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Der perfekte Blender: Meine 5 geheimsten Tricks.

Kennen Sie auch diese Menschen, die es perfekt verstehen, eine schillernde Scheinwelt um sich aufzubauen? Sie sind Meister darin, anderen zu gefallen und wissen genau, welche Register sie hierfür ziehen müssen. Blender sind beliebt – und immer smart. Sie halten zueinander und fördern sich gegenseitig. Blender machen nicht nur die steilsten Karrieren, sie sind wie Stars, zu denen aufgeschaut wird. Sie strömen unendliche Kompetenz aus und sind einfach jeder Situation gewachsen.

Wenn Sie heute noch kein Blender sind, keine Sorge! Das schaffen Sie jetzt auch – mit meiner Hilfe. Ich verrate Ihnen heute hier meine 5 besten und bisher noch völlig geheimen Tricks, wie auch Sie es ganz leicht schaffen können, ab sofort zum perfekten Blender zu werden:

Trick 1: Erfüllen Sie einfach Erwartungen!

Wenn Blender eines perfekt können, dann ist es das Erfüllen von Erwartungen. Sie wissen ganz genau, was ihr Gegenüber in diesem Moment von ihnen erwartet. Sie bedienen genau die Schubladen, in die sie gesteckt werden. Blender erzeugen das Gefühl bei anderen Menschen, genau so zu sein, wie sie es erwartet haben.

Besonders in Bewerbungsgesprächen haben Blender daher sehr gute Chancen. Denn schließlich werden sie als Kandidaten eingeladen, weil sie mit ihrem Bild der Bewerbung schon eine bestimmte Erwartungshaltung geweckt haben. Es kann nichts besseres geschehen, als dass der potenziell neue Arbeitgeber nach dem Kennenlernen sagt „Genauso habe ich sie/ihn mir vorgestellt.“ Nicht umsonst heißt es Vorstellungsgespräch :-)

Trick 2: Versuchen Sie niemals zu überzeugen!

Schauen Sie sich einmal in Ihrem Bekannten- oder Kollegenkreis um. Gibt es dort Blender? Jetzt sagen Sie nicht „Nein, solche Leute kenne ich nicht.“ Mal ganz ehrlich, haben Sie nicht auch das Gefühl, dass diesen Menschen das Glück bisher förmlich zugeflogen ist? Blender müssen niemals für etwas kämpfen und andere von ihrer Leistung überzeugen, es funktioniert einfach so. Sie brauchen Beweise? Hier: In der Schulzeit kannte ich einige in meiner Jahrgangsstufe, die ich schon damals für ihre fortgeschrittenen Blenderqualitäten bewundert hatte. Schaue ich heute, wo es sie hinverschlagen hat, finde ich toll klingende Head-of-Positionen bei großen Markenkonzernen. Blender machen einfach die steilsten Karrieren!

Also ganz wichtig: Als Blender müssen Ihnen Status und Anerkennung wichtig sein! Und das ohne große eigene Anstrengung. Also, machen Sie Schluss, andere von Ihren Qualitäten überzeugen zu wollen. Als Blender brauchen Sie das nicht, Ihr perfekter Schein erklärt das Sein!

Trick 3: Machen Sie sich zum Kult-Star!

Wie oft haben Sie sich bei stadtbekannten Blendern schon gedacht – so wie der/die möchte ich auch gerne sein. Zumindest ein ganz kleines bisschen? Blender erzeugen mit ihrem Auftritt Wirkung. Es umgibt sie eine Star-Aura. Wenn Blender den Raum betreten, verstummen Gespräche, Menschen drehen sich nach ihnen um. Sie schauen zu ihnen auf. Denn der Sockel, auf den sich Blender stellen, ist mächtig und hoch.

Sie hatten doch bestimmt auch früher Stars, die Sie angehimmelt haben. Dann wissen Sie aus eigener Erfahrung: Das Verhalten von Stars hinterfragt man nicht. Alles ist toll und schillernd. Stars und Vorbilder machen qua Definition immer alles richtig. Schaffen Sie es vom gewöhnlichen Blender zum Blender-Star, dann ist dies Ihre sichere Eintrittskarte in ein entspanntes und glückliches Leben. Glauben Sie mir!

Trick 4: Verströmen Sie Kompetenz und Stärke!

Blender strahlen mit ihrer Blendkraft Kompetenz, Selbstbewusstsein und knallharte Stärke aus. Sie sind wirklich jeder Situation gewachsen und haben einfach auf alles eine passende Antwort. Sie bringt nichts aus der Ruhe, Blender zeigen niemals Angst.

Ein grandioser Nebeneffekt für alle Männer: Das macht Sie besonders attraktiv für Frauen. Sie sind der perfekte Herdenführer. Ach was sage ich, Sie sind der perfekte DNA-Spender. (Anmerkung am Rande: Ich habe in meinem Leben bis auf ganz wenige Ausnahmen bisher nur männliche Blender kennengelernt. Schon merkwürdig, oder?)

Trick 5: Schließen Sie sich Blender-Netzwerken an!

Blender ziehen Blender an. Wenn Sie im Job so richtig weit nach oben wollen, dann machen Sie sich andere erfolgreiche Blender zu besten Freunden. Man kennt sich, man hilft sich. Übrigens ist Köln dafür ein prima Nährboden.

Ein weiterer Grund, warum sich Blender am liebsten mit Ihresgleichen umgeben ist die Angst davor, die Blendwirkung zu verlieren. Blender untereinander hinterfragen sich nicht. Wie auch, denn alle sind damit beschäftigt, ihr eigenes Blendwerk aufrecht zu erhalten. Ein eingeschworener Kreis, der die Oberflächlichkeit ihres Lebens zelebriert.

Und, wann werden Sie endlich zum Blender?

Spätestens hier suchen Sie den Fehler dieses Beitrags und halten mich für völlig verrückt. Wie kann ein Coach nur so etwas sagen?!

Nein, natürlich möchte ich Sie nicht zum Blender machen!

Ich bin ein klarer Verfechter von Authentizität und fest davon überzeugt, dass es gerade das ist, was uns wirklich sympathisch, liebenswert und langfristig erfolgreich im Beruf macht. Genauso war und bin ich weiterhin davon überzeugt, dass jeder Blender irgendwann auf die Nase fällt und das hart erarbeitete Scheinwerk wie ein Kartenhaus zusammenfällt.

Authentizität, Anpassung oder Blendung?

Fast immer entstehen meine Perspektivwechsel spontan aus eigenen Erlebnissen oder Erfahrungen aus Coachings. Ich habe neulich selbst eine Situation erlebt, in der ich – authentisch – etwas anders als andere gemacht habe. Damit entsprach ich nicht den Erwartungen meines Gegenübers und bin angeeckt.

Eigentlich geht es bei meinem Erlebnis nicht um Blendung, sondern um das Thema Anpassung. Zu sein, wie es andere von einem erwarten, um zu gefallen, dabei aber keine Scheinwelt aufzubauen. Ich hatte Lust, für diesen Perspektivwechsel einen Schritt weiter zu gehen, denn im Kern ist jeder Blender auch ein perfekter Anpasser.

Ist es gut und richtig, sich anzupassen? Gibt es Situationen, in denen uns Anpassung weiterbringt? Müssen wir durch Anpassung gefallen, um einen guten Job zu machen, vom Partner geliebt zu werden oder als Bewerber die Stelle zu bekommen? Wie groß ist der Grad zwischen Authentizität und Anpassung im Leben? Bemerken wir heute überhaupt noch, wie angepasst wir uns tagtäglich verhalten? Haben wir vielleicht sogar verlernt, was unsere eigene Authentitizität wirklich ausmacht?

Anpassung ist bequem, Authentizität eröffnet Chancen

Jedes Denken und Handeln in Schubladen und mit Scheuklappen vor den Augen blendet Chancen aus. Wer Anpassung erwartet und damit keine anderen Sichtweisen zulässt, verschenkt wertvolle Potenziale. Wer sich auf der anderen Seite an Erwartungen anpasst, versteckt einen Teil seiner eigenen, wertvollen Denk- und Handlungsweise. Beide Seiten können viel gewinnen, indem sie offen sind für unangepasstes und damit authentisches Verhalten. Indem sie bewusst auch Ungewohntes zulassen, ohne es sofort in Schubladen zu stecken und zu bewerten.

Jedes Handeln ist in irgendeinem Kontext sinnvoll. Dieser Lehrsatz aus meiner Coaching-Ausbildung prägt heute nicht nur meine Grundhaltung als Coach und Berater, sondern auch mein persönliches Verhalten im privaten Umfeld. Wir alle handeln aus Motiven und Zielen auf der Grundlage unserer persönlichen Wertevorstellungen.

Viele Unternehmen verschenken heute noch ein hohes Potenzial, indem sie ihre Mitarbeiter zu angepassten und möglichst reibungslos funktionierenden Ressourcen erziehen. Fördern sie stattdessen authentisches Verhalten und schenken auch Denk- und Handlungsweisen außerhalb der eigenen Erwartungsbilder Aufmerksamkeit, erst dann schöpfen sie die Potenziale durch die Vielfalt und die Individualität ihrer Mitarbeiter richtig aus.

Wie immer am Ende meiner Beiträge haben Sie, liebe Leser, es in der Hand, selbst zu entscheiden, ob Sie authentisch sein möchten oder ob es in einigen Situationen gut ist, sich an Erwartungshaltungen anzupassen. Und der Blender? Naja, die perfekte Anleitung haben Sie ja jetzt ;-)

(Bildnachweis: 123rf.com, 28919318, alphaspirit)

Dr. Bernd Slaghuis

Ich arbeite als Karriere- und Business-Coach in Köln und habe mich auf Fragen rund um die Karriereplanung und Neuorientierung spezialisiert. Mit Bewerbern arbeite ich an ihrer Bewerbungsstrategie, der Optimierung ihrer Unterlagen sowie der Vorbereitung auf Gespräche. Führungskräfte unterstütze ich, zu einer gesunden Grundhaltung zu finden. Ich halte Vorträge, gebe Seminare, moderierere Workshops und schreibe außerhalb dieses Blogs für diverse Karriere- und Management-Magazine.

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare

  1. Jetzt ist mir klar, weshalb Du es nie bis in den Blender-Olymp schaffen wirst, Bernd. Dir fehlt der ultimative Freiberufler-Blender-Trick … ;-)

    Scharen Sie Jünger um sich!

    Um Jünger um sich zu scharen, die Ihre ultimative Kompetenz in die Welt hinaustragen, kreieren Sie ein kostenloses We(r)binar. In dessen Titel sollten möglichst viele der Worte geheim, Tricks, Tipps, Rezept, ultimativ, maximal, Glück, Freiheit, Reichtum, Gewinn, Umsatz und Erfolg vorkommen.

    Im We(r)binar bewerben Sie vor allem Ihr gleichnamiges Buch mit noch mehr geheimen Tricks und Ihr Seminarpaket – „Achtung, Sie müssen sich gleich anmelden! Nur noch wenige Plätze exklusiv für meine We(r)binar-Teilnehmer frei!“ – mit den neuen und noch supergeheimen Tipps, die nur die Seminarteilnehmer bekommen. Wer das Komplett-Paket bucht, bekommt das Blender-Zertifikat, darf das geschützte Blender-Siegel führen und Ihre Botschaft in Ihrem Namen verkünden!

    Zurück in die Realität: Blender sind Schafe im Wolfspelz. Echte Wölfe sind selten … http://www.allesverhandlungssache.info/2014/08/echte-wolfe-sind-selten-von-schafen-im.html

  2. Ich möchte mich ganz aufrichtig für Ihre offenen und leidenschaftlichen Worte in Ihrem gesamten Blog bedanken.
    Seit knapp einem Jahr suche ich nun schon einen Job – zugegeben, nicht irgendeinen Job, sondern einen, der fair bezahlt wird, für den ich meine Heimatstadt nicht verlassen muss und der mich weiter wachsen lässt. Offensichtlich führen diese Anforderungen in Kombination mit meiner Persönlichkeit zu einem beruflichen Knockout.
    Inzwischen höre ich immer öfter Ratschläge wie „Lass doch das Kind im Lebenslauf weg“ oder „Du darfst in deiner Bewerbung nicht so ehrlich sein und musst die Unternehmen viel mehr bauchpinseln“. Kurz gesagt: Ich soll ein Blender werden. Das macht mich so unglaublich wütend und lässt mich auch oft zweifeln, an mir und meinen Vorstellungen.
    Glücklicherweise habe ich über meine kleine Kampagne „Chef mit Job gesucht“ viele Gleichgesinnte gefunden. Je mehr Erfahrungsberichte ich von anderen lese/höre, um so überzeugter bin ich, niemals ein Blender zu werden.
    Mittlerweile teile ich all meine Unternehmungen in Sachen Jobsuche mit der Öffentlichkeit, in der Hoffnung, viel mehr Bewerber und Firmen davon zu überzeugen, dass Authentizität ein absoluter Gewinn für beide Seiten sein kann.
    Dass dieser Prozess jedoch noch in den Kinderschuhen steckt, zeigt mir allein die Reaktion der Medien: Im Schnitt reagiert einer von 15 angeschriebenen Sendern/Zeitschriften etc. auf mein Anliegen. Das Thema ist (noch) nicht wichtig genug und Berichte über Katzenbabys sind eben weniger aufwühlend =).
    Trotzdem habe ich das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein und Ansichten wie Ihre bestätigen mich darin.

    Vielen Dank!

    1. Liebe Frau Misch,
      vielen Dank für Ihre schönen Worte.
      Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der weiteren Jobsuche und noch viel Aufmerksamkeit für Ihre „andere“ Kampagne, denn damit machen Sie genau das Gegenteil von blendender Anpassung.
      Lg, Bernd Slaghuis

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