 Monat bin ich zu meinem Vorgesetzten und habe ihm gesagt, dass ich mich langweile. Es war ein offenes und gutes Gespräch und es wurde festgelegt, dass ich eine Kollegin unterstützten soll. Dank dieser Unterstützung hatte ich wenigstens morgens etwas zu tun, was schon ein Lichtstreifen am Horizont war.
    Der Vorgesetzte hatte Verständnis, hat reagiert und mich auch gelobt, dass ich so offen war, ihm meine Langeweile zu gestehen. Jetzt kommt aber das große ABER, denn die Kollegen innerhalb des Teams haben mitbekommen, dass ich die Kollegin unterstütze und dann ging es erst richtig los.
    Mir wurde gesagt, dass ich mich gefälligst am Durchschnitt im Team zu orientieren habe und es absolut unkollegial ist, nach Mehrarbeit zu fragen. Das fällt auf alle zurück und dann müssen auch alle anderen mehr arbeiten. Außerdem würde ich das nur sagen, damit ich bei den Vorgesetzten gut dastehe und schneller befördert werde. Was mir einfallen würde, Abläufe verbessern zu wollen, schließlich macht man das seit Jahren so und es hat ja immer irgendwie funktioniert, auch wenn es umständlich war.
    Ich verstand die Welt nicht mehr. Mein ganzes Engagement wurde von den Vorgesetzten positiv bewertet, aber von den direkten Teamkollegen wurde ich gemobbt.

    Nach einigen schlaflosen Nächten und furchtbaren Tagen habe ich beschlossen, dass es so nicht weitergehen kann und habe mich erneut beworben. Dieses mal auch in der Privatwirtschaft. Von dort kam dann auch ein gutes Angebot, sodaß ich mich nach einiger Überlegung entschieden habe, meinen Beamtenstatus aufzugeben und in die Privatwirtschaft zu wechseln. In 3 Wochen ist es soweit. Ich habe ein sehr gutes Gefühl und bin froh, dass es so schnell geklappt hat. Die Zweifel sind aber natürlich trotzdem da und ich hoffe, dass ich es nicht bereue und dieses Mal den richtigen Wechsel vollziehe.

    Mein Beispiel zeigt, dass es Vorgesetzte gibt, die es gut finden, wenn man offen über Langeweile im Job spricht. In meinem Fall waren es wirklich furchtbare Kollegen, die mir übel mitgespielt haben. Ich hoffe, dass ich so etwas nie wieder erleben muss.

    1. Hallo Frau Schneider,
      danke, dass Sie Ihre Erfahrungen geteilt haben. Ja, oft sind die anderen Kollegen das schlimmere „Übel“ bei Langeweile im Job, denn sie ticken anders als Sie und sehen Sie als Unruhestifterin.
      Viel Erfolg für den anstehenden Wechsel und ich wünsche Ihnen, dass Sie damit eine Umgebung finden, in der Sie Ihre Stärken (aus)leben und Potenziale entfalten können.
      Viele Grüße
      Bernd Slaghuis

  23. Ja, die Langeweile im Job, die kenne ich… Und ich kenne es auch, wenn das private Umfeld einem dann suggeriert, man hätte ein Luxusproblem, solle aufhören zu jammern und sich doch lieber freuen* – dass dies eine enorme psychische Belastung darstellt, kann kaum jemand nachvollziehen, der es nicht erlebt hat.

    Und das schlimme ist, das man dann teilweise noch mit den ganzen „Faulen“, die das toll finden nichts zu tun und ihre Zeit nur abzusitzen und auf Facebook rumzuhängen (da kenne ich einige!), in einen Topf geworfen wird.

    Mein Problem ist zudem, dass ich in einem Großkonzern arbeite und hier natürlich entsprechend der Tarifbindung sehr gut bezahlt werde, zig Sonderleistungen erhalte (Boni und dergleichen) und ein Großkonzern eine gewisse Sicherheit bietet durch bspw. einen Betriebsrat. Intern habe ich schonmal die Stelle gewechselt (bei meiner vorherigen Funktion hat mich Mobbing zum Wechseln bewogen) und bin nun in einer befristeten Funktion tätig, in der ich mich schier zu Tode langweile, während meine Kollegen die ganze Zeit schreien wie überlastet sie doch sind. Fragt man dann nach Arbeit oder bietet seine Unterstützung an, kommt aber auch nichts – verrückt ist das! Und das läuft im ganzen Unternehmen so. Und Mitdenken ist eh nicht erwünscht, da habe ich mir auch schon Ärger eingehandelt, als ich Verbesserungsideen eingebracht habe oder mein eigenens! Aufgabengebiet optimiert habe. Da ich hier eh nur befristet bin (Mutterschutzvertretung), sage ich nichts, sondern sitze es aus (zumal es im Team rein menschlich wirklich gut und harmonisch läuft) und bewerbe mich eben intern – aber auch extern, wofür ich von meinem privaten Umfeld auch sehr negative Reaktionen einstecken musste, den man kehrt einem sicheren Arbeitsplatz in der heutigen Zeit doch nicht einfach den Rücken. Aber ich fürchte, dass diese Langeweile vor allem ein Großkonzern-Problem ist. In einem Großkonzern gibt es eben Planstellen, die erfüllt werden wollen, und es fällt einfach nicht auf, wenn da jemand sitzt der den ganzen Tag nichts produktives beisteuert. Vielleicht läuft es ja in einem kleinen oder mittelständigen Unternehmen anders. Vielleicht finde ich aber auch hier noch einen adäquaten Job. Wir werden sehen.

    Jeder, der Menschen mit Bore-Out belächelt und ihnen sagt, sie sollen sich doch bitte einfach freuen, der soll erstmal selbst einmal davon betroffen sein um zu verstehen, was das bedeutet und wie es sich auf die Psyche und die Gesundheit auswirkt. Für ein, zwei Wochen (das berühmte Sommerloch) geht das und ja, da freut man sich dann auch drüber, dass es etwas langsamer zugeht, aber alles andere macht die Menschen, die arbeiten wollen und etwas leisten wollen, krank.

    *Zumal dass dann auch die sind, die einem dazu raten, doch während der massigen Freizeit private Erledigungen zu tätigen, ein Buch zu lesen oder sonstwas zu tun – da wüsste ich gerne, in welchen Unternehmen diese Menschen arbeiten. Hier gilt z. B. eine strikte Regelung zur privaten Internet- und Handynutzung (das schließt auch das eigene Handy mit ein!), das könnte ich mir gar nicht erlauben ohne eine fristlose Kündigung wegen Nichtbeachtung der Arbeitsvertragsbedingungen zu riskieren, wenn es dann mal auffällt oder ein missgünstiger Kollege mich verpeift.

    1. Hallo Helena,
      danke für Deinen Kommentar und die Schilderung Deiner Situation. Ja, oft sind es Großkonzerne, wo die Langeweile a) nicht auffällt und b) Teil des Systems „Stellenplan“ ist. Aus meiner Sicht gehtst Du den richtigen Schritt: Wenn Gespräche intern mit Chefs und ggf. deren Vorgesetzten sowie mit Kollegen nichts verändern, dann raus aus dem System und mit diesem Wissen gezielt einen neuen Arbeitgeber suchen. Ich wünsche Dir viel Erfolg dabei!
      LG, Bernd

  24. Ich bin 28 Jahre, hatte bereits 3 Jobs nach der KV-Lehre und war in jedem Job extrem gelangweilt.

    Job Nr. 1:
    Jedes Mal, wenn ich nach mehr Arbeit gefragt habe, wurde ich dazu verdonnert, in der Produktion auszuhelfen. Eine Zeit lang hat mir das auch Spass gemacht, da dadurch die Langeweile vertrieben wurde. Auf Dauer hat mich das aber nicht befriedigt, was mich zu einem Jobwechsel veranlasst hat.

    Job Nr. 2:
    Bis ich eingearbeitet war, hatte ich ausreichend Arbeit. Danach wurde ich immer schneller und konnte sogar einige Arbeitsabläufe optimieren, was dazu führte, dass ich wieder zu wenig ausgelastet war. Wieder habe ich nach mehr Arbeit gefragt. Die Folge war, dass ich dann für alle Abteilungen die Ablage und sonstige unbeliebten Arbeiten erledigen durfte. Wieder war ich nicht gefordert. Die einzige Lösung sah ich wieder in einem Jobwechsel.

    Job Nr. 3:
    Ein neues Aufgabengebiet, meine eigene Abteilung und ein vielversprechendes Arbeitsvolumen. Während dem ersten Halbjahr war das auch so, bis ich das Potential sah, alle Arbeitsabläufe zu verbessern. Jetzt, da alles speditiver läuft, steht die Langeweile wieder vor der Tür.
    Im aktuellen Job bin ich grundsätzlich sehr happy und möchte keinen weiteren Jobwechsel in Betracht ziehen. Zudem hat mir einen Jobwechsel nur vorübergehend etwas gebracht.

    Ich bin nicht der Typ, der Stundenlang im Internet surfen oder eine 30min-Arbeit auf 8 Stunden verteilen kann. Und wenn ich beim aktuellen Job nach mehr Arbeit frage, werde ich wieder nur zum Allrounder. Also ein Teufelskreis…

  25. Hallo,

    …auch ich bin sehr unglücklich bei meiner Arbeit, die ich inzwischen 25 Jahre ausübe. Eigentlich wollte ich nur 2 Jahre im öffentlichen Dienst bleiben – erkannte schnell das solche Strukturen nicht zu mir und meinem Naturell passen. Oft fühlte ich mich unterfordert und bat fast jedes Jahr, man möge mir doch ein neues Aufgabengebiet geben, was bedingt funktionierte. Die geschriebenen Worte über Boreout treffen mich schon hart und macht auch sehr, sehr traurig. Weil man es einfach nicht schafft, aus diesem Hamsterrad als „sicherheitsdenkender Mensch“ herauszukommen.

    Meine ganzen Probleme bei der Arbeit möchte ich hier nicht aufführen, weil es inzwischen einen ganzen Roman füllen würde – immerhin sind es 25 Jahre – und ich möchte niemanden langweilen !! Denn davon haben wir ja GENUG !!

    Dann weiß ich seit ca. 4 Monaten, das ich ein HSPler bin. Für alle, die diese Abkürzung nicht kennen. Ich gehöre zu den Hochsensiblen Menschen – was zwar viele meiner Fragen beantwortet – aber es auch nicht leichter macht.

    Durch meinen tollen Mann halte ich dieses unschöne Leben, was für mich überhaupt keinen Sinn macht, überhaupt noch aus. Meine Kraft ist nun am Ende und eigentlich brauche ich diese, weil ich 2017 ein Sabbatjahr mache und mein Kopf fast leer ist für Ideen und Impulse, wie es weitergehen soll.

    Sorry…aber gerade kommen mir die Tränen :(
    Danke, das ich meine Geschichte, wenn auch nur kurz, hier aufschreiben durfte.

    Mit kreativen Grüßen aus einem Büro im öffentlichen Dienst aus Münster in Westfalen.

    Frau Silke L.

  26. Hallo,

    während meiner Arbeitszeit (bei der ich mal wieder nichts zu tun habe) bin ich auf diesen Artikel gestoßen und muss sagen, dass ich froh bin, dass ich nicht die einzige bin, der es so ergeht.

    Ich bin nun seit 3 Jahren in der IT (Client Support) ausgelernt und arbeite dort. Es gibt Tage, da macht meine Arbeit richtig viel Spaß, da einiges los ist. Aber an den meisten Tagen ist einfach NICHTS los! Ich habe auch schon angefangen, immer die unbeliebten Aufgaben wie Ware einbuchen zu machen, jedoch komme ich damit trotzdem nicht auf meine Stunden. Ich habe nun vor einem Jahr meine Arbeitszeit auf 30 Stunden reduziert. Die Langweile ist jedoch geblieben.

    Ich bin inzwischen 3 Mal bei meinem Vorgesetzten gewesen und habe ihm mitgeteilt, dass ich so gut wie nichts zu tun habe und das ich gerne mehr Arbeit hätte. Er kann das jedoch nicht nachvollziehen, da ja soooo viel Arbeit da wäre. Meine Kollegen tun immer so, als ob sie sich vor Arbeit nicht retten können, wenn ich sie jedoch frage, ob ich sie unterstützen kann, ob sie mir etwas abgeben möchte, sind sie ganz leise und sagen nichts mehr.

    Dadurch das wir Gleitzeit haben, kommt man sehr schnell in den Teufelskreis früher zu gehen und Minus aufzubauen, was ja auch keine Lösung ist. Nach meinen 6 Stunden gehe ich meistens nach Hause, weil ich es länger nicht aushalte. Mein Chef hat mich deswegen angesprochen, ob ich den keine Lust mehr auf meine Arbeit hätte und hat mir eine schlechtere Beurteilung wegen dem Minus gegeben – aber das ich die letzten 1-2 Jahre 3 Mal bei ihm saß und über keine Arbeit gesprochen habe – scheint er wohl zu vergessen.

    Mein Verlobter und meine Familie verstehen das Problem einfach nicht. Da kommen dann so Sprüche wie: Freu dich doch, ich würde gerne mit dir tauschen. So schlimm kann das doch nicht sein. Sie verstehen mich einfach nicht. Ich bin einfach so ein Mensch, der immer Arbeit braucht, ansonsten macht es mich psychisch fertig, wenn ich so tun muss, als ob ich arbeite.

    Ich habe nun auch angefangen bei der Arbeit alles Private zu machen (Urlaubssuche, Shoppen, Überweisungen tätigen … ), aber auf die Dauer macht es mich nicht glücklich.

    Echt zum Verzweifeln…

    Liebe Grüße

    1. Liebe Mira,
      ich kann Dich unheimlich gut verstehen und Deine geschriebenen Worte sprechen mir aus der Seele. Mir ergeht es ebenso und daher habe ich den Entschluss gefasst…erstmal ein Jahr zu pausieren :) Ich werde 2017 ein Sabbatjahr machen und freu mich sehr darauf und bin sicher, das ich dann meinen Weg finden werde…bei manchen Menschen dauert es einfach immer etwas länger und vielleicht solltest Du überlegen Dir einen neuen Job zu suchen :) Vielleicht gibt es auch die Möglichkeit sich weiter auszutauschen…als hier über den öffentlichen Blog ;) Sag mir einfach Bescheid, wenn Du Lust hast über Deine Situation mit jemanden zu schreiben oder reden, der Dich verdammt gut verstehen kann!!
      Sonnige Grüße
      Silke

      1. Hallo,

        ja, das habe ich tatsächlich schon in Erwägung gezogen und deswegen vor ca. 1 Jahr berufsbegleitend angefangen zu studieren. Mein Lichtblick ist immer das fertige Studium und das ich mir sage, dass es danach besser wird bestimmt. Habe noch 4 Semester vor mir.
        Ein Sabbatjahr hört sich sehr gut an, hoffentlich hilft es dir danach. Kehrst du danach in deinen Job zurück oder fängst du dann von vorne an?

        Liebe Grüße
        Mira

  27. Hallo, wie soll ich anfangen?
    Ich habe vor 2 Jahren einen großen Fehler begangen. Ich habe meine geliebten Job gekündigt. Dort habe ich 12 Jahre gearbeitet. Ich wollte damals was neues sehen und was neues machen. Ich habe mich dann im öffentlichen Dienst als Informatiker beworben. Im Vorstellungsgespräch hat sich alles super angehört und ich war Feuer und Flamme dort hinzugehen. Meine Frau meinte, lass es bei deinem alten Arbeitgeber bist du gut aufgehoben. Aber ich wollte einfach mal was neues sehen und erleben nach 12 Jahren.

    Jetzt habe ich den Salat. Ich hocke hier auf der Arbeit und habe den ganzen Tag nix zu machen. Ich kann zwar Internet surfen aber das wird auf die Dauer auch super langweilig. So warte ich halt jeden Tag das es 16:00 Uhr ist und ich nach Hause gehen kann. Zum alten Arbeitgeber kann ich leider nicht mehr zurück gehen, da er die Stelle gleich wieder neu besetzt hat. Das will ich auch nicht mehr. Ich denke wenn man selber weg ist, sollte man nicht mehr zurück gehen. Für meinen Traumjob bei der Polizei bin ich leider schon zu alt.

    Jetzt hocke ich Tag ein Tag aus hier und langweile mich zu Tode. Ich habe mir schon öfters überlegt eine Fortbildung zu machen, aber ich kann mich momentan nicht richtig aufraffen, was neues anzufangen, da ich ja erst 4 Monate in diesen Job bin.

    Viele Grüße

  28. Nachdem auch ich aus Langeweile auf diesen Artikel gestoßen bin und aktuell nicht weiß wie es weiter gehen soll beschreibe ich hier mal meine Situation da ich mir sicher bin hier am ehesten verstanden zu werden.

    Also dann mal von Anfang. Nach meiner Ausbildung und einer kurzen Zeit in der Verwaltung habe ich mich vermutlich aus jugendlichen Leichtsinn dazu entschieden mein Abitur nachzuholen um anschließend Sport zu studieren, in der Hoffnung danach einen interessanten und abwechslungsreichen Job zu finden. Beides ist mir gelungen jedoch zu Lasten von massig Überstunden sowie schlechter Bezahlung und am Ende hin zu Lasten meiner Gesundheit. Also beschloss ich vor ca. 9 Monaten wieder in den öffentlichen Dienst zu wechseln in der Hoffnung auf mehr Freizeit und bessere Bezahlung. Beides habe ich jetzt zwar jedoch langweile ich mich jeden Tag in meinem Job und weiß nicht mehr weiter. Andeutung in Richtung Chef haben nichts gebracht zumal ich auch immer das Gefühl habe zu stören, da er eigentlich auch derjenige sein sollte der mich einlernt, da er meine Stelle zuvor inne hatte und im Zuge meiner Einstellung aufgestiegen ist. Dadurch ist er jedoch so stark mit sich selber beschäftigt und ich Gammel vor mich hin. Hinzu kommt dass mir mittlerweile die Motivation fehlt mir neues anzueignen und mir einfach alles zu viel ist. Die Probezeit habe ich jetzt überstanden und mein gut bezahlter Vertrag ist unbefristet sodass ich Angst habe diesen aufzugeben bzw. auch Angst davor habe zu kündigen und wieder etwas Neues zu machen. Wie ihr seht stecke ich auch in einer misslichen Lage aus der ich mit meinen 28 Jahren keinen Ausweg weiß. Danke allerdings das ich hier meine Gedanken loswerden durfte, da ich sonst niemanden hab dem ich mich groß anvertrauen mag ebenfalls aus Angst diese Personen zu enttäuschen.

    Grüße

  29. Hallo Herr Slaghuis,

    ich habe kürzlich den Job gewechselt unter anderem voller Hoffnung auf neue Herausforderungen.

    Ich muss dazu sagen dass ich mit der Wahl meines Berufes nicht ganz glücklich bin. Nicht weil mir die Tätigkeit an sich keinen Spaß macht sondern eher wegen den Rahmenbedingungen. Ich bin ausgebildete Rechtsanwaltsfachangestellte mit der Weiterbildung zur Rechtsfachwirtin. Rechtsanwälte sind Freiberufler für die es selbstverständlich ist, dass ihre Angestellten für ein absolutes Niedriggehalt noch gerne über 18.00 h hinaus Überstunden machen. Daher habe ich schon vor einiger Zeit den Rechtsanwälten den Rücken gekehrt und bin als Sachbearbeiterin im Inkasso tätig gewesen.

    In dem Unternehmen in dem ich mehrere Jahre tätig war gab es auch so einige Probleme. Langeweile oder dass ich die Kollegen nicht mochte waren es nicht. Jedenfalls habe ich mich dann schweren Herzens entschieden die kleine Klitsche, wo es weder Kündigungsschutz noch sonst was gab, zu verlassen um in ein mittelständiges alteingessesenes Unternehmen zu wechseln in dem alles strukturiert und tariflich geregelt ist.

    Nun ist es aber so dass ich bei einer Tätigkeit von 5 × 6 Std./Woche ungefähr an 2 Tagen langweile bzw. krampfhaft nach Beschäftigung suche und wirklich über jedes Fitzelchen Arbeit herfalle. Für mich ist das die absolute Katastrophe weil ich das überhaupt nicht gewohnt bin und ich mich auch ehrlich gesagt nicht daran gewöhnen möchte. Wenn ich gefragt werde ob alles gut ist sage ich logischerweise ja weil ich nicht weiß was passiert wenn ich die Wahrheit sage. Habe schon überlegt mit der Abteilungsleiterin zu sprechen aber ich befürchte dass die Lösung des Problems in der Kürzung meiner Arbeitszeit liegt. Aber ich habe schon von 35 Std. auf der alten Stelle auf 30 Std. Stunden auf der neuen Stelle reduziert. Noch mehr reduzieren ist finanziell nicht möglich.

    Zudem habe ich heute ein interessantes Stellenangebot im Internet entdeckt und bin total in Versuchung mich dort zu bewerben. Aber wie soll ich denen erklären warum ich schon wieder den Job wechseln möchte? Außerdem finde ich es auch gegenüber meinem neuen Arbeitgeber nicht fair.

    Ich habe gerade keine Ahnung was ich tun soll.

    Viele Grüße

    1. Hallo Nadine,
      drei Gedanken gehen mir durch den Kopf:
      1.) Ich halte nichts von „Lebenslauf-Hygiene“ und Aushalten im Job, bis Sie wieder glaubhaft den Job wechseln dürfen. Das gefährdet Ihre Gesundheit und wird Sie in dieser Zeit auch als Bewerber weiter schwächen. Jeder kann mal einen Fehlgriff beim Arbeitgeber machen – und es früh erkannt zu haben und die Konsequenzen gezogen zu haben, zeigt auch Konsequenz.
      2.) So lange Sie Ihre Lage im Unternehmen ggü. der Chefin oder den Kollegen nicht thematisieren und so tun, als wäre alles in Ordnung, wird sich nichts verändern. Sie sollten Ihrer Chefin die Chance geben, ihre Führungsverantwortung zu übernehmen und gemeinsam mit ihr sachlich die Situation besprechen, wie Sie sie wahrnehmen und gemeinsam nach Lösungen suchen. Immerhin sind Sie für 30 Std. eingestellt worden. Morgen früh gibt’s genau hierzu einen neuen Blogbeitrag, schauen Sie mal rein ;-)
      3.) Thema „nicht fair“: Warum fühlen Sie sich Ihrem neuen Arbeitgeber so sehr verbunden, wenn er es scheinbar nicht schafft, Sie sinnvoll mit Arbeit zu beschäftigen? Was genau ist fair? Spricht etwas dagegen, die Bewerbung abzuschicken und sich die andere Stelle inkl. Unternehmen erst einmal anzusehen?
      Viele Grüße,
      Bernd Slaghuis

      1. Liebe Nadine,

        bewerben bewerben bewerben :)
        Was hast Du zu verlieren? Schlechter kann es doch nicht werden, klar gibt es keine Garantie, aber einen Versuch ist es doch Wert. Einige Erwachsene haben leider aufgehört auf ihren Bauch zu hören, was ich sehr schade finde. Wenn Du bei der Bewerbung ein gutes Gefühl hast, dann mach es !

        Oskar Wilde sagt:
        Am Ende wird alles gut. Wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht zu Ende

        Kopf hoch…Du wirst Deinen Weg gehen :)
        HERZliche Grüße
        Frau S.

  30. Hallo zusammen,
    ich habe im November 2014 in meiner neuen Arbeit angefangen, Büro neu strukturiert, alles für die Zertifizierung vorbereitet, Überstunden gemacht mit meinem privaten Fahrzeug in der Gegend rumgefahren für die Arbeit. April.2016 wurde ein neuer Mitarbeiter eingestellt, dass ist der Kumpel von meinem Chef, seid diesem Tag wurde alles anders. Alles was ich mit einem Externen Auditor erstellt habe war schlecht, meine Aufgaben wurden immer weniger jetzt sitze ich meine Zeit nur noch ab. Ich bin so traurig über das ganze. Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan der Mohr kann gehen.

  31. Hallo,
    mein Name ist Lisa und ich bin eine frisch gebackene Industriekauffrau (seit Juni 2016). Ich wurde in meinem Ausbildungsbetrieb befristet für 1 Jahr übernommen. So weit, so gut. Das Problem ist, dass ich nicht die Stelle bekommen habe, die ich und meine Kollegen sich für mich erhofft haben, sondern irrtümlicherweise in der IT gelandet bin. Ich hatte vorher nur einen kurzen Einblick in die Stelle bekommen und habe dann (vielleicht etwas blauäugig) zugesagt. Ich dachte, dass ich den Vertrag innerhalb der gesetzlichen Frist kündigen kann, aber dem ist ja leider nicht so.

    Und jetzt sitze ich hier. Das ganze macht mir absolut keinen Spaß und ich habe auch nicht wirklich viel zu tun bzw. kann auch noch nicht viel machen. Es gibt keinerlei Routineaufgaben, ich muss mir quasi selber Arbeit suchen. Das versuche ich auch schon die ganze Zeit, aber es will nicht so recht klappen. Die Einarbeitung geht eher schleppend voran und ich habe festgestellt, dass ich hier nur auf die Uhr gucke und mich absolut nutzlos fühle. Ich will arbeiten, deswegen habe ich ja die Ausbildung gemacht und beginne bald eine nebenberufliche Weiterbildung zur Betriebswirtin.

    Da dies für mich kein Dauerzustand ist, habe ich die Initiative ergriffen und meinem Vorgesetzten gesagt, dass mir das absolut keinen Spaß macht und ob es vielleicht Optionen gibt, mich anderswo einzusetzen oder weitere Aufgaben zu übernehmen. Er hat es zur Kenntnis genommen und meinte, er versucht etwas zu ändern.
    In den letzten 3 Wochen, in denen ich Urlaub hatte, hat sich nichts verändert. Meiner Meinung nach wird sich da auch nichts ändern, da hier keine Stellen o.ä. mehr frei sind.
    So kann es auf jeden Fall nicht bleiben! Sollte sich bald nichts ändern, möchte ich gerne einen Aufhebungsvertrag vorschlagen (Anfang Dezember).

    Mögliche Argumente:
    – wenig zu tun (kein benefit für das Unternehmen)
    – momentan springen viele Kunden ab (Weihnachtsgeld wurde gekürzt)
    – kein Spaß (wirkt sich auf Leistungen aus)

    Denkt ihr, dass mein Arbeitgeber mir den Vertrag bewilligt? Wie geht man in so ein Gespräch am besten rein? Welche Erwartungen sollte man an das Gespräch haben? Sollte ich mich vorher mit dem/der Betriebsrat/Personalleitung zusammensetzen? (JAV habe ich bereits angesprochen)

    Ich will hier einfach nur noch weg! :/

    Danke für eure Antworten,
    Lisa

    1. ich würde mich definitiv an den Betriebsrat wenden. Vielleicht hat dieser eine Möglichkeit, dass du intern versetzt werden kannst.

  32. Während ich im Büro sitze, bin ich auf diesen Artikel gestoßen und kann auch eine ähnliche Geschichte, wie so manch anderer hier erzählen:
    Ich bin 26 Jahre alt und habe vor 3 Monaten mein Studium abgeschlossen. Und ich hatte Glück – zumindest dachte ich das. Noch während ich an meiner Abschlussarbeit schrieb, wurde mir ein Job angeboten. Mein betreuender Professor, für den ich bereits die vorhergegangen 3 Jahre als studentische Hilfskraft tätig war, bot mir einen Job als wissenschaftliche Mitarbeiterin an. Ich habe mich natürlich riesig gefreut direkt nach dem Bachelor einen Job zu finden, der auch noch genau in dem Fachbereich tätig ist, in dem ich arbeiten möchte. Zudem kannte ich das Arbeitsumfeld und die Kollegen schon. Eigentlich ein Traum.
    Jetzt arbeite ich schon knapp 2,5 Monate Vollzeit hier und ich langweile mich zu Tode. Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob es daran liegt, dass es nicht so viel Arbeit gibt oder daran, dass meine Vorgänger immer sehr langsam gearbeitet haben. Ich bekomme regelmäßig Aufgaben, die meiner Qualifikation entsprechen, wenn nicht sogar übersteigen. Doch sind diese meist binnen weniger Stunden erledigt. Veranschlagt werden dafür meist mehrere Tage, wenn nicht sogar 2-3 Wochen. Länger als einen Arbeitstag musste ich bisher nie investieren und so sitze ich die folgenden Tage nur rum, trinke Kaffee, chatte morgens mit einer Freundin, die immer erst nachmittags arbeiten muss, plane privates und surfe im Internet.
    Das ein oder andere mal war ich schon bei Kollegen und habe dann deren kleinen und lästigeren Aufgaben, wie Übersetzungen machen oder Texte korrigieren übernommen. Auf die Dauer lastet dies allerdings nicht aus. Mein einziger Hoffnungsträger derzeit ist ein Förderungsausschreiben, an dem ich maßgeblich beteiligt bin. Sollte die staatliche Förderung kommen, hätte ich vielleicht endlich wieder mehr zu tun….
    Meinen Chef auf die derzeitige Situation anzusprechen traue ich mich derzeit irgendwie noch nicht. Er kennt mich als zuverlässige und gründlich arbeitende Angestellte und habe Angst mein Bild, dass er von mir hat, zu ändern.

    1. Hallo Melanie,
      wenn nicht mehr allzu viel Zeit bis zur Bekanntgabe des Förderungsschreibens vergeht, dann würde ich erstmal alles so lassen, wie es ist. Wenn das allerdings noch 2-3 Monate oder du da doch nicht mit einbezogen wirst, solltest du deinen Chef auf jeden Fall ansprechen. Sein Bild über dich wird sich ja dadurch nicht ändern: Du erledigst deine Aufgaben ja trotzdem gründlich und bist zuverlässig und du arbeitest ja sogar effizienter als vorgegeben. Es zeigt auch immer Stärke, wenn man über seinen Schatten springt und den Chef darauf anspricht, dass man Langeweile hat.
      Bei mir war es auch eher so, dass mein Vorgesetzter dankbar war, dass ich so ehrlich bin und einfach sage, wie es wirklich ist. Auf Dauer bringt es dem Unternehmen ja auch nichts, wenn man fürs Rumsitzen bezahlt wird und so wird dein Chef das auch sehen.
      Ich wünsche dir, dass du schnell eine Lösung findest und in deinem Job wieder mehr zu tun und vor allem auch Spaß hast!

      Viele Grüße,
      Lisa

  33. Also ich denke, dass es in vielen Büros so ist, dass man sich als Beispiel zum Jahresschluss/Jahresanfang vor Arbeit nicht retten kann. Und es dann Urlaubsmonate gibt, in denen
    es eher ruhig ist.

    Je nach Alter könnte man diese „Bürolangeweile“ ja auch mit Weiterbildungen füllen.
    Wer sich sowieso weiter entwickeln möchte kann diese Leerlaufzeiten nutzen, um für die Weiterbildung, oder das Fernstudium Material zu sammeln, in Skripten lernen, oder an einer Hausarbeit ein wenig zu schreiben.

    Ggf. ist es sowieso für das Unternehmen gut, da man sich auf eine höhere Stelle bewerben möchte und
    im gleichen Unternehmen bleibt.

    Aber man sollte in der Aufzählung nicht nur das Büro nennen.
    Es gibt auch viele technische Berufe. Als Beispiel sind für Instandhaltungsarbeiten oft Zeiten vorgegeben. Wer länger den Beruf ausführt, kennt die Schritte auswendig und kann die vorgegebenen Zeiten oft unterbieten. Viele die sich dann outen und sich freiwillig mehr Arbeit für den Tag holen, werden dann auch von Kollegen angegangen, weil diese ggf. nicht schneller fertig werden, oder weil gegen Monatsende dann sichtbar die Arbeit aus geht und Personalkürzungen die Folge wären.
    Also wird die Zeit dann vor dem Schaltschrank abgesessen, weil man sich nicht selbst den Arbeitsplatz absägen möchte.

    Wie auch im Text geschrieben wurde, werden viele Jobs in der heutigen Zeit künstlich am Leben gehalten. Es gibt auch zu viel Bürokratie, welche Arbeitsplätze entstehen lassen, welche sich den ganzen Tag mit „Prozessen“ etc. beschäftigen, aber am Ende nicht benötigt werden.
    Oder Kontrollarbeitsplätze, welche entweder selbst Tag für Tag Auswertungen erstellen, oder andere Kollegen einspannen um sich Auswertungen zu holen.
    Meistens landen diese dann ungesehen im Mülleimer. Dies artet dann bald zu einer frustrierenden Arbeit aus.

    Auch finde ich es im Text völlig korrekt vorgegeben, dass Unternehmen mit den Stellenqualifikationen völlig übertreiben. Stellen, welche ohne Probleme von Gesellen, Fachwirten, oder Meistern besetzt werden können, werden heute mit einem Bachelor ausgeschrieben. Natürlich zum Lohn eines Gesellen.

    Und dann wundern sich Unternehmen, wieso sich niemand darauf bewirbt und sprechen vom großen Fachkräftemangel.

    Und falls sich doch ein Ingenieur auf eine solche Stelle bewirbt, wird ihm sehr schnell langweilig.

  34. Hallo,
    ich bin 26, habe gerade mein Studium hinter mir und mache ein Praktikum.
    Die Aufgaben, die ich bekomme, haben Anfangs Spaß gemacht. Ich habe diese jedoch meistens innerhlab von 1-2 Stunden abgearbeitet und mein Vorgesetzter wundert sich immer, wie ich das so schnell mache, dabei habe ich mir immer super viel Zeig gelassen. Anfangs bin ich dann immer wieder direkt zu ihm und habe nach neuen Aufgaben gefragt. Das ging eine Weile gut. Seit 1 Monat aber weiss er überhaupt nicht mehr was er mir zu tun geben soll und mir ist es irgendwann zu blöd geworden alle 2 Stunden zu fragen ob ich noch etwas machen kann. Mein Arbeitsvertrag endet zum Glück in 2 Monaten, dennoch macht mich die Langeweile komplett fertig.
    Hinzu kommt, dass ich an einem Platz sitze, wo das halbe Büro ständig vorbei läuft und auf meinen Bildschirm guckt. Wie im Artikel richtig beschrieben, ist das Geheimhalten des Nichtstun das aller stressigste. Auch wenn es den anderen Mitarbeitern wahrscheinlich komplett egal ist. Diesen Kommentar schreibe ich gerade von meinem Platz und minimiere den Webbrowser immer wenn ich Schritte höre. Das macht einen echt fertig.
    Seit etwa 2 Wochen habe ich einfach angefangen, nach dem Mittagessen zu gehen. Bisher hat das keiner gemerkt, bzw. keiner etwas gesagt… irgendwie auch traurig.

  35. Guten Tag an alle,

    wie wahrscheinlich fast jeder hier, habe ich aufgrund der Langeweile im Büro genau nach diesem Thema hier gesucht. Ich bin 26 Jahre und gelernter Bürokaufmann. Ich habe meine Ausbildung im gleichen Betrieb gemacht, in dem ich auch derzeit beschäftigt bin. Ich finde den Beruf (Lohnbuchhaltung) sehr interessant, da man auch mit Mitarbeitern in Kontakt kommt und vieles am PC bearbeitet. Seit einiger Zeit herrscht hier extreme Langeweile. Wir haben sogar noch eine halbe Stelle dazu bekommen, da unsere Chefin und eine Kollegin sich sehr überfordert fühlen. Dabei sehe ich die Kollegin selbst immer mal wieder im Internet surfen. So überarbeitet kann sie ja dann doch nicht sein. Ich habe mir viele Arbeitsprozesse optimiert und automatisiert. Wenn die Langeweile groß war, habe ich geguckt, ob ich weiteres verbessern kann. Irgendwann ging das aber nicht mehr. So etwas wird dann auch vom Vorgesetzten nicht gesehen. (fehlende Wertschätzung) Nun sitze ich Tag für Tag meine 8 Stunden ab. Schon auf dem Weg zur Arbeit denke ich darüber nach, wie ich den Tag überstehen kann. Wie oben schon von Ihnen beschrieben, ist das Nichtstun irgendwann schwer zu verbergen. Ich öffne immer mal wieder eine andere Tabelle, damit es so aussieht als wäre etwas zu tun. Langsam wird es mir aber egal, ob meine Kollegin mich beim surfen sieht. Weiterbildungen sind von „Oben“ angeblich nicht gewollt und man kann ja auch nicht fehlen, da „so viel zu tun ist“. So bilde ich mich immer mal wieder selbst im Internet weiter und lese aktuelle Urteile oder ähnliches. Nur auf Dauer ist das nicht zeitfüllend. Letztendlich fühle ich mich einfach unterfordert.

    Immer wieder stelle ich mir die Frage, ob ich mir nicht etwas anderes suchen solle. Ich schaue auch immer wieder nach Angeboten. Nur etwas vergleichbares zu finden ist sehr schwer. (gutes Gehalt, 13. Monatsgehalt, betriebl. Altersvorsorge, flexible Arbeitszeit, entspannter Fahrweg, größtenteils nette Kollegen)

    Sie haben mir oben wirklich aus der Seele gesprochen. Ich habe mich mit sehr vielem identifizieren können. Nur weis ich nicht wie das ca. 40 Jahre so weitergehen soll. Der Gedanke ist grauenvoll.

    Mit freundlichen Grüßen

    Micha

    1. Hallo Micha,
      ich würde auf jeden Fall mal das Gespräch mit deinem Vorgesetzten suchen und sagen, dass dir langweilig ist und du auch schon verschiedene Prozesse optimiert hast, die die Arbeit erleichtert haben.
      Einerseits sollte dein Chef dann Anerkennung zeigen, dass du etwas verbessert hast, andererseits weiß er aber auch, dass du keine anderen Aufgaben zu erledigen hast und dich langweilst.

      Frage einfach nach zusätzlichen Aufgaben oder internen Versetzungsmöglichkeiten. Dein Chef wird es dir danken..Und wenn sich nichts ändert, dann würde ich mir etwas anderes suchen. Du hast nie eine Garantie, ob es besser wird, aber wenn du es nicht versuchst, dann kommst du auch nicht weiter..

      Gruß & viel Glück,
      Lisa

  36. Hallo zusammen,

    viele von euch schreiben, dass es Ihnen an Arbeit mangelt. Das man sich dann langweilt und unterfordert fühlt, sogar frustriert ist erscheint mir nur alt zu logisch.

    Doch wie ist es damit:
    Mein Schreibtisch ist immer voll. Ich arbeite von früh bis spät. So viel das ich oft zu fertig bin
    um in meiner Freizeit noch etwas zu machen. Manchmal komme ich nicht mal zum Essen und bei den Kollegen ist allgemein bekannt, dass ich viele Überstunden mache. Das ich Urlaub oft gar nicht in Erwägung ziehe ist ein offenes Geheimnis, denn in unserem Büro gibt es weder Krankheits- noch Urlaubsvertretungen. Wenn ich nicht da bin, bleibt meine Arbeit liegen. Die Fristen aber bleiben.
    (Ach ja, ich arbeite in einem Steuerbüro.) Alles in allem, habe ich ein ruhigeres Leben, wenn ich gar keinen Urlaub mache, als wenn ich ihn vorher und hinterher durch Überstunden raus arbeite.

    Und dennoch: Mir ist LANGWEILIG!!!!

    Seit 10 Jahren mache ich immer die selben Aufgaben. Die selben Mandanten, die selben Buchhaltungen und Löhne. Ich bin gelernte Steuerfachangestellte, doch habe trotz Vereinbarungen in meinem Leben erst drei Einkommensteuererklärungen gemacht.
    Meine Arbeit – auch wenn sie fordernd ist oder zumindest sein sollte – ist schon vor Jahren zur Routine geworden. Selbst neue, komplizierte Buchhaltungen verlieren für mich nach 3-4 Monaten Ihren Reiz.
    Wenn man es erst verstanden hat, ist es eben doch immer nur das selbe.

    Meine Chefin tut sich sehr schwer Aufgaben abzugeben und ist trotzdem nicht abgeneigt.
    Nach einem offenen Gespräch hat sie mir zugestanden, dass ich jederzeit Einkommensteuererklärungen und Jahresabschlüsse machen kann, sofern ich meine normale Arbeit bereits erledigt und „freie Zeit“ habe. Was folgte waren zwei Jahre in denen ich wie eine bekloppte gearbeitet habe um diese freien Zeiten zu schaffen. Ich wollte lernen. Ich wollte mehr tun.
    Wir haben sogar extra keine neuen Mandate angenommen, wenn alte wegfielen und dennoch nichts.
    Hatte ich mal „freie Zeit“ wurde meine Kollegin krank und ich habe Ihre Arbeit mitgemacht.
    Oder Sonderfälle bearbeitet, die genauso spannend waren wie das was ich bereits kannte, weil gerade keine Einkommensteuererklärungen da waren oder anderes wichtiger war.

    Und als wäre das nicht genug, habe ich wunderbare Kollegen, die mir mit sinnlosen Streitereien darüber das ich Dinge selber nachlese, mich informiere und mich weiterbilde in den Ohren liegen.
    Hinterfrage ich Dinge heißt es oft: Das kann dir doch egal sein, buch einfach irgendwie. Das macht die Chefin schon im Jahresabschluss. Oder wie viel Zeit ich dafür aufbringe selbst eine Lösung zu finden anstatt sie mir einfach von meiner Chefin vorkauen zu lassen. Sie verstehen nicht, dass es mir wichtig ist nicht nur zu folgen sondern auch zu verstehen. Oder das es mein Highlight des Tages ist mal etwas anderes zu sehen. Nur einen Sachverhalt den man noch nicht kannte. Den man sich erarbeitet und sein wissen einsetzen und erweitern kann. Die selben Kollegen, die dann bei jeder erdenklichen Gelegenheit froh sind, das ich immer helfen und Antworten geben kann. Weil ich eben nicht den Kopf abschalte und dann fröhlich nach Hause gehe.

    Bin ich denn wirklich die Einzige, die sich völlig gelangweilt fühlt, obwohl sie sich vor Arbeit nicht retten kann? Ich will doch nur lernen. – Aber mittlerweile schlaucht mich die Arbeit so sehr, dass ich nicht mal mehr privat den Ausgleich schaffe. Es fehlt mir an Zeit und Geld um mich all meinen Interessen zu widmen :( (Musik, Go, Zeichnen – ich möchte immer Neues lernen u.u)

    Jetzt habe ich so viel geschrieben und könnte noch so viel mehr sagen…
    Boreout, wenn dein Kopf abschaltet und du trotzdem funktionierst. Wie eine Nebelwolke, die dich deinen Weg nicht mehr sehen lässt.

    MfG Nicole

    P.S.: Ich bewerbe mich jetzt. Hoffentlich wird dann alles besser. Ich merke schon den geistigen Verfall. :/

  37. Hallo,

    hier meine Story. Bin 49 Jahre alt und habe Anfang des Jahres minen Job gewechselt. Bin vor ca. 10 Jahren an Neuroborreliose erkrankt. War eigentlich froh, schnell etwas neues gefunden zu haben. Da die alte Firma geschlossen wurde. Bin jetzt in einer komplett anderen Branche und fühle mich hier überfordert und unterfordert zugleich. Die Projekte, die ich bis dato bearbeiten sollte, waren nicht sehr anspruchsvoll und wenn dann wurde mir keine Erklärungen dazu gegeben, so daß ich auch nach Nachfragen keine Antwort erhielt. Natürlich geht da so einiges schief, wobei ich von meiner Vorgesetzten regelmäßig wegen Kleinigkeiten zusammengefaltet werde. Fühle mich hier absolut unter Wert und fehl am Platz.
    Was habe ich die letzten 20 Jahre gemacht? War dies alles falsch? Arge Selbstzweifel begleiten mich, die sich bis in den privaten Bereich hineinziehen. Will jetzt wieder mit Bewerbungen beginnen, aber was soll da mit knapp 50 Jahren herauskommen?

    1. Wenn Sie es nicht versuchen, dann klappt es auch nicht. Ich drück Ihr die Daumen, dass es besser wird.
      Es liegt in Ihren eigenen Händen was an der Situation zu machen.

      Eine ähnliche Situation ist es auch bei mir. Langeweile und keine wirklichen Aufgaben im Job, obwohl die Stellenanzeige am Anfang nach eine große Herausforderung klang.
      Von der Führung bekomme ich kaum Aufgaben oder Termindruck. Ich sitze hier und langweile mich tot. Ich verstehe auch nicht, wieso die mich überhaupt eingestellt haben. Das schlimme ist ach noch, dass gefühlt die komplette Abteilung unterfordert ist. Je länger ich hier bin, desto mehr habe ich das Gefühl, dass ich mein Leben aufgebe. Man kommt sich echt nutzlos vor.

      Jetzt versuche ich auch mich auf neue Stelle zu bewerben. Denn wenn ich weiter hier im Büro hocke, habe ich das Gefühl, dass ich verdumme. Dafür habe ich nicht an einer Uni mehrere Jahre studiert.
      Ich überlege schon, ob ich nicht in die Beratung gehe, um einfach mal mit richtig vielen Aufgaben überladen zu werden.

      Es hat mir geholfen, den Artikel und die vielen Kommentare durch zu lesen. Zu wissen, dass man nicht der Einzige mit solchen Problemen ist. Und es gibt mir auch Mut an der Sache was zu ändern.

      Ich wünsche euch alle viel Mut und Erfolg eure Situation zu verbessern.
      Was soll schon passieren? Im schlimmsten Fall Hartz4 ;), aber ihr habt eure Leben wieder zurück.

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